Heute vor 99 Jahren: Explosion tötete 38 Kinder - das Schulmassaker von Bath
Heute vor 99 Jahren, am 18. Mai 1927, wurde die kleine Gemeinde Bath (Michigan, USA) zum Schauplatz einer der schwersten Tragödien der amerikanischen Geschichte. Mehrere Explosionen erschütterten eine Schule. Innerhalb weniger Minuten verloren 45 Menschen ihr Leben, darunter viele Kinder.
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Was zunächst wie ein Unglück wirkte, entpuppte sich schnell als gezielter Anschlag: Am Morgen des 18. Mai 1927 explodierten im Nordflügel der Gesamtschule in Bath zuvor platzierte Sprengladungen.
Ein großer Teil des Gebäudes stürzte ein, Klassenzimmer wurden unter Trümmern begraben. Viele Kinder und Lehrkräfte befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Unterricht.
Während Anwohner und Rettungskräfte zur Unglücksstelle eilten, um Verletzten zu helfen, wurde das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Später stellte sich heraus, dass ein weiterer Teil der im Gebäude installierten Sprengsätze nicht hochgegangen war.
Kurz darauf folgte eine weitere Explosion: Ein Fahrzeug, voll beladen mit Metallteilen wie Nägeln, Werkzeug und Schaufeln, detonierte in unmittelbarer Nähe der Schule. Der Fahrer - und gleichzeitig Attentäter - sowie vier weitere Personen wurden dabei getötet, zusätzliche Helfer verletzt.
Hinter dem Anschlag stand Andrew Kehoe, ein ansässiger Farmer und angesehenes Mitglied des Schulvorstandes. Spätere Ermittlungen zeigten, dass er die Taten über längere Zeit geplant hatte. Als möglicher Hintergrund wurden finanzielle Probleme und Konflikte im Zusammenhang mit lokalen Abgaben ausgemacht.
Zusatz-Fakt: Bevor die Sprengsätze in Bath explodierten, tötete Kehoe seine Frau und zündete mehrere selbstgebaute Brandbomben auf seiner Farm.
Opfer und Folgen
Die Folgen waren verheerend. Familien verloren ihre Kinder, die Gemeinde stand unter Schock. Insgesamt kamen 45 Menschen ums Leben, darunter 38 Kinder zwischen sieben und 13 Jahren. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.
Die Ereignisse hinterließen tiefe Spuren - das Schulmassaker von Bath gilt als das tödlichste Schulattentat in der Geschichte der USA. Es zeigt, wie verletzlich selbst vermeintlich sichere Orte sein können. Bis heute dient das Ereignis als historischer Bezugspunkt in der Diskussion über Prävention und Sicherheit im Bildungsumfeld.
Gesetzliche Konsequenzen wie sie nach späteren Amokläufen an Schulen erfolgten, gab es damals allerdings nicht.
Nur wenige Tage nach dem Schulmassaker von Bath verdrängte am 23. Mai 1927 die Berichterstattung über den ersten Transatlantikflug von Charles Lindbergh das Trauma aus dem Fokus der Öffentlichkeit.
Titelfoto: National Editorial Association/Associated Press/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons
