Nach Signa-Pleite: Wird Klaus-Michael Kühne den Elbtower weiterbauen?

Hamburg - Wie geht es mit dem halbfertigen Elbtower in Hamburg weiter? Eine interessante Rolle spielt dabei der Milliardär Klaus-Michael Kühne (86).

Seit mehreren Wochen tut sich nichts auf der Elbtower-Baustelle.
Seit mehreren Wochen tut sich nichts auf der Elbtower-Baustelle.  © Marcus Brandt/dpa

Das Handelsblatt berichtete am Sonntag, dass der Logistikunternehmer das Hochhausprojekt übernehmen könnte. Das werde derzeit geprüft, hieß es unter Berufung auf damit vertraute Personen. Ähnliches stand Tage zuvor im Spiegel.

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt sagte Kühne am heutigen Montag: "Was das Thema Elbtower anbelangt, prüft die Kühne Holding derzeit Möglichkeiten, wie sie zu einer Lösung des Problems beitragen kann, allerdings gibt es keine Gespräche mit der Stadt und keine aktuellen Verhandlungen."

Hintergrund sind die seit Oktober gestoppten Bauarbeiten an dem 950-Millionen-Euro-Hochhaus wegen ausbleibender Zahlungen und die Insolvenz einer deutschen Tochter der Signa-Gruppe von René Benko (46).

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Das Unternehmen stellte am Freitag in Berlin einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit, wie am Montag bekannt wurde.

Verkürzt mögliche Insolvenz den Stillstand an der Elbe?

Knapp 100 von 245 Metern sind fertig - und drohen zur Bauruine zu werden.
Knapp 100 von 245 Metern sind fertig - und drohen zur Bauruine zu werden.  © Marcus Brandt/dpa

An dem österreichischen Mutterkonzern Signa Prime ist Kühne mit zehn Prozent beteiligt. Das Firmengeflecht ist kompliziert. Sollte es zu weiteren Pleiten kommen, von denen der Elbtower betroffen wäre, würde es die Sache für die Stadt möglicherweise sogar vereinfachen.

Denn der Vertrag sieht einen Wiederkauf im Falle einer wirtschaftlichen Verschlechterung - einer Insolvenz - vor. Dann wäre wohl nur der Kaufpreis von 122 Millionen Euro fällig. Die Stadt könnte danach Grundstück und Rohbau einfach an einen anderen Investor verkaufen.

Wird das dritthöchste Hochhauses Deutschlands durch die Signa nicht bis Anfang 2028 fertiggestellt, sind Strafzahlungen von 500.000 Euro pro Monat vorgesehen. In diesem Fall greift das Wiederkaufsrecht frühestens 2029, ergab erst kürzlich eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion. Damit drohe direkt an der Elbe und weit sichtbar eine jahrelange etwa 100 Meter hohe Bauruine.

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Von den Signa-Problemen sind auch der Neubau der Gänsemarkt-Passage und das Gebäudeensemble Flüggerhöfe am Rödingsmarkt betroffen. Hier ruhen ebenfalls die Bauarbeiten.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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