Leipzig - Nach dem Aufmarsch pro-palästinensischer Linksextremisten vor einer Woche in Connewitz ist ein brisantes Detail zutage getreten. Eine der Frontfrauen der israelfeindlichen und vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Handala-Bewegung arbeitet an gehobener Stelle im sächsischen Staatsdienst. Das bringt die Landesdirektion (LDS) nun in Bedrängnis.
Noch im Juni bei der Ernennung ehrenamtlicher Sachverständiger zu "Ehrenbeamten" posierte Anne Lewerenz stolz mit LDS-Präsident Béla Bélafi auf einem Gruppenfoto.
Als stellvertretende Referatsleiterin Pharmazie ist die promovierte Naturwissenschaftlerin in Sachsens Landesdirektion unter anderem zuständig für die Überwachung von Pharmaunternehmen und Apotheken.
In ihrer Freizeit hat sich die Spitzenbeamtin offenbar dem politischen Kampf verschrieben, und zwar dem ganz extremen.
Wie der MDR berichtet, soll Lewerenz einer der führenden Köpfe der linksradikalen Handala-Bewegung in Leipzig sein, deren Aufmarsch sie am vergangenen Samstag in Connewitz als Versammlungsleiterin gemanagt haben soll. Auch eine Spendenkampagne für die Demo, auf der mehrfach das Existenzrecht Israels bestritten wurde, sei von der LDS-Beamtin initiiert worden, so der MDR.
Landesdirektion prüft Verfassungstreue
Zwar ist politisches Engagement prinzipiell Privatsache, doch wird die Handala-Bewegung in Sachsen vom Landesamt für Verfassungsschutz als extremistisch und teils antisemitisch eingestuft. Sie steht deshalb seit Jahren unter Beobachtung.
Nach der Connewitzer Links-gegen-Links-Demo ist der LDS nun bewusst geworden, dass sie mit Lewerenz eine Spitzenbeamtin beschäftigt, deren Verfassungstreue zu hinterfragen ist. Die Behörde hat inzwischen ein dienstrechtliches Prüfverfahren eingeleitet.
Die Landesdirektion prüfe derzeit den die Mitarbeiterin betreffenden Sachverhalt, erklärte LDS-Sprecher Ingolf Ulrich auf Anfrage. Vor Abschluss der Ermittlung erfolge keine Bewertung.
Frau Lewerenz selbst teilte TAG24 telefonisch mit, dass sie einer behördeninternen Absprache zufolge nicht berechtigt sei, Auskünfte über ihr politisches Engagement zu geben.