Buckelwal schwimmt der Freiheit entgegen, Boote begleiten ihn

Niendorf - Ein gestrandeter Buckelwal saß seit Montag auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal hat sich selbst befreit. TAG24 berichtet erneut im Liveticker von vor Ort.

Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal hatte sich über Nacht selbst befreit.
Am Freitag sollte die Rettungsaktion weitergehen, doch der Wal hatte sich über Nacht selbst befreit.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Noch am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren. Auch Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Auch am Donnerstag konnte der Einsatz mehrerer Bagger den Wal nicht komplett befreien. Am Freitag sollte die Rettungsaktion in eine neue Runde gehen, doch der Wal war nicht mehr da.

27. März, 9.49 Uhr: Wal konnte nicht mit einem Sender versehen werden

Warum wurde der Wal eigentlich nicht mit einem Sender versehen, um seinen Weg in die Freiheit nahtlos nachverfolgen zu können?

Die Haut des Tieres habe dies durch ihren schlechten Zustand nicht möglich gemacht, wie Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte.

27. März, 9.27 Uhr: Wal seit längerer Zeit nicht mehr gesichtet worden

Der Wal wurde mittlerweile seit rund 20 Minuten nicht mehr gesichtet. Nun soll eine sogenannte "Long Range Drohne" zum Einsatz kommen, die speziell für längere Strecken konzipiert ist.

TAG24 ist mittlerweile nicht mehr an Bord des Greenpeace-Bootes. Da das Tier längere Zeit nicht mehr gesichtet wurde, soll sich der Bootsverband offenbar demnächst auflösen. Das ist aber noch nicht sicher.

27. März, 9.20 Uhr: Aufräumarbeiten am Niendorfer Strand

Während der Wal auf dem besten Weg Richtung offenes Meer ist, finden am Niendorfer Strand bereits die Aufräumarbeiten statt.

Die Bagger werden für ihren Abtransport vorbereitet, die Bojen wurden an Land geholt und die Absperrzäune abgebaut.

Am Niendorfer Strand finden bereits die Aufräumarbeiten statt.
Am Niendorfer Strand finden bereits die Aufräumarbeiten statt.  © NEWS5/Sebastian Peters

27. März, 8.49 Uhr: Wal schwimmt der Freiheit entgegen

Auf den Booten macht sich Hoffnung breit: Der Wal hat sich mittlerweile ein gutes Stück von der Küste entfernt und ist auf dem besten Weg, die Lübecker Bucht zu verlassen.

Die Maßnahmen der Einsatzkräfte vor Ort scheinen tatsächlich Früchte zu tragen. Das bestätigte auch Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) auf dem Festland.

27. März, 8.37 Uhr: Wal scheint nicht allzu gestresst zu sein

Ole Lorenzen, der Skipper des Greenpeace-Bootes, erklärte gegenüber TAG24, dass der Wal "alle zwei, drei Minuten" auftauche und sich offenbar frei bewege.

Sein Kollege Thilo Maack verdeutlichte, dass das minutenlange Tauchen dafür spreche, dass das Tier ruhig atme und nicht allzu gestresst sei.

Ruhig schlafen könne der Greenpeace-Aktivist aber erst, wenn der Wal es zumindest bis in die Nordsee geschafft habe. "Das wird aber eher Tage als Stunden dauern", so Maack.

Greenpeace-Aktivist Thilo Maack kann laut eigener Aussage erst ruhig schlafen, wenn der Wal es bis in die Nordsee geschafft hat.
Greenpeace-Aktivist Thilo Maack kann laut eigener Aussage erst ruhig schlafen, wenn der Wal es bis in die Nordsee geschafft hat.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 8.25 Uhr: Bürgermeister spricht von "großartiger" Arbeit

Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, hat sich am Strand erleichtert über die Befreiung des Wals gezeigt. Er dankte allen Helfern und sprach von einer "großartigen" Arbeit.

"Nach den schrecklichen Nachrichten der letzten Monate, nach Kriegen und Krisen ist das eine gute Nachricht. Und alleine das ist schon ein Grund, sich zu freuen", betonte der Politiker.

Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, hat sich am Strand erleichtert über die Befreiung des Wals gezeigt.
Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, hat sich am Strand erleichtert über die Befreiung des Wals gezeigt.  © Marcus Brandt/dpa

27. März, 8.13 Uhr: Boote wollen den Wal vom Strand fernhalten

Um den durch die innere Lübecker Bucht schwimmenden Wal vor einer erneuten Strandung zu bewahren, hat sich nun ein Bootsverband aus fünf Booten gebildet, die im Abstand von zwei Bootslängen hintereinander herfahren.

Das Ziel ist es, immer zwischen Strand und Wal zu bleiben, um das Tier mithilfe der Motorengeräusche vom Strand fernzuhalten.

An Bord der Boote sind auch zwei Meeresbiologen, darunter Robert Marc Lehmann.

TAG24 ist an Bord eines Greenpeace-Bootes, das sich an der Rettungsmission beteiligt.
TAG24 ist an Bord eines Greenpeace-Bootes, das sich an der Rettungsmission beteiligt.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 7.55 Uhr: Wal wird von Schiff der Küstenwache begleitet

TAG24 befindet sich vor Ort auf einem Boot von Greenpeace, das sich an der Rettungsmission beteiligt.

Der Wal wird währenddessen eng von einem Schiff der Küstenwache begleitet.

Der Wal ist im offenen Meer unterwegs. Findet er den langen Weg zurück in den Atlantik?
Der Wal ist im offenen Meer unterwegs. Findet er den langen Weg zurück in den Atlantik?  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 7.47 Uhr: Wal befindet sich wieder vor der Niendorfer Küste

Wie Christin Otto von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd gegenüber TAG24 erklärte, sei der Wal nun erneut vor Niendorf gesichtet worden. "Ich habe ihn selbst gesehen", so Otto.

Das Ziel sei nun, dem Tier mithilfe von zahlreichen Booten den richtigen Kurs zu zeigen. Otto sprach von einer "dynamischen Situation".

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal es tatsächlich zurück in den Atlantik schaffe, stufte allerdings auch die Expertin als "sehr gering" ein - auch, weil das Tier sich bereits in den vergangenen Wochen immer im Gebiet unweit der Küste aufgehalten habe. Trotzdem gebe es eine kleine Chance.

Mithilfe von zahlreichen Booten wollen die Einsatzkräfte vor Ort dem Wal in Richtung Freiheit verhelfen.
Mithilfe von zahlreichen Booten wollen die Einsatzkräfte vor Ort dem Wal in Richtung Freiheit verhelfen.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 7.36 Uhr: Experte macht sich Sorgen über Zustand des Wals

Sollte der Wal tatsächlich vor Scharbeutz gesichtet worden sein, sei das ein gutes Zeichen, erklärte Lehmann. Das Tier sei auf dem richtigen Weg.

Sorgen mache ihm allerdings die Gesundheit des Kolosses. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser den Weg zurück in den Atlantik finde, werde aufgrund seines Zustands gemindert.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann bestätigte vor Ort, dass sich der Wal freigeschwommen habe.
Meeresbiologe Robert Marc Lehmann bestätigte vor Ort, dass sich der Wal freigeschwommen habe.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 7.26 Uhr: Meeresbiologe bestätigt Befreiung des Wals

Wie Meeresbiologe Robert Marc Lehmann vor Ort bestätigte, hat sich der Wal in der Nacht freigeschwommen.

Man müsse nun schauen, ob er irgendwo gesichtet werde. Er selbst hoffe, dass das nicht passiere, dass sei eigentlich das beste Szenario, so der YouTuber.

Titelfoto: Fotomontage: TAG24/Tobias Bruns

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