Die Suche geht weiter: Schwimmt der Buckelwal vor Wismar?

Niendorf - Ein gestrandeter Buckelwal saß seit Montag auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Zwar konnte er sich in der Nacht zu Freitag selbst befreien, nun versuchen Boote jedoch weiterhin, ihn zurück ins offene Meer zu leiten. TAG24 berichtet im Liveticker.

Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.
Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.  © Sea Shepherd

Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren die vergangenen Tage vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Mehrere Rettungsversuche liefen zunächst ins Leere. Am Freitag der Wendepunkt: Der Buckelwal war plötzlich verschwunden, hatte sich selbst befreit. Nachdem er zunächst gefunden wurde, versuchten Boote, dem Tier den Weg ins offene Meer zu zeigen.

Am Samstag soll das Begleiten des Wals weitergehen, allerdings wurde er seit mehreren Stunden von niemanden mehr gesehen. Die Suche läuft weiter.

28. März, 11.17 Uhr: Schwimmt der Buckelwal kurz vor Wismar?

Der Buckelwal soll vor Wismar gesehen worden sein, berichtet Greenpeace gegenüber TAG24.

Die Wasserschutzpolizei sei nun auf dem Weg, um zu schauen, ob sich das Tier wirklich vor Ort befindet.

Schon vor einigen Wochen war der Buckelwal bereits nach Wismar geschwommen und geriet dabei in den Hafen.

28. März, 11.08 Uhr: Greenpeace ist auf dem Weg nach Boltenhagen

Noch immer gibt es keine Spur von dem Buckelwal. Greenpeace hat sich mit dem ITAW über das weitere Vorgehen besprochen.

Sie sind nun mit zwei Booten auf den Weg nach Boltenhagen, um der Wasserschutzpolizei dort ihre Hilfe anzubieten.

"Wir wollen gemeinsam Ausschau nach dem Wal halten", so Greenpeace.

Außerdem rufen Sie die Bevölkerung dazu auf, nach dem Wal zu schauen. Wer den Wal sieht, soll sich unter der offiziellen Hotline 0173 9688267 melden.

Das Boot "Uecker" der Wasserschutzpolizei fährt an der Ostseeküste vor Boltenhagen entlang und sucht nach dem Wal.
Das Boot "Uecker" der Wasserschutzpolizei fährt an der Ostseeküste vor Boltenhagen entlang und sucht nach dem Wal.  © Philip Dulian/dpa

28. März, 10.27 Uhr: Suche nach Buckelwal geht weiter

Ein Boot der Wasserschutzpolizei fährt weiterhin die Küste ab. "Das Seegebiet ist ziemlich riesig, das ist eine große Fläche für ein Boot, das ist schon Glückssache", sagte ein Sprecher.

Rund 65 Küstenkilometer fährt das Boot "Ucker" von der schleswig-holsteinischen Landesgrenze bis Warnmünde in Mecklenburg-Vorpommern.

Bis 18 Uhr soll die Suche nach dem Wal weiter nach dem Zufallsprinzip laufen. Je nach Entwicklung würde dann eine Nachtschicht übernehmen.

Zusätzlich ist das Polizeiboot "Walfisch" auf Streife unterwegs und unterstützt die Suche dadurch indirekt. Drohnen sollen bei der Suche momentan nicht eingesetzt werden. Außerdem setzt man zudem auf Sportboote, "die melden das dann auch an die Behörden, wenn die unterwegs sind und was sehen", erklärte der Sprecher.

Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" sucht weiterhin nach dem Buckelwal. Um 10.38 Uhr befand sie sich vor der Küste zwischen Steinbeck und Redewisch (Mecklenburg-Vorpommern).
Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" sucht weiterhin nach dem Buckelwal. Um 10.38 Uhr befand sie sich vor der Küste zwischen Steinbeck und Redewisch (Mecklenburg-Vorpommern).  © Screenshot: Vesselfinder.com

28. März, 9.18 Uhr: Greenpeace fordert Boote an

Nach dem Abbruch der Rettungsaktion am Freitag hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace nun vier Schlauchboote angefordert. Dennoch wollen die Einsatzkräfte eine erneute Sichtung abwarten.

Auch das Boot der Wasserschutzpolizei "Uecker" war bereits im Einsatz und befindet sich nun im Hafen Timmendorfer Strand.

Der Grund für die abgebrochene Aktion ist inzwischen ebenfalls bekannt: Demnach ließ sich der Wal nicht mehr von den Booten leiten und tauchte unter ihnen hindurch.

28. März, 8.28 Uhr: Bisher keine Wal-Sichtungen gemeldet - Suche läuft an

Seit Abbruch der Beobachtung des von einer Sandbank vor dem Niendorfer Strand befreiten Buckelwals am Freitag sind zunächst keine neuen Sichtungen gemeldet worden.

