Nach zweiter Befreiung: Buckelwal erneut gestrandet, Expertin bleibt zuversichtlich

Niendorf - Ein gestrandeter Buckelwal saß seit Montag auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Zwar konnte er sich in der Nacht zu Freitag selbst befreien, doch am Samstag strandete er erneut, diesmal in der Wismarer Bucht. Auch hier schwamm er sich kurz frei, ist aktuell aber wieder gestrandet. TAG24 berichtet im Liveticker.

Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.
Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.  © Sea Shepherd

Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren die vergangenen Tage vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Mehrere Rettungsversuche liefen zunächst ins Leere. Am Freitag der Wendepunkt: Der Buckelwal war plötzlich verschwunden, hatte sich selbst befreit. Nachdem er zunächst gefunden wurde, versuchten Boote, dem Tier den Weg ins offene Meer zu zeigen.

Doch am Samstag dann die erneute Wende, der Buckelwal tauchte kurz vor Wismar auf und geriet wieder auf eine Sandbank.

Wal in der Lübecker Bucht: Experten warnen vor möglicher Strandungsgefahr
Ostsee Wal in der Lübecker Bucht: Experten warnen vor möglicher Strandungsgefahr

In der Nacht zu Samstag soll es dem Tier gelungen, sich erneut aus eigener Kraft zu befreien.

Doch das wohl nur für kurze Zeit: Am Sonntagmorgen wurde er wieder auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht gesichtet. Nur wenige Hundert Meter von der Küste entfernt.

29. März, 11.04 Uhr: Minister: "Er lebt, dass ist die erste gute Botschaft"

Auf dem Wasser sind inzwischen mehrere Boote, die alle großen Abstand zum Wal halten. Auf einem der Polizeiboote ist auch Dr. Till Backhaus (67), Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern.

Der SPD-Politiker zum Wal: "Er pustet ja ab und er ruft auch. Also er lebt, dass ist die erste gute Botschaft."

Till Backhaus (SPD), Agrar-, Umwelt- und Klimaschutzminister von Mecklenburg-Vorpommern, steht mit einem Fernglas auf dem Polizeiboot "Uecker".
Till Backhaus (SPD), Agrar-, Umwelt- und Klimaschutzminister von Mecklenburg-Vorpommern, steht mit einem Fernglas auf dem Polizeiboot "Uecker".  © Philip Dulian/dpa

29. März, 10.37 Uhr: Pressekonferenz angesetzt

Nach TAG24-Informationen soll um 12 Uhr eine Pressekonferenz stattfinden. In der Zwischenzeit hat das Boot mit den Wissenschaftlerinnen ein erstes Bild vom Wal gewonnen, befindet sich aktuell jedoch wieder auf Abstand.

Das Tier zeigt nur geringe Bewegungen, ab und zu stößt es Wasser aus seinem Blasloch aus.

Ein Team aus Wissenschaftlern näherte sich am Sonntagmorgen mit einem Schlauchboot dem Wal.
Ein Team aus Wissenschaftlern näherte sich am Sonntagmorgen mit einem Schlauchboot dem Wal.  © NEWS5 / Sebastian Peters

29. März, 9.42 Uhr: Expertin hat noch Hoffnung

Wie viel Kraft dem Wal nach den vergangenen Strapazen noch bleibt, lasse sich nur schwer einschätzen. "Sicherlich ist er auch erschöpft von den letzten Tagen. Aber er war er ja vorgestern noch sehr agil und hat sich auch jetzt wieder bewegt", so Daniela von Schaper (33) von Greenpeace gegenüber TAG24.

Trotz der unsicheren Lage bleibt die Expertin zuversichtlich: "Ich habe immer noch Hoffnung, dass er aus der Ostsee wieder rauskommt. Und dass, wenn er jetzt hier freikommen würde – beziehungsweise wieder schwimmen würde –, wir es schaffen könnten, ihn aus der Bucht ein Stück weit zu begleiten und er genug Kraft hat."

Der Wal von oben am Sonntagmorgen. Noch ist unklar, ob er wieder festsitzt.
Der Wal von oben am Sonntagmorgen. Noch ist unklar, ob er wieder festsitzt.  © NEWS5 / René Schröder

29. März, 9.19 Uhr: Experten fahren erneut mit einem Boot an das Tier

Das erste Schlauchboot mit Paddeln statt Motor ist unterwegs zum Wal. Wie Daniela von Schaper (33) von Greenpeace gegenüber TAG24 mitteilte, sind neben Greenpeace auch die Wissenschaftlerinnen vom ITAW und vom Deutschen Meereskundemuseum an Bord.

"Es geht jetzt erstmal darum zu gucken, ob er sich überhaupt wieder festgesetzt hat oder nicht", so die Expertin. Sollte der Wal festsitzen, ist geplant, ihn sanft zu animieren, wieder in tiefere Gewässer zu gelangen. Das Tier liege diesmal nur wenige Hundert Meter vom Festland entfernt, allerdings sei auch die tiefe Fahrwasserrinne nicht weit.

Nach seiner zweiten eigenen Befreiung in der Nacht auf Sonntag war der Wal nicht in Richtung offene See, sondern rund zwei Kilometer tiefer in die Bucht zurück geschwommen, an den Ort, an dem er bereits vor drei Wochen erstmals gesichtet worden war. Damals hatte sich der Wal in einem sogenannten Geisternetz verfangen.

Die Wasserschutzpolizei hatte in den frühen Morgenstunden den Positionswechsel des Wals gemeldet.

