Chemnitz: So will der ASR-Chef die Altkleider-Krise lösen
Chemnitz - Wohin mit ausrangierter Kleidung? Nach dem Rückzug gewerblicher Textilsammler aus Chemnitz will der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb ASR wieder Ordnung in die Altkleider-Beseitigung bringen.
134 Sammelcontainer sind zum Jahreswechsel weggefallen. Heißt: Die meisten Textilien werden künftig in den verbleibenden 167 Behältern des ASR sowie in den Wertstoffhöfen entsorgt.
Betriebsleiter Marcus Kropp (47) sieht die größere Aufgabe optimistisch: "Wir hatten 2025 einen enormen Aufwand durch Nebenablagerungen. Einige gewerbliche Sammler leerten ihre Behälter gar nicht mehr oder nur selten."
Die Beschwerden über sich türmenden Müll häuften sich, der ASR wurde stellvertretend mit dem Aufräumen an den privaten Standorten beauftragt.
"Wenn die Entsorgung aus einer Hand kommt, entfällt das und wir hoffen, dass es so insgesamt wieder sauberer wird", so der ASR-Chef.
Neues Sammelkonzept soll bis September stehen
Die ASR-Container sollen wie bisher einmal wöchentlich, einige zweimal wöchentlich geleert, zusätzliche zunächst nicht aufgestellt werden.
"Wir schauen uns das an. Es gibt noch eine Reserve von 10 bis 15 Containern. Wo mehr Bedarf ist, werden wir reagieren", plant Kropp.
Ein neues Sammelkonzept, das die Standorte der Wertstoffinseln einschließt, soll bis September stehen. "Darin werden Anzahl und Verteilung der Container festgelegt."
Bis dahin ist auch klarer, wie viele Alttextilien in der Stadt überhaupt anfallen. Bisher hat der ASR rund 450 Tonnen pro Jahr entsorgt. Kropp: "Wie viel private Firmen eingesammelt haben, ist nicht genau bekannt. Wir rechnen gegenwärtig mit einem Mehraufwand von insgesamt rund 100.000 Euro."
Für weiter verwendbare Kleidung hat der ASR einen Vertrag mit einer Verwertungsfirma geschlossen. Was dafür nicht taugt, geht in die Müllverbrennung. Die sogenannte thermische Verwertung belastet das Budget doppelt so hoch wie eine Weiterverwendung: pro Tonne 230 Euro.
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz (2)

