Schkeuditz - Die Tigerattacke nahe Leipzig vor einigen Wochen hat offenbar Konsequenzen: Seit Mittwochmorgen läuft bei der sogenannten "Tiger-Queen" Carmen Zander (52) in Nordsachsen ein größerer Polizeieinsatz, an dessen Ende sechs ihrer acht Raubkatzen mitgenommen wurden.
Die Maßnahme im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig lief seit ungefähr 7 Uhr, berichtete Sebastian Stöber, Sprecher des Landratsamts Nordsachsen, auf Anfrage von TAG24.
Details zu den genauen Hintergründen und Abläufen am Mittwochmorgen konnte er zunächst nicht nennen, aber es gehe darum, "das Wohl der Tiere zu verbessern".
Am Nachmittag meldete der zuständige Landkreis Nordsachsen, dass sechs der acht Tiger aus der Haltung im Dölziger Gewerbegebiet entnommen wurden - weil eine Vorgabe zur Vergrößerung des Areals bis zum Dienstag nicht eingehalten wurde. Es biete "weiterhin nur einen angemessenen Platz für zwei Tiger".
Seit 2024 sei Zander mehrfach zu einer Verbesserung der Haltungsbedingungen aufgefordert worden. Ihrer Auffassung nach zu Unrecht.
Rund 25 Polizisten sicherten Entnahme bei Tiger-Halterin Carmen Zander ab
Die sechs Raubkatzen seien vor Ort "sediert, anhand implantierter Chips zweifelsfrei identifiziert und von mehreren Tierärzten untersucht" und anschließend in Transportboxen geladen worden. Mit zwei Spezialfahrzeugen geht es nun in die Auffangstation der Tierschutzorganisation AAP (Animal Advocacy and Protection) ins spanische Villena bei Alicante.
Rund 25 Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Einsatz ab, auch Mitarbeiter des Veterinäramts waren vor Ort.
Schon seit Jahren gibt es Kritik an der früheren Zirkus-Dompteurin Carmen Zander und ihrer privaten Haltung der Raubkatzen, die nun erst recht wieder laut wurde.
Mitte Mai hatte ihr Tiger "Sandokan" einen 72 Jahre alten Helfer auf dem Gelände angegriffen, ihn schwer verletzt. Das Tier wurde wenig später von der Polizei in der Nähe einer Gartenanlage erschossen.
Erstmeldung von 9.42 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15.30 Uhr