Die Suche solle bald aufgenommen werden, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Wismar am Morgen. Das Tier sei wahrscheinlich in der westlichen Ostsee unterwegs.

Es habe keine Sichtungen gegeben, sagte er. Auch den Kollegen in Travemünde, mit denen man in Kontakt stehe, sei nichts bekannt. Eine Sprecherin der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd sagte ebenso: "Wir warten auf Sichtungen aus der Bevölkerung." Man habe seit dem Freitagnachmittag keine Neuigkeiten.

Laut dem Sprecher der Wasserschutzpolizei soll demnächst das Boot "Uecker" auslaufen, um gezielt zwischen der schleswig-holsteinischen Landesgrenze und der Insel Poel in der Wismarer Bucht zu suchen.

Seit Tagen bangen Experten um den Wal in der Ostsee. Zwar befreite er sich, er hat aber noch einen weiten Weg Richtung Nordsee vor sich. Nachts wurde er offenbar nicht gesichtet.
Seit Tagen bangen Experten um den Wal in der Ostsee. Zwar befreite er sich, er hat aber noch einen weiten Weg Richtung Nordsee vor sich. Nachts wurde er offenbar nicht gesichtet.  © Marcus Brandt/dpa

27. März, 17.30 Uhr: Einsatzkräfte wollen am Samstag wieder rausfahren

Obwohl die Einsatzkräfte die Aktion am Freitag abgebrochen haben, geben sie nicht auf. Am Samstag wollen sie den Wal erneut begleiten und ihn ins offene Meer leiten.

Voraussetzung sei jedoch, dass die Position des Wals ausgemacht werden könne. Auch die Bevölkerung solle aufmerksam bleiben und gegebenenfalls Walsichtungen melden. TAG24 wird auch am Samstag wieder berichten.

27. März, 16.50 Uhr: Walbegleitung abgebrochen - So geht es weiter

Die Aktion der Boots-Eskorte wurde für heute abgebrochen! Das bestätigte Christin Otto von Sea Shepherd auf Nachfrage von TAG24. Der Grund? "Es gab keine Veränderung mehr und es war auch keine Veränderung mehr in Sicht", erklärt die Expertin. Der Wal halte sich nur noch sehr nahe an der Küste auf Höhe von Boltenhagen auf.

"Dann hat sich das Team dazu entschieden, ihn jetzt erst einmal in Ruhe zu lassen und Abstand zu geben", so Otto weiter. Demnach sei die Aktion für heute beendet.

Wie es morgen weitergeht? Sea Shepherd werde erste einmal auf Abruf zur Verfügung stehen. Schließlich müsse der Wal zunächst gefunden werden, um ihn weiter begleiten zu können. Ziel ist es jedoch weiterhin in Zusammenarbeit mit Wasserschutzpolizei und den anderen Organisationen das Tier in die richtige Richtung zu leiten.

27. März, 16.34 Uhr: Wal befindet sich vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns

Dadurch, dass der Wal aktuell sehr nah an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern schwimmt, sei nun entsprechend die Wasserschutzpolizei dieses Bundeslandes zuständig. Das erklärte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein.

Ob der verschobene Zuständigkeitsbereich nun auch der Grund dafür ist, dass die Boote teilweise abrücken, konnte der Sprecher jedoch nicht bestätigen. Die Mitarbeitenden des ITAW an Bord des Küstenwachen-Bootes werden derzeit zurück nach Niendorf gebracht.

27. März, 16.05 Uhr: Boote brechen Begleitung des Wals teilweise ab

Überraschende Wendung: Die Küstenwache habe offenbar vor, die Begleitung des Wals in Kürze abzubrechen. Das bestätigte Daniela von Schaper von Greenpeace auf Nachfrage von TAG24. Den Grund dafür konnte sie jedoch bislang nicht nennen.

Auch Greenpeace überlege nun, ob es den Wal noch länger mit dem Boot bis zum Einbruch der Dunkelheit begleitet oder ob es ebenfalls abbricht. "Das wird gerade noch bewertet", so die Expertin.

"Die Idee ist jedoch schon, den Wal auch am Wochenende noch weiter zu begleiten", erklärt von Schaper weiter.

Eigentlich sollte die Boots-Eskorte den Wal aus der Lübecker Bucht navigieren.
Eigentlich sollte die Boots-Eskorte den Wal aus der Lübecker Bucht navigieren.  © NEWS5 / N5 DESK

27. März, 14.34 Uhr: Wal kommt vom Kurs ab, Ufer rückt wieder näher

Das war so nicht geplant: Der Wal kommt der Küste nun wieder gefährlich nahe, nachdem er nach Osten abgedriftet ist.

Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt.

Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt. Sie begleitet den Wal.
Die "Fehmarn" befand sich gegen 14.30 Uhr nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt. Sie begleitet den Wal.  © Screenshot: Vesselfinder.com

27. März, 13.45 Uhr: Wal entfernt sich immer weiter von der Küste

Grundsätzlich ist der Wal weiter in der richtigen Richtung unterwegs.

Laut "Vesselfinder.com" befand sich die "Fehmarn", die das Tier auf seinem Weg begleitet, gegen 13.45 Uhr bereits ungefähr 12,6 Kilometer vom Niendorfer Strand entfernt auf offener See.

27. März, 13.24 Uhr: Biologe berichtet von brenzliger Situation

Brenzlige Situation auf dem Meer: Wie Meeresbiologe Robert Marc Lehmann via Instagram mitteilte, sei der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser geschwommen.

Mit einer "sanften Wegabschneidung", wie der YouTuber es bezeichnete, hätten die Einsatzkräfte das Tier vor einer erneuten Strandung bewahrt. Lehmann ist an Bord eines der Schiffe.

Laut Meeresbiologe Robert Marc Lehmann schwamm der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser. Auf Instagram postete er ein Video der Situation.
Laut Meeresbiologe Robert Marc Lehmann schwamm der Wal zeitweise durch nur zwei Meter tiefes Wasser. Auf Instagram postete er ein Video der Situation.  © Screenshot: Instagram/robertmarclehmann

27. März, 12.21 Uhr: Position des Wals kann nachverfolgt werden

Über die Seite "Vesselfinder.com" kann die genaue Position der beteiligten Boote und somit auch die ungefähre Position des Wals nachverfolgt werden.

Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom nächstgelegenen Festland entfernt.

Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom Festland entfernt.
Gegen 12.20 Uhr befand sich die "Fehmarn", das Schiff der Küstenwache, rund 4,5 Kilometer vom Festland entfernt.  © Screenshot: Vesselfinder.com

27. März, 12.04 Uhr: Greenpeace-Aktivisten warnt vor Fischernetzen

Daniela von Schaper von Greenpeace hat gegenüber TAG24 erklärt, dass die Fischernetze in der Lübecker Bucht zum Problem für den Wal werden könnten.

Einige Fischer hätten demnach bereits versucht, ihre Stellnetze einzuholen, aber nicht alle. Mithilfe der Bootskolonne werde nun versucht, das Tier sicher an den Netzen vorbeizuleiten.

Das Risiko, dass der Wal sich verfange, sei "schwer abzuschätzen", erklärte die Aktivistin.

Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper warnt vor dem Risiko, dass sich der Wal in Fischernetzen verfangen könnte.
Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper warnt vor dem Risiko, dass sich der Wal in Fischernetzen verfangen könnte.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 11.50 Uhr: ITAW-Expertin klärt über weiteres Vorgehen auf

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen. Geplant sei demnach, den Wal auf jeden Fall den kompletten Tag zu begleiten.

Solange er in die richtige Richtung schwimme, würden die Boote reichlich Abstand halten. Sie würden erst aktiv, sollte er den Kurs wieder ändern, so Groß.

Mit Blick auf die Ereignisse seit Montag sprach die Expertin von "nervenaufreibenden, langen Tagen". Das Ganze habe auch sie "emotional mitgenommen".

Angesichts des großen Medieninteresses betonte Groß, dass es wichtig sei, "die Bevölkerung mitzunehmen" und zu zeigen, was passiere. Auch intern wolle man nachbereiten, was gut gelaufen sei und was nicht.

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen.
Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat mit TAG24 über das weitere Vorgehen gesprochen.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 11.15 Uhr: Meeresbiologe spricht von "Harakiri"-Aktion

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.

Der YouTuber sprach angesichts der vielen Boote von einer "Harakiri-Aktion", die den Wal verunsichert habe. Das Tier sei "orientierungslos und panisch", erklärte Lehmann.

Er widersprach allerdings der Greenpeace-Aktivistin Teichmann, die erklärt hatte, dass der Wal sehr langsam schwimme und wenig tauche. Er verhalte sich für einen Wal, der tagelang gestrandet war, "ganz normal". Was nun im weiteren Verlauf passiere, könne er nicht sagen, so Lehmann.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.
Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich gegenüber TAG24 äußerst verärgert gezeigt.  © TAG24/Tobias Bruns

27. März, 10.52 Uhr: Wal schwimmt langsam und taucht wenig

Wie Teichmann gegenüber TAG24 erklärte, schwimme der Wal derzeit sehr langsam und tauche wenig. Zu seinem Gesundheitszustand könne man aktuell aber keine gesicherten Angaben machen.

Laut Augenzeugen haben sich der Wal und die Boote wieder ein gutes Stück von der Küste entfernt. Demnach seien die beteiligten Boote vom Strand "gerade noch so zu erkennen".

Titelfoto: Philip Dulian/dpa

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