Heute vor 82 Jahren: Nach elf Jahren Haft endete das Leben von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald

Heute vor 82 Jahren, am 18. August 1944, endete nach elf Jahren Haft ohne Gerichtsverfahren das Leben des früheren KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann im KZ Buchenwald. Die Hintergründe seiner Ermordung wurden zunächst geheim gehalten.

Unter "heute vor ... Jahren" gibt's noch weitere unvergessene Ereignisse.

Eines von vielen Ernst-Thälmann-Denkmälern befindet sich in Berlin.  © Fotomontage: SpreeTom/CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons, Agence de presse Meurisse/Public domain/Wikimedia Commons

Ernst Thälmann wurde 1886 in Hamburg geboren und zählt bis heute zu den bekanntesten Politikern der Weimarer Republik. Von 1925 bis 1933 war er Vorsitzender der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und gehörte als Reichstagsabgeordneter zu den führenden Vertretern seiner Partei.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten galt Thälmann als einer der bekanntesten politischen Gegner Adolf Hitlers. Wenige Tage nach dem Reichstagsbrand wurde er am 3. März 1933 festgenommen. Die Nationalsozialisten nutzten den Brand als Vorwand, um mit der Reichstagsbrandverordnung gegen die KPD und andere politische Kontrahenten vorzugehen.

Obwohl gegen Thälmann unter anderem wegen Hochverrats ermittelt wurde, kam es nie zu einem Gerichtsverfahren. Stattdessen blieb er mehr als elf Jahre in sogenannter "Schutzhaft". Diese wurde vom NS-Regime genutzt, um diverse Personen ohne rechtsstaatliches Verfahren langfristig zu internieren. Die Haft diente somit nicht nur der Strafverfolgung, sondern vor allem der Unterdrückung politischer Opposition.

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Ernst Thälmann wurde in verschiedenen Gefängnissen festgehalten, zuletzt in der sächsischen Haftanstalt Bautzen - auch als "Gelbes Elend" bekannt.

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Die Ermordung in Buchenwald

Im August 1944 ordnete die NS-Führung die Ermordung Thälmanns an. So wurde er schließlich in der Nacht vom 17. zum 18. August in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht und dort von SS-Männern erschossen.

Die nationalsozialistischen Behörden verschleierten die Tat zunächst und behaupteten später sogar, der ehemalige KPD-Vorsitzende sei bei einem Luftangriff am 24. August ums Leben gekommen. Mit der Geheimhaltung von Thälmanns Tod wollten sie zunächst die Reaktionen auf die Tötung eines international bekannten politischen Gefangenen vermeiden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs belegten Dokumente und Zeugenaussagen jedoch, dass diese Darstellung unzutreffend war und Thälmann gezielt ermordet wurde.

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Selbst seine Familie blieb im Ungewissen: Während Ernst Thälmann mehr als elf Jahre in Haft war, blieb auch seine Familie über sein Schicksal lange im Unklaren. Seine Tochter Irma erfuhr erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die genaue Wahrheit über die Ermordung ihres Vaters im KZ Buchenwald.

Vom politischen Gegner der Nationalsozialisten zur Symbolfigur der DDR

Die Ermordung Ernst Thälmanns steht beispielhaft für die Verfolgung politischer Gegner während der nationalsozialistischen Diktatur. Gedenkstätten, Archive und historische Forschungen dokumentieren seinen Lebensweg und die Umstände seines Todes.

Vor allem in der DDR wurde Thälmann später stark als bedeutender kommunistischer Widerstandskämpfer sowie Opfer des Nationalsozialismus verehrt und politisch als Symbolfigur genutzt.

Zahlreiche Einrichtungen, Straßen und Plätze wurden nach ihm benannt, so auch eine Kinderorganisation. Die bekannteste davon war die am 13. Dezember 1948 gegründete Pionierorganisation "Ernst Thälmann".

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