"Rodgers & Hammersteins - Oklahoma!": Echte Musical-Magie auf dem Magdeburger Domplatz
Magdeburg -Nach einem schaurig-grotesken Besuch bei der Addams Family und einer Wiederbegegnung mit dem Phantom der Oper lädt das Magdeburger Sommer-Musical dieses Jahr in den Wilden Westen ein. Am Freitagabend feierte "Rodgers & Hammersteins - Oklahoma!" Premiere auf dem Domplatz.
Die Farmerstochter Laurey und der Cowboy Curly sind verliebt - ganz einfach, oder? Wenn da nicht der zwielichtige Farmarbeiter Jud wäre, der auch ein Auge auf Laurey geworfen hat. Als sich die kleine Farm auf ein großes Tanzfest vorbereitet und sich Curly und Laurey immer näher kommen, nimmt die Handlung eine erschreckende Wendung...
Regisseur Erik Petersen, der in 2021 bereits "Rebecca" für das Domplatz-Openair inszenierte, erzählt "Oklahoma!" locker, mitreißend und optimistisch mit vielen Tanz- und Steppeinlagen, visuellen Gags und Gute-Laune-Ensemblenummern - so wie ein Sommermusical eben sein muss.
Petersen scheut sich aber auch nicht davor, ernste Szenen ernst bleibenzulassen, ohne sie unnötig zu verlachen.
Das Theater Magdeburg hat weder Kosten noch Mühen für das diesjährige Domplatz-Openair gescheut. Das Auge des Zuschauers kommt kaum zur Ruhe, so viel gibt es auf der Bühne zu entdecken.
Domplatz-Openair glänzt mit Gesangs-Brillanz
Ob die detaillierte und liebevoll gestaltete Kulisse, die Unmengen an Kostümen und Requisiten oder die zahlreichen Pyro- und Show-Effekte: Das Publikum kommt aus dem Staunen kaum heraus!
Petersens Star-Ensemble tut dann sein Übriges. Sabrina Weckerlin und Nicky Wuchinger als Laurey und Curly faszinieren nicht nur mit brillanten Tönen und schillernden Harmonien, sondern auch mit viel Charme, kindlichem Witz, Anmut und Romantik.
Alexander Auler spielt Jud Fry, der als einer der ersten richtigen Antagonisten der Musical-Geschichte gilt - und spielt ihn grandios! Aulers Jud ist beunruhigend, fahrig und unheimlich. Er lauert wie ein dunkler Schatten über der sonst so fröhlichen Handlung und ist ein willkommenes Pendant zu den sonst eher überspitzten Charakteren.
Auch Kerstin Ibald als Tante Eller muss hervorgehoben werden. Wenn die Zuschauer nicht damit beschäftigt waren, ihren Gesang zu bewundern, dann lachten sie sich über ihre irrwitzige Art kaputt. Ibald wird immer wieder zum Hingucker des Abends - und das soll inmitten der pompösen Musicalmomente schon etwas heißen.
Ist "Rodgers & Hammersteins - Oklahoma!" einen Besuch wert?
Unterstützt werden die Hauptrollen vom Opernchor, Tänzern des Magdeburger Balletts und einem großen Live-Orchester - allesamt haben sichtbar Freude an der Show und sind mitverantwortlich dafür, dass am Ende des Premierenabends alle Zuschauer begeistert aus ihren Plätzen sprangen.
Fazit: Das Domplatz-Openair ist jedes Jahr ein kulturelles Highlight in der Elbestadt, so viel steht fest. Mit "Oklahoma!" hat das Theater Magdeburg die Messlatte wieder ein Stückchen weiter nach oben gesetzt.
Schockierend, mitreißend, romantisch oder witzig: dieses Musical hat alles, was man von einem gelungenen Theaterabend erwarten würde. Die einmalige Leistung des kompletten Ensembles ist es aber, was nachhaltig im Gedächtnis bleibt - selbst wenn man schon "Oh what a beautiful day"-singend nach Hause geht.
Weitere Vorstellungen findet Ihr im Spielplan des Theaters. Für einige Termine sind noch Restkarten verfügbar.
Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Andreas Lander