29. März, 7.50 Uhr: Wal wieder in der Wismarer Bucht aufgetaucht

Nach Angaben vor Ort soll sich der Buckelwal zwar über Nacht zunächst selbst befreit haben, befindet sich jedoch weiterhin in der Wismarbucht und ist inzwischen erneut auf einer Sandbank gestrandet, wie Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace, am Morgen gegenüber TAG24 bestätigte.

Für 9 Uhr ist ein Treffen mit Maack, den Experten des Instituts für Wildtierforschung (ITAW) sowie des Deutschen Meereskundemuseums angesetzt. Geplant sei wieder aufs Wasser zu gehen und "zu versuchen, den Wal zu animieren, loszuschwimmen. Hoffentlich gelingt das und dann wollen wir ihn aus der Wismarer Bucht begleiten."

Ob dies gelingt, dürfte sich im Laufe des Vormittags zeigen.

Der Wal befindet sich noch immer in der Wismarer Bucht.
Der Wal befindet sich noch immer in der Wismarer Bucht.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

29. März, 7.12 Uhr: Wal wieder frei

Nachdem der Wal am Samstagnachmittag erneut gestrandet war, soll es ihm nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern noch am späten Abend gelungen sein, mit steigendem Wasserstand von der Sandbank in der Wismarbucht freizukommen.

Aufgrund der flachen Küstengewässer bleibe jedoch unklar, ob das Tier erneut stranden könnte.

28. März, 18.05 Uhr: Wal soll vorerst in Ruhe gelassen werden

Einen neuen Rettungsversuch soll es erstmal nicht geben: "Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien", sagte der Meeresbiologe der Organisation Greenpeace, Thilo Maack, der dpa.

"Der Wal macht nach wie vor Anstalten loszuschwimmen", sagte Maack. Er habe am Samstag selbst im Schlauchboot in der Nähe des gestrandeten Tieres gesessen. "Wir hoffen daher, dass er sich selbst befreit."

Laut Maack sei der Buckelwal südlich von der Insel Walfisch gestrandet. Dort sei das Wasser deutlich tiefer als am Timmendorfer Strand, wo der Buckelwal vorher festsaß, so der Meeresbiologe. Die Boote hätten sich nun zurückgezogen. "Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen", sagte er.

In der Nacht soll die Wasserschutzpolizei vor Ort bleiben, um den Wal im Auge zu behalten. Nach Plan wollen die Experten laut Maack am Sonntag in die Bucht zurückkommen. TAG24 wird auch dann wieder berichten.

Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank kurz vor Wismar fest.
Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank kurz vor Wismar fest.  © Ferdinand Merzbach/News5/dpa

28. März, 16.09 Uhr: Gibt es heute noch einen Rettungsversuch?

Nach TAG24-Informationen soll es am Samstag keine Rettungsaktion mehr geben.

Offenbar soll der Buckelwal zunächst in Ruhe gelassen werden. Falls sich der Wal durch einen ansteigenden Wasserspiegel nicht selbst befreien kann, sollen am Sonntag weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Eine Bestätigung hierfür steht noch aus.

Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht fest.
Der Buckelwal hängt auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht fest.  © Florian Manz / Greenpeace

28. März, 15.08 Uhr: Meeresbiologe Lehmann meldet sich zur Situation zu Wort

Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann meldete sich zu der Situation des Buckelwales auf Instagram zu Wort.

"Der Wal ist erneut gestrandet. Das hielt ich von Anfang an für das wahrscheinlichste Szenario", teilte der YouTuber in seiner Instagram-Story.

28. März, 14.49 Uhr: Gewissheit ist da! Buckelwal erneut gestrandet

Wie Greenpeace gegenüber TAG24 mitteilte, ist der Buckelwal tatsächlich erneut gestrandet!

Die Naturschutzorganisation ist mit zwei Schlauchbooten vor Ort. Auf diesen befinden sich zudem ein Wissenschaftler vom ITAW und ein Wissenschaftler vom Deutschen Meeresmuseum.

Aktuell sondieren sie die Lage. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar.

Der Buckelwal ist erneut auf einer Sandbank vor Wismar gestrandet.
Der Buckelwal ist erneut auf einer Sandbank vor Wismar gestrandet.  © NEWS5 / N5 DESK

28. März, 14.28 Uhr: Buckelwal mehrfach vor Wismar gesichtet

Der befreite Buckelwal ist erneut von mehreren Augenzeugen gesichtet worden.

Der Meeressäuger befindet sich in der Wismarbucht, in der Nähe der unbewohnten Insel Walfisch. Das bestätigte das Umweltministerium in Schwerin.

"Es ist unklar, ob er feststeckt oder nicht", sagte der Ministeriumssprecher der dpa.

Um dem Wal im Notfall helfen zu können, sind Einsatzkräfte von der Wasserschutzpolizei Wismar und Rostock, Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) und der Naturschutzorganisation Greenpeace im Wasser und am Land vor Ort.

Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" ist weiterhin im Einsatz, deswegen ist davon auszugehen, dass der Wal sich in der Nähe des Schiffes befindet (Standort: 14.25 Uhr).
Das Wasserschutzpolizeiboot "Uecker" ist weiterhin im Einsatz, deswegen ist davon auszugehen, dass der Wal sich in der Nähe des Schiffes befindet (Standort: 14.25 Uhr).  © Screenshot: Vesselfinder.com

28. März, 13.57 Uhr: Wal offenbar erneut auf Sandbank gestrandet

Wie ein "Bild"-Reporter vor Ort berichtet, ist der Wal wieder gestrandet!

Demnach sei der Wal in der Wismarer Bucht auf Grund gelaufen. Greenpeace konnte die Strