Buckelwal kommt vom Kurs ab, die Situation bleibt brenzlig

Niendorf - Ein gestrandeter Buckelwal saß seit Montag auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal befreite sich in der Nacht selbst. Jetzt ist das Ziel, ihn zurück ins offene Meer zu leiten. TAG24 berichtet im Liveticker.

Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal hatte sich über Nacht selbst befreit.
Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal hatte sich über Nacht selbst befreit.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren anschließend vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Noch am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren. Auch Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Auch am Donnerstag konnte der Einsatz mehrerer Bagger den Wal nicht komplett befreien. Am Freitag sollte die Rettungsaktion in eine neue Runde gehen, doch der Wal war nicht mehr da.

27. März, 14.34 Uhr: Wal kommt vom Kurs ab, Ufer rückt wieder näher

Das war so nicht geplant: Der Wal kommt der Küste nun wieder gefährlich nahe, nachdem er nach Osten abgedriftet ist.

Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt.

Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt. Sie begleitet den Wal.
Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt. Sie begleitet den Wal.  © Screenshot: Vesselfinder.com

27. März, 13.45 Uhr: Wal entfernt sich immer weiter von der Küste

Grundsätzlich ist der Wal weiter in der richtigen Richtung unterwegs.

Laut "Vesselfinder.com" befand sich die "Fehmarn", die das Tier auf seinem Weg begleitet, gegen 13.45 Uhr bereits ungefähr 12,6 Kilometer vom Niendorfer Strand entfernt auf offener See.

27. März, 13.24 Uhr: Biologe berichtet von brenzliger Situation

Brenzlige Situation auf dem Meer: Wie Meeresbiologe Robert Marc Lehmann via Instagram mitteilte, sei der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser geschwommen.

Mit einer "sanften Wegabschneidung", wie der YouTuber es bezeichnete, hätten die Einsatzkräfte das Tier vor einer erneuten Strandung bewahrt. Lehmann ist an Bord eines des Schiffe.

Laut Meeresbiologe Robert Marc Lehmann schwamm der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser. Auf Instagram postete er ein Video der Situation.
Laut Meeresbiologe Robert Marc Lehmann schwamm der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser. Auf Instagram postete er ein Video der Situation.  © Screenshot: Instagram/robertmarclehmann

27. März, 12.21 Uhr: Position des Wals kann nachverfolgt werden

Über die Seite "Vesselfinder.com" kann die genaue Position der beteiligten Boote und somit auch die ungefähre Position des Wals nachverfolgt werden.

Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom nächstgelegen Festland entfernt.

Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom Festland entfernt.
Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom Festland entfernt.  © Screenshot: Vesselfinder.com

27. März, 12.04 Uhr: Greenpeace-Aktivisten warnt vor Fischernetzen

Daniela von Schaper von Greenpeace hat gegenüber TAG24 erklärt, dass die Fischernetze in der Lübecker Bucht zum Problem für den Wal werden könnten.

Einige Fischer hätten demnach bereits versucht, ihre Stellnetze einzuholen, aber nicht alle. Mithilfe der Bootskolonne werde nun versucht, das Tier sicher an den Netzen vorbeizuleiten.

Das Risiko, dass der Wal sich verfange, sei "schwer abzuschätzen", erklärte die Aktivistin.

Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper warnt vor dem Risiko, dass sich der Wal in Fischernetzen verfangen könnte.
Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper warnt vor dem Risiko, dass sich der Wal in Fischernetzen verfangen könnte.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 11.50 Uhr: ITAW-Expertin klärt über weiteres Vorgehen auf

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen. Geplant sei demnach, den Wal auf jeden Fall den kompletten Tag zu begleiten.

Solange er in die richtige Richtung schwimme, würden die Boote reichlich Abstand halten. Sie würden erst aktiv, sollte er den Kurs wieder ändern, so Groß.

Mit Blick auf die Ereignisse seit Montag sprach die Expertin von "nervenaufreibenden, langen Tagen". Das Ganze habe auch sie "emotional mitgenommen".

