72-Jähriger stirbt nach Tiger-Attacke: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung

Leipzig/Dölzig - Tragische Entwicklung nach der Tiger-Attacke auf dem Gelände von "Tiger-Queen" Carmen Zander (52): Wie Leipzigs Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, ist der von dem Raubtier angegriffene 72-Jährige inzwischen im Krankenhaus gestorben. Gegen Zander werde nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen ermittelt.

Rettungskräfte transportieren den verletzten 72-Jährigen nach der Tiger-Attacke vom Gelände von Carmen Zander (52). Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, ist der Mann inzwischen im Krankenhaus verstorben.  © Michael Strohmeyer

Der Helfer der ehemaligen Dompteurin, der Mitte Mai von deren Tiger Sandokan angegriffen und dabei schwer verletzt wurde, sei bereits am Freitag verstorben, während er sich noch immer in Behandlung befand.

Eine Obduktion sei inzwischen angeordnet worden, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. "Das Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor."

Der 72-Jährige soll sich seit der Attacke ununterbrochen in stationärer Behandlung befunden haben.

Leipzig Lokal Nach fast fünf Jahrzehnten in Leipzig: Bekannte Weihnachtsmarkt-Künstlerin hört auf

Weil er der Einzige war, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs mit den Tigern auf dem Gelände befand, wurde von vielen Seiten darauf gehofft, dass er wieder zu Kräften kommt und sich zu den Ereignissen äußern kann. Diese Hoffnungen bleiben nun unerfüllt.

Anzeige

Zander weist jede Schuld von sich

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die Dompteurin. Diese hatte zuletzt in einem Interview jede Schuld von sich geschoben.  © EHL Media/Björn Stach

"Vor dem Hintergrund des Todes des Geschädigten werden die Ermittlungen nunmehr wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen geführt", so die Staatsanwaltschaft weiter.

Carmen Zander hatte sich zuletzt in einem ausgiebigen Statement zu der Tiger-Attacke geäußert und dabei entschieden zurückgewiesen, dass ihr Tiger aufgrund von Sicherheitsmängeln ausgebrochen sei. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wies sie jede Schuld an dem tragischen Vorfall von sich und sprach gar von Sabotage.

"Für mich ist es wichtig zu betonen, dass mehrere Schieber und Türen vom Tigergehege geöffnet wurden und es zu keinem Zeitpunkt Sicherheitsmängel gab", so die Dompteurin.

Leipzig Lokal Wasserleiche aus dem Elsterbecken: Staatsanwaltschaft äußert sich zu Todesursache

Zander hatte auf einem Gelände bei Leipzig über Jahre mehrere Tiger gehalten. Sechs ihrer acht noch verbliebenen Großkatzen hat das Landratsamt Nordsachsen inzwischen sichergestellt und an eine Rettungsstation in Spanien übergeben. Die Dompteurin sagte daraufhin: "Diese Wegnahme war TIERSCHUTZWIDRIG!"

Mehr zum Thema Leipzig Lokal: