Experte erklärt weiteres Vorgehen für "Timmy"-Rettung: Bergung frühestens Sonntag erwartet

Niendorf/Wismar/Poel - Das Schicksal von Buckelwal "Timmy" bewegt weiter die Menschen. In den vergangenen Wochen ist der Ozeanriese mehrfach in der Ostsee gestrandet. Zuletzt keimte wieder Hoffnung auf. Gelingt eine Rettung des Tieres etwa doch noch? TAG24 berichtet im Liveticker.

Die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative versuchen weiterhin, Buckelwal "Timmy" lebend zurück in den Atlantik zu bringen.  © Jens Büttner/dpa

Am 23. März war der Wal auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, doch der Wal konnte sich schließlich selbst befreien - um kurz darauf mehrfach vor Wismar zu stranden.

Nach einer erneuten Befreiung lag er seit dem 31. März vor der Insel Poel - alles sah danach aus, als würde der Koloss dort sterben. Am 16. April trat jedoch plötzlich eine private Rettungsinitiative auf den Plan. Sie wollte den Wal aufs offene Meer hinausziehen.

Entsprechende Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, doch am Montag (20. April) befreite sich der Buckelwal selbst, ehe er noch am selben Tag wieder zum Liegen kam.

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Während mehrere Experten dazu raten, das Tier nun in Ruhe zu lassen, gibt die private Initiative trotz interner Unruhen nicht auf - sie will "Timmy" lebend zurück in den Atlantik bringen.

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23. April, 20.34 Uhr: Tierärztin sieht Mängel im ersten Gutachten

Nun gibt auch Tierärztin Dr. Kirstin Tönnies noch ein Statement ab. Die Expertin äußert sich zu dem ersten Gutachten. "Ich würde aus tierärztlicher Sicht sagen, dass das erste Gutachten Mängel hatte", so Tönnies. Aus ihrer Sicht hätten noch weitere Messungen durchgeführt werden sollen.

Das neue Gutachten, das gerade entsteht, werde mit "vollkommener tierärztlicher Expertise geschrieben". Die Priorität sei auch hier der Schutz des Wals. "Es geht darum, ob das Tier lebt oder stirbt. Und da muss man die Verhältnismäßigkeiten der Maßnahmen abwägen. Und dafür werden wir sorgen, dass das Verhältnis passt."

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23. April, 20.08 Uhr: Chef-Taucher Fred Babbel erklärt weiteres Vorgehen

Chef-Taucher Fred Babbel tritt vor die Mikrofone. "Wir wollten eigentlich das Netz unter den Wal legen", so der Experte. Doch daraus wurde nichts. Dadurch, dass die Retter nicht genau wissen, wie der Buckelwal auf das Netz reagieren würde, hat das Team nun einen anderen Zeitplan.

Erst einen Tag bevor der Wal aus dem Becken gehoben werden soll, soll das Netz unter das Tier gelegt werden, um es zu bergen. So werde vermieden, dass Timmy tagelang auf dem Netz liegen müsse. Dieses ist letztendlich dazu da, den Wal aus dem Wasserbecken, in dem er aktuell liegt, herauszuheben.

Zudem wurde am Donnerstag weiterhin mit den Baggern der kleine Verbindungskanal zur Seewasserstraße ausgesaugt. Dieser umfasst nun 40 Meter Länge, zehn Meter Breite und circa zwei Meter Tiefe. "Wir sind guter Dinge, dass wir morgen den ersten Stich ins Fahrwasser bekommen", so der Experte weiter.

Es werde erwartet, dass die Baggerarbeiten am Samstagmorgen fertiggestellt werden können. Danach sollen alle Vorbereitungen für die Bergung getroffen werden. Dennoch müsse auch immer das Wetter und der sich ändernde Wasserstand berücksichtigt werden. Sollten die Bedingungen passen, werde Sonntag oder Montag mit der Bergung von Timmy gerechnet.

Das neue Konzept wurde nach Angaben von Babbel dem Minister nun vorgelegt. Es müssen jedoch noch einige Korrekturen vorgenommen werden. Sobald die Retter grünes Licht bekommen, könne das Konzept auch öffentlich gemacht werden.

Chef-Taucher Fred Babbel erklärt das weitere Vorgehen. (Archivfoto)  © NEWS5 / Stephan Fricke

23. April, 19.22 Uhr: Statement in Kürze erwartet

Nach Angaben von NEWS5 soll der Buckelwal am Nachmittag sogar für einen kurzen Moment das Maul geöffnet haben, als ihm Futter angeboten wurde. Ein Statement von der Rettungsinitiative oder Minister Backhaus wird in Kürze erwartet.

23. April, 18.15 Uhr: Team-Stimmung und Gesundheitszustand des Wals als "gut" betitelt

Ob das neue Konzept vom Ministerium nun genehmigt wurde, ist noch nicht bekannt. Auch auf dem Wasser lassen sich am Nachmittag kaum Aktivitäten der Initiative erkennen. Möglicherweise führt der erneute Abstimmungsbedarf für das überarbeitete Konzept zu weiteren Verzögerungen. Auch Timmy zeigt mittlerweile eher wenig Aktivität.

