Befreiter Buckelwal ist wieder gestrandet: Experten raten, das Tier erstmal in Ruhe zu lassen

Niendorf - Ein gestrandeter Buckelwal saß seit Montag auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Zwar konnte er sich in der Nacht zu Freitag selbst befreien, doch nun ist er erneut gestrandet! TAG24 berichtet im Liveticker.

Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.
Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.  © Sea Shepherd

Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren die vergangenen Tage vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Mehrere Rettungsversuche liefen zunächst ins Leere. Am Freitag der Wendepunkt: Der Buckelwal war plötzlich verschwunden, hatte sich selbst befreit. Nachdem er zunächst gefunden wurde, versuchten Boote, dem Tier den Weg ins offene Meer zu zeigen.

Doch am Samstag dann die erneute Wende, der Buckelwal tauchte kurz vor Wismar auf und geriet wieder auf eine Sandbank.

Experte nach Strandung eines Buckelwals sicher: "Dieses Tier wird sterben"
Ostsee Experte nach Strandung eines Buckelwals sicher: "Dieses Tier wird sterben"

Nun soll der Buckelwal erstmal in Ruhe gelassen werden.

Wenn er sich nicht über Nacht von alleine frei schwimmt, wird Sonntag über die nächste Rettungsaktion entschieden.

28. März, 18.05 Uhr: Wal soll in Ruhe gelassen werden

Einen neuen Rettungsversuch soll es erstmal nicht geben: "Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien", sagte der Meeresbiologe der Organisation Greenpeace, Thilo Maack, der dpa.

Das sei mit den anderen Akteuren vor Ort abgestimmt worden.

"Der Wal macht nach wie vor Anstalten loszuschwimmen", sagte Maack. Er habe am Samstag selbst im Schlauchboot in der Nähe des gestrandeten Tieres gesessen. "Wir hoffen daher, dass er sich selbst befreit."

Laut Maack sei der Buckelwal südlich von der Insel Walfisch gestrandet. Dort sei das Wasser deutlich tiefer als am Timmendorfer Strand, wo der Buckelwal vorher festsaß, so der Meeresbiologe.

Die Boote hätten sich nun zurückgezogen. "Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen", sagte er.

Wie es dem Tier gehe, sei derzeit schwer einzuschätzen und hänge von der Verfügbarkeit von Nahrung und davon ab, wie gestresst es sei.

In der Nacht soll die Wasserschutzpolizei vor Ort bleiben, um den Wal im Auge zu behalten.

Am Samstag waren die Wetterverhältnisse für mögliche Rettungsaktionen ohnehin ungünstig. Zudem würde es nicht mehr lange dauern, bis es dunkel werde, erklärte eine Biologin des Deutschen Meeresmuseums.

Nach Plan wollen die Experten laut Maack am Sonntag in die Bucht zurückkommen. TAG24 wird auch am Sonntag wieder berichten.

Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank kurz vor Wismar fest.
Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank kurz vor Wismar fest.  © Ferdinand Merzbach/News5/dpa

28. März, 16.09 Uhr: Gibt es heute noch einen Rettungsversuch?

Nach TAG24-Informationen soll es am Samstag keine Rettungsaktion mehr geben.

Offenbar soll der Buckelwal zunächst in Ruhe gelassen werden. Falls sich der Wal durch einen ansteigenden Wasserspiegel nicht selbst befreien kann, sollen am Sonntag weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Eine Bestätigung hierfür steht noch aus.

Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht fest.
Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht fest.  © Florian Manz / Greenpeace

28. März, 15.08 Uhr: Meeresbiologe Lehmann meldet sich zur Situation zu Wort

Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann meldete sich zu der Situation des Buckelwales auf Instagram zu Wort.

"Der Wal ist erneut gestrandet. Das hielt ich von Anfang an für das wahrscheinlichste Szenario", teilte der YouTuber in seiner Instagram-Story.

28. März, 14.49 Uhr: Gewissheit ist da! Buckelwal erneut gestrandet

Wie Greenpeace gegenüber TAG24 mitteilte, ist der Buckelwal tatsächlich erneut gestrandet!

Die Naturschutzorganisation ist mit zwei Schlauchbooten vor Ort. Auf diesen befinden sich zudem ein Wissenschaftler vom ITAW und ein Wissenschaftler vom Deutschen Meeresmuseum.

Aktuell sondieren sie die Lage. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar.

Der Buckelwal ist erneut auf einer Sandbank vor Wismar gestrandet.
Der Buckelwal ist erneut auf einer Sandbank vor Wismar gestrandet.  © NEWS5 / N5 DESK

28. März, 14.28 Uhr: Buckelwal mehrfach vor Wismar gesichtet

Der befreite Buckelwal ist erneut von mehreren Augenzeugen gesichtet worden.

Der Meeressäuger befindet sich in der Wismarbucht, in der Nähe der unbewohnten Insel Walfisch. Das bestätigte das Umweltministerium in Schwerin.

"Es ist unklar, ob er feststeckt oder nicht", sagte der Ministeriumssprecher der dpa.

Um dem Wal im Notfall helfen zu können, sind Einsatzkräfte von der Wasserschutzpolizei Wismar und Rostock, Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) und der Naturschutzorganisation Greenpeace im Wasser und am Land vor Ort.

Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" ist weiterhin im Einsatz, deswegen ist davon auszugehen, dass der Wal sich in der Nähe des Schiffes befindet (Standort: 14.25 Uhr).
Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" ist weiterhin im Einsatz, deswegen ist davon auszugehen, dass der Wal sich in der Nähe des Schiffes befindet (Standort: 14.25 Uhr).  © Screenshot: Vesselfinder.com

28. März, 13.57 Uhr: Wal offenbar erneut auf Sandbank gestrandet

Wie ein "Bild"-Reporter vor Ort berichtet, ist der Wal wieder gestrandet!

Demnach sei der Wal in der Wismarer Bucht auf Grund gelaufen. Greenpeace konnte die Strandung des Tieres noch nicht bestätigen.

Allerdings bestätigte Greenpeace, das der Wal vor der Insel "Walfisch" entdeckt worden ist.

28. März, 12.40 Uhr: Experten überprüfen Sichtung vom Wal bei Wismar

"Ich kann bestätigen, dass wir heute Vormittag eine Sichtungsmeldung bei Wismar hatten, die wir jetzt überprüfen", sagte Diana Meyen, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund.

Demnach werden auch Meldungen zu möglichen weiteren Sichtungen nahe der unbewohnten Insel Walfisch geprüft.

Außerdem wollen Experten des Meeresmuseums an Bord eines Bootes gehen, das den Wal seit dem Morgen sucht.

Die Experten wollen den Wal finden, um ihn weiter in tieferes Wasser der Ostsee zu drängen. Im Idealfall soll der junge Wal den Weg von der Ostsee über die Nordsee zurück in den Atlantik finden.

Wal-Sichtungen können Menschen auf der Homepage des Meeresmuseums und per Telefon melden.

"Das Tier ist gestresst und geschwächt. Es ist wichtig, dass es nicht durch private Suchen zusätzlich Stress bekommt", ergänzte Meyen.

28. März, 11.17 Uhr: Schwimmt der Buckelwal kurz vor Wismar?

Der Buckelwal soll vor Wismar gesehen worden sein, berichtet Greenpeace gegenüber TAG24.

Die Wasserschutzpolizei sei nun auf dem Weg, um zu schauen, ob sich das Tier wirklich vor Ort befindet.

Schon vor einigen Wochen war der Buckelwal bereits nach Wismar geschwommen und geriet dabei in den Hafen.

28. März, 11.08 Uhr: Greenpeace ist auf dem Weg nach Boltenhagen

Noch immer gibt es keine Spur von dem Buckelwal. Greenpeace hat sich mit dem ITAW über das weitere Vorgehen besprochen.

Sie sind nun mit zwei Booten auf den Weg nach Boltenhagen, um der Wasserschutzpolizei dort ihre Hilfe anzubieten.

"Wir wollen gemeinsam Ausschau nach dem Wal halten", so Greenpeace.

Außerdem rufen sie die Bevölkerung dazu auf, nach dem Wal zu schauen. Wer den Wal sieht, soll sich unter der offiziellen Hotline 0173 9688267 melden.

Das Boot "Uecker" der Wasserschutzpolizei fährt an der Ostseeküste vor Boltenhagen entlang und sucht nach dem Wal.
Das Boot "Uecker" der Wasserschutzpolizei fährt an der Ostseeküste vor Boltenhagen entlang und sucht nach dem Wal.  © Philip Dulian/dpa

28. März, 10.27 Uhr: Suche nach Buckelwal geht weiter

Ein Boot der Wasserschutzpolizei fährt weiterhin die Küste ab. "Das Seegebiet ist ziemlich riesig, das ist eine große Fläche für ein Boot, das ist schon Glückssache", sagte ein Sprecher.

Rund 65 Küstenkilometer fährt das Boot "Ucker" von der schleswig-holsteinischen Landesgrenze bis Warnmünde in Mecklenburg-Vorpommern.

Bis 18 Uhr soll die Suche nach dem Wal weiter nach dem Zufallsprinzip laufen. Je nach Entwicklung würde dann eine Nachtschicht übernehmen.

Zusätzlich ist das Polizeiboot "Walfisch" auf Streife unterwegs und unterstützt die Suche dadurch indirekt. Drohnen sollen bei der Suche momentan nicht eingesetzt werden. Außerdem setzt man zudem auf Sportboote, "die melden das dann auch an die Behörden, wenn die unterwegs sind und was sehen", erklärte der Sprecher.

Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" sucht weiterhin nach dem Buckelwal. Um 10.38 Uhr befand sie sich vor der Küste zwischen Steinbeck und Redewisch (Mecklenburg-Vorpommern).
Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" sucht weiterhin nach dem Buckelwal. Um 10.38 Uhr befand sie sich vor der Küste zwischen Steinbeck und Redewisch (Mecklenburg-Vorpommern).  © Screenshot: Vesselfinder.com

28. März, 9.18 Uhr: Greenpeace fordert Boote an

Nach dem Abbruch der Rettungsaktion am Freitag hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace nun vier Schlauchboote angefordert. Dennoch wollen die Einsatzkräfte eine erneute Sichtung abwarten.

Auch das Boot der Wasserschutzpolizei "Uecker" war bereits im Einsatz und befindet sich nun im Hafen Timmendorfer Strand.

Der Grund für die abgebrochene Aktion ist inzwischen ebenfalls bekannt: Demnach ließ sich der Wal nicht mehr von den Booten leiten und tauchte unter ihnen hindurch.

Titelfoto: Ferdinand Merzbach/News5/dpa

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