Hamburg - Hamburg bereitet sich auf die große Demo zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag vor. Der Veranstalter Hamburg Pride e.V. ruft nach dem Anschlag in Berlin die gesamte Stadt zur Teilnahme auf.
Der Verein erwartet mehr als 250.000 Teilnehmer, die unter dem diesjährigen Motto "Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!" auf die Straße gehen werden.
"Der Anschlag in Berlin macht auf erschütternde Weise deutlich, wie weit wir von einer Zukunft entfernt sind, in der queere Menschen selbstverständlich sicher leben können", teilten die Veranstalter am Mittwoch mit.
Umso wichtiger sei es nun, dass der CSD in Hamburg stattfinde. "Als Zeichen der Gemeinschaft, des Zusammenhalts und mit der Botschaft: Queere Menschen gehören selbstverständlich zu dieser Gesellschaft und stehen nicht allein."
Den Hamburger Sicherheitsbehörden liegen laut dem Veranstalter derzeit keine konkreten Gefährdungshinweise für den CSD vor.
Trotzdem wird die Zahl der Einsatzkräfte erhöht. "Die Sicherheitsbehörden tun alles, um den CSD und die Demo am Samstag zu schützen", erklärte Hamburg Pride weiter.
Gedenkminute bei CSD-Demo in Hamburg für Opfer des Anschlags
Aufgrund der Geschehnisse in Berlin wird das ursprünglich geplante Programm geringfügig angepasst: So wird es bereits bei der Kundgebung auf dem CSD-Straßenfest am Freitag (19.45 Uhr/Rathausmarkt) eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags geben.
Bei der eigentlichen CSD-Demo am Samstag wird darüber hinaus der Vorstand von Hamburg Pride um 11.50 Uhr eine Ansprache am Demo-Startpunkt Lübecker Straße/Ecke Mühlendamm halten, um an den Anschlag zu erinnern und seine Solidarität auszusprechen.
"Gerade jetzt müssen wir zusammenstehen und sichtbar bleiben. Wir gehen auf die Straße - für Vielfalt, Freiheit und Gleichberechtigung. Wir lassen uns weder einschüchtern noch verdrängen oder zum Schweigen bringen", machten die Co-Vorsitzenden von Hamburg Pride, Jenny Saitzek und Christoph Kahrmann, deutlich.
Die CSD-Demo am Samstag startet um 12 Uhr und führt vier Kilometer über Steindamm, Adenauerallee, Steinstraße, Mönckebergstraße und Glockengießerwall bis zur Lombardsbrücke.
Neben Bundessozialministerin Bärbel Bas (58, SPD) werden unter anderem auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, Grüne) und Dragqueen Olivia Jones (56) erwartet.