Zander-Tiger in Spanien angekommen, doch Dompteurin wütet: "Wegnahme war tierschutzwidrig!"

Dölzig/Villena - Zwei Tage, nachdem sechs der acht Raubkatzen von "Tiger-Queen" Carmen Zander (52) beschlagnahmt wurden, sollen die Tiere inzwischen in der Auffangstation in Spanien angekommen sein. Gleichzeitig äußerte sich die Dompteurin in einem Statement zur Sicherstellung ihrer Großkatzen - und kritisierte das Vorgehen schwer.

"Tiger-Queen" Carmen Zander (52) mit einer ihrer Großkatzen. Nach der Beschlagnahmung von sechs ihrer acht verbliebenen Tiere hat sich die Dompteurin nun in einem Statement geäußert.  © Michael Strohmeyer

"Nach meiner tiefen Überzeugung ist meinen Tieren und mir schweres Unrecht widerfahren. Was gestern geschehen ist, empfinde ich als ein grausames Verbrechen an meinen Tieren, an meinem Lebenswerk und an meiner Existenz", erklärte Zander in einer Stellungnahme, die sie auf ihrer Website veröffentlichte.

"Mit der Wegnahme meiner Tiger ohne rechtliche Grundlage verlor ich mein rechtmäßiges Eigentum - und damit einen unwiederbringlichen Großteil meines Lebens. Diesen Verlust kann niemand rückgängig machen."

Sechs der acht Tiger von Carmen Zander waren am Mittwoch durch das Landratsamt Nordsachsen beschlagnahmt und an ein Team der Tierschutzorganisation Animal Advocacy Protection (AAP) übergeben worden. Die Tierschützer betreiben im spanischen Villena eine mehrere Hektar große Rettungsstation, in der die fünf Jungtiere und ihre Mutter nun unterkommen sollen.

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Wie das Landratsamt gegenüber TAG24 erklärte, hatte Zander bis zum 30. Juni Zeit gehabt, die Haltungsbedingungen für ihre Großkatzen zu verbessern. Dem sei sie jedoch nicht nachgekommen, weshalb nun die Beschlagnahmung folgte.

Die Dompteurin wies dies in ihrem Statement zurück. "Für mich bedeutet artgerechte Haltung weit mehr als Quadratmeter und Gehegegrößen. Sie besteht aus täglicher Beschäftigung, Vertrauen, Abwechslung, Sicherheit und einer engen Mensch-Tier-Beziehung", heißt es dazu unter anderem in dem mehrere Abschnitte langen Statement.

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Die sechs beschlagnahmten Tiger sind derweil in ihrem neuen Zuhause, einer Rettungsstation der Tierschutzorganisation Animal Advocacy Protection (AAP) im spanischen Vellina angekommen.  © AAP

Um Fälle wie in Dölzig zu verhindern: Tierschützer fordern bundesweit einheitliche Regelung

Die Tiger sollen dort zunächst eine Quarantäne durchlaufen. Anschließend würden sie in ein gemeinsames, 3000 Quadratmeter großes Außengehege umziehen, hieß es.  © AAP

Die Beschlagnahmung selbst bezeichnete Zander dabei als "brutal" und "hinterhältig". "Diese Wegnahme war TIERSCHUTZWIDRIG!", schrieb sie in großen Lettern.

Ihre Hoffnung sei nun, dass die beiden ihr gebliebenen Tiger weiterhin bei ihr Leben dürfen. Laut AAP prüfen die Behörden jedoch bereits die rechtliche Grundlage für eine Übernahme auch dieser Tiere. "AAP steht bereit, sie aufzunahmen."

Die Tierschützer kritisieren gleichzeitig ihrerseits, dass es noch immer keine bundesweite Regelung gibt, um Fälle wie in Dölzig zu verhindern.

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"Dass diese sechs Tiger jetzt ein artgemäßes Zuhause bekommen, ist ein großer Erfolg. Aber dieser Fall zeigt zugleich, dass große Raubtiere in Privathand nicht sicher aufgehoben sind, so gut es die Halter auch meinen mögen. Solange bundesweit klare Vorgaben fehlen, können wir immer erst dann eingreifen, wenn ein Fall bereits eingetreten ist."

"Tiger-Queen" Carmen Zander hält ihre Tiere seit Jahren in einem Industriegebiet in der Nähe von Leipzig, steht deshalb bereits seit längerem in der Kritik. Mitte Mai brach "Sandokan", ihr größter Tiger, aus seinem Gehege aus und verletzte dabei einen 72-jährigen Helfer der Dompteurin schwer. Beamte der Polizei erschossen die Großkatze kurz darauf am Rande einer nahegelegenen Kleingartenanlage.

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