Heute vor 14 Jahren, am 4. Juni 2012, klickten in Berlin die Handschellen: Ex-Pornodarsteller Luka Magnotta wurde nach einer internationalen Fahndung festgenommen. Der Fall sorgte 2012 weltweit für Schlagzeilen und gilt bis heute als einer der bekanntesten True-Crime-Fälle der jüngeren Vergangenheit.
Ereignisse, die die Welt schockierten, gibt es unter "heute vor ... Jahren".
Ausgangspunkt war ein Gewaltverbrechen Ende Mai 2012 in Montreal (Kanada), bei dem ein 32-jähriger Student getötet wurde. Die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf Luka Magnotta als Tatverdächtigen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall, weil im Zusammenhang mit der Tat ein Video im Internet verbreitet wurde.
Die Vorwürfe im Überblick
Den kanadischen Behörden zufolge tötete Magnotta das Opfer mit einem Eispickel in seiner Wohnung und zerstückelte anschließend die Leiche. Darüber hinaus soll er die Tat gefilmt und die Aufnahmen online veröffentlicht haben.
Ein weiterer Bestandteil der Anklage war der Versand von Körperteilen des Opfers an verschiedene Einrichtungen in Kanada. Zusätzlich wurde ihm die Verbreitung obszönen Materials sowie die Belästigung von Behörden zur Last gelegt.
Luka Magnotta, auch unter den Namen Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov bekannt, arbeitete früher unter anderem als Pornodarsteller und Prostituierter. Medienberichten zufolge soll er eine sexuelle Beziehung zu seinem späteren Opfer unterhalten haben.
Internationale Fahndung und Festnahme in Berlin
Nach der Tat verließ der damals 29-jährige Magnotta Kanada in Richtung Frankreich, was eine internationale Fahndung auslöste. Diese wurde unter anderem von Interpol unterstützt. Mehrere Hinweise führten schließlich nach Deutschland.
Am 4. Juni 2012 wurde Luka Magnotta in einem Internetcafé in Berlin erkannt und letztendlich von der Polizei festgenommen. Die Festnahme verlief ohne Zwischenfälle und beendete die mehrtägige Suche.
Magnotta gestand die Tat - plädierte aber auf unschuldig
Nach seiner Auslieferung nach Kanada wurde Magnotta vor Gericht gestellt. Dort gestand er zwar die Tat, soll jedoch auch auf eine psychische Störung hingewiesen haben, die ihn zum Tatzeitpunkt für nicht zurechnungsfähig und somit schuldunfähig erklären würde.
Bei Luka Magnotta wurde tatsächlich bereits einige Jahre vor der Tat eine paranoide Schizophrenie mit Wahnvorstellungen diagnostiziert, woraufhin die Ärzte ihn vor möglichen Straftaten bei fehlender Medikamenteneinnahme warnten. Unter anderem soll er mehrere Videos online gestellt haben, in denen er Tiere tötete. Dadurch war er der Polizei bereits bekannt.
Letztlich ging die Anklage dennoch davon aus, dass er seine Symptome lediglich vorschob und den Mord vorsätzlich plante. Als Beleg wurde unter anderem eine E-Mail aus dem Jahr 2011 angeführt, in der er laut Ermittlern angekündigt haben soll, einen Mord filmen zu wollen.
Im Dezember 2014 wurde Magnotta in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Gericht verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Eine mögliche Bewährung ist frühestens nach 25 Jahren Haft vorgesehen.