Angesichts des großen Medieninteresses betonte Groß, dass es wichtig sei, "die Bevölkerung mitzunehmen" und zu zeigen, was passiere. Auch intern wolle man nachbereiten, was gut gelaufen sei und was nicht.

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen.
Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 11.15 Uhr: Meeresbiologe spricht von "Harakiri"-Aktion

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.

Der YouTuber sprach angesichts der vielen Boote von einer "Harakiri-Aktion", die den Wal verunsichert habe. Das Tier sei "orientierungslos und panisch", erklärte Lehmann.

Er widersprach allerdings der Greenpeace-Aktivistin Teichmann, die erklärt hatte, dass der Wal sehr langsam schwimme und wenig tauche. Er verhalte sich für einen Wal, der tagelang gestandet war, "ganz normal". Was nun im weiteren Verlauf passiere, könne er nicht sagen, so Lehmann.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.
Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 10.52 Uhr: Wal schwimmt langsam und taucht wenig

Wie Teichmann gegenüber TAG24 erklärte, schwimme der Wal derzeit sehr langsam und tauche wenig. Zu seinem Gesundheitszustand könne man aktuell aber keine gesicherten Angaben machen.

Laut Augenzeugen haben sich der Wal und die Boote wieder ein gutes Stück von der Küste entfernt. Demnach seien die beteiligten Boote vom Strand "gerade noch so zu erkennen".

27. März, 10.37 Uhr: Wal schwimmt wieder in die richtige Richtung

Was für ein Krimi! Laut Augenzeugen schwimmt der Wal nun wieder in die richtige Richtung, vom Strand weg.

TAG24 ist in Kontakt mit Greenpeace-Aktivistin Heinke Teichmann, die sich an Bord eines der beteiligten Boote befindet. Sie erklärt, dass das Tier mithilfe eines "engen Verbands" aus mehreren Booten von der Küste weggeführt werden soll.

27. März, 10.22 Uhr: Wal nur noch 50 Meter vom Strand entfernt

Laut Augenzeugen vor Ort ist der Wal nun plötzlich nur noch 50 Meter vom Strand entfernt und schwimmt parallel zum Ufer.

Die Boote versuchen alles, um ihn vor einer erneuten Strandung zu bewahren.

Mit mehreren Booten versuchen die Einsatzkräfte, den Wal vor einer erneuten Strandung zu bewahren.
Mit mehreren Booten versuchen die Einsatzkräfte, den Wal vor einer erneuten Strandung zu bewahren.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 10.15 Uhr: Wal plötzlich zurück in der Lübecker Bucht

Das gibt es nicht! Nachdem er fast eine Stunde lang nicht gesichtet worden war, ist der Wal nun wieder in der Nähe des Niendorfer Strandes aufgetaucht.

Die Einsatzkräfte sind mit sieben Booten auf dem Wasser, um das Tier vom Strand fernzuhalten und eine erneute Strandung zu verhindern.

Nach Einschätzung von Christin Otto von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd trennen den Wal jetzt nur noch wenige hundert Meter von der Stelle, an der er tagelang gestrandet war.

Plötzlich tauchte der Wal wieder unweit des Niendorfer Strandes auf, wo er tagelang gestrandet war.
Plötzlich tauchte der Wal wieder unweit des Niendorfer Strandes auf, wo er tagelang gestrandet war.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 10.06 Uhr: Wal muss auf Heimweg einige Engstellen passieren

Thilo Maack von Greenpeace wertete den Umstand, dass der Wal seit Längerem nicht mehr gesichtet wurde, gegenüber TAG24 als "sehr gutes Zeichen". Dies spreche dafür, dass er nicht mehr in Nähe des Festlandes sei.

Problematisch könne allerdings werden, dass es auf dem Weg durch die Nordsee bis in den Atlantik immer wieder Engstellen gebe - sowohl in deutschen, als auch in dänischen Gewässern.

Buckelwale orientieren sich demnach vor allem auf Sicht und anhand ihrer Erfahrungen. "Er hat noch eine Reise vor sich", verdeutlichte Maack.

Titelfoto: Fotomontage: Screenshot: Vesselfinder.com, Screenshot: Instagram/robertmarclehmann

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