Ein weiterer Tag ohne Strom: Tausende Berliner trotzen klirrender Kälte

Von Anja Mia Neumann und Stefan Kruse

Berlin - Tausende Menschen im Berliner Südwesten müssen am Montag ohne Heizung und Strom in die erste komplette Woche des neuen Jahres starten - bei Schnee und eisigen Außentemperaturen.

Viele Menschen im Berliner Südwesten müssen am Montag bei klirrender Kälte weiter ohne Strom auskommen.
Viele Menschen im Berliner Südwesten müssen am Montag bei klirrender Kälte weiter ohne Strom auskommen.  © Carsten Koall/dpa

Nach dem großen Stromausfall wegen eines Brandanschlags im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bleiben zudem mehrere Schulen geschlossen. Noch tagelang könnten viele Haushalte ohne Strom sein.

Für viele Schülerinnen und Schüler startet der Montag nach den Weihnachtsferien nun anders als erwartet. Eltern können auf Notbetreuung in anderen Schulen zurückgreifen. Wie es weitergeht: Darauf hat der Senat noch keine Antwort. Auch Kitas sind betroffen.

Wer nicht bei Familie oder Freunden in anderen Teilen Berlins unterkommen konnte, für den bedeutet der Start in die erste komplette Woche des neuen Jahres: Bei Schnee ohne Strom, Heizung und warmes Essen zurechtkommen.

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Polizei und Rettungskräfte helfen, wo sie können. Auch die Bundeswehr soll unterstützen, Berlin rief dazu eine sogenannte "Großschadenslage" aus.

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin schwerwiegend und die Reparatur kompliziert: Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Linksextremistische "Vulkangruppe" für Bandanschlag verantwortlich

Linksextremisten haben den Stromausfall mit einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahe dem Kraftwerk Lichterfelde verursacht.
Linksextremisten haben den Stromausfall mit einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahe dem Kraftwerk Lichterfelde verursacht.  © Michael Kappeler/dpa

Inzwischen konnten 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin am Sonntagabend mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Seit Sonntag steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten ist laut Senatorin Iris Spranger (64, SPD) authentisch.

Das lange Schreiben der mutmaßlichen Täter "Vulkangruppe" trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen". "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört", hieß es dort.

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Mehrere große Krankenhäuser in den Stadtteilen wurden zwar nach einem Tag wieder an das Stromnetz angeschlossen und mussten dank Notstromaggregaten nicht evakuiert werden.

Vom Stromausfall sind aber auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Feuerwehr und Hilfsorganisationen richteten Notunterkünfte ein.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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