77 Todesopfer, zwei Tatorte und ein Tag, der Norwegen bis in die Gegenwart prägt: Heute vor 15 Jahren, am 22. Juli 2011, ereigneten sich die schwersten Terroranschläge in der jüngeren Geschichte des Landes.
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22. Juli 2011: Zunächst detonierte eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo. Die Explosion ereignete sich am Nachmittag etwa gegen 15.30 Uhr und verursachte schwere Schäden an mehreren Gebäuden. Dabei kamen acht Menschen ums Leben.
Anschließend setzte der Täter auf die Insel Utøya über, wo sich mehrere Hundert Jugendliche in einem politischen Sommerlager aufhielten. Dort eröffnete er das Feuer auf die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, verfolgte sie zum Teil über die Insel und schoss gezielt auf seine Opfer. Bei diesem Amoklauf wurden 69 Menschen getötet.
Der Angriff endete mit der widerstandslosen Festnahme des Täters durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei.
Die insgesamt 77 Todesopfer waren zwischen 14 und 51 Jahre alt, mehr als ein Drittel davon war unter 18 Jahre. Viele weitere wurden verletzt.
Täter und Motiv
Der Täter, Anders Behring Breivik, wurde 2012 wegen Terrorismus und mehrfachen Mordes verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass die Anschläge auf einem rechtsextremistischen und islamfeindlichen Weltbild beruhten. Seine Tat war langfristig vorbereitet und richtete sich gezielt gegen staatliche Einrichtungen sowie Teilnehmer des Jugendlagers.
Verhängt wurde die norwegische Höchststrafe von 21 Jahren Sicherungsverwahrung, die bei fortbestehender Gefährlichkeit verlängert werden kann.
Die Anschläge lösten weit über Norwegen hinaus Entsetzen aus. Eine Untersuchungskommission überprüfte anschließend das Krisenmanagement und sprach Empfehlungen für Polizei und Behörden aus. Zugleich rückten die Gefahren von Rechtsextremismus und Radikalisierung stärker in den Fokus der öffentlichen Debatte.
Jedes Jahr erinnert Norwegen an die Opfer der Anschläge. Der 22. Juli steht bis heute für einen Einschnitt in der Geschichte des Landes – und für die Erinnerung daran, welche Folgen extremistischer Hass und politisch motivierte Gewalt haben können.