Der Gesundheitszustand des Buckelwals sei nach Angaben von NEWS5 jedoch als "gut" von den Experten betitelt worden. So habe sich nach Aussage der Tierärzte unter anderem die Haut des Tieres deutlich verbessert. Offiziell bestätigt wurde die Info von den Experten allerdings noch nicht. Auch die Stimmung im Retter-Team, die in den letzten Tagen immer mal wieder schwankte, seit aktuell gut.

23. April, 16.48 Uhr: Buckelwal wird mit Wasser benetzt

Immer wieder sind Helfer bei Timmy im Wasser. Während immer noch die weißen Laken auf seinem Rücken liegen, befeuchten Retter die Haut des Meeressäugers mit Wassereimern.

Auch die Geldgeber fiebern mit. "Ich möchte das Tier endlich verbringen", sagte die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die gemeinsam mit Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz das Projekt finanziert, der Deutschen Presse-Agentur. Man arbeite "weiter mit Hochdruck" an der Rettung.

Helfer benetzen das Tier weiterhin mit Wasser.  © Jens Büttner/dpa

23. April, 15.58 Uhr: Neue Wal-Experten offenbar bei Timmy

Ein neues Konzept zur Bergung des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee hat bisher keine Erlaubnis der Behörden bekommen. Noch lägen die notwendigen Unterlagen zur Bewertung des Vorhabens nicht vor, teilte eine Sprecherin von Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) mit.

So stand bereits im Raum, dass das rund zwölf Tonnen schwere Tier nach Angaben aus dem Kreis der Initiative mit einer sogenannten Barge transportiert werden soll. Dabei handelt es sich um einen etwa 15 Meter breiten, absenkbaren Lastkahn, der nicht selbstständig fährt, sondern von Schleppern gezogen wird. Ob das neue Konzept den Segen der Behörden bekommt, ist offen.

Mittlerweile ist offenbar auch das neue "Free Willy"-Team eingetroffen und verschafft sich im Wasser einen Überblick.

23. April, 14.57 Uhr: Walrettung offenbar erst am Montag

Derzeit ist ein Bagger am Werk. Der Plan sei es, damit den Kanal weiter auszugraben, um die Verbindung vom Wasserbecken zur Seewasserstraße herzustellen. Diese Mission soll allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. So seien nach Angaben von NEWS5 auch weitere Geräte auf dem Weg, die dabei unterstützen sollen.

Die Baggerarbeiten können offenbar sogar noch mehrere Tage andauern. Die eigentliche Wal-Rettung solle deshalb erst am Montag stattfinden. Offiziell bestätigt ist diese Info allerdings noch nicht. Bis da hin laufen die Vorbereitungsmaßnahmen. Wie genau die Rettung schließlich aussehen soll, ist bislang immer noch nicht genau bekannt.

Mit einem Bagger wird eine Art Kanal ausgegraben.  © Jens Büttner/dpa

23. April, 14.25 Uhr: Bagger gräbt weiterhin

Weiterhin liegen die Tücher auf dem Rücken des Tieres. Timmy zeigt Aktivität. Immer wieder pustet er Wasserfontänen aus seinem Blasrohr. Aktuell sind allerdings keine Helfer direkt beim Wal im Wasser. Lediglich der Bagger ist im Einsatz.

23. April, 12.30 Uhr: Timmy wird wieder mit Tüchern bedeckt

Timmy wird aktuell von den Helfern erneut mit in Zinksalbe getränkten Tüchern bedeckt und mit Salzwasser begossen.

Die Helfer fahren wieder mit einem Paddleboard an den Wal.  © NEWS5 / Lars Haubner

23. April, 11.35 Uhr: Tierschützer kritisieren neue Rettungspläne

Tierschützer kritisieren die neuen Pläne zur Rettung von "Timmy" mit einer Art Lastkahn. "Das ist aus unserer Sicht nicht als minimalinvasiv einzuschätzen und kann zu Stress für den Wal führen - das halten wir nicht für zielführend", sagte Bianca König, Sprecherin der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC).

Das Tier würde dabei großem Leid und Stress ausgesetzt werden. Aus ihrer Sicht solle der Wal in Ruhe gelassen werden, höchstenfalls solle man palliative Maßnahmen durchführen.

Taucher-Chef Fred Babbel am Donnerstag während einer spontanen Pressekonferenz.  © NEWS5 / Stephan Fricke

23. April, 11.32 Uhr: So soll es am Donnerstag weitergehen

Auf einer spontanen Pressekonferenz erklärte Fred Babbel, technischer Leiter der Rettung, dass es bislang noch kein fertiges Konzept zur Rettung von "Timmy" gebe. Allerdings: "Wir sind guter Dinge, dass wir den Wal hier lebend rausbekommen."

Positiv blickte Babbel auf den steigenden Wasserstand. "Damit kann sich der Wal auch wieder weiter und besser bewegen", sagte er. Laut ihm sei der Buckelwal in einem "guten Zustand und stabil".

In einem ersten Schritt soll am Donnerstag ein Kanal fertiggestellt werden, um die Verbindung vom Becken zur Seewasserstraße herzustellen. Dafür müssten noch rund 110 Meter Rinne zwischen der Wanne und der Wasserstraße ausgehoben werden. "Die müssten wir in gut zwei Tagen schaffen", so Babbel.

Der Kanal soll etwa zehn Meter breit und zwei Meter tief werden. Dafür kommt zusätzlich ein zweiter Bagger zum Einsatz, der noch heute, spätestens morgen geliefert werden soll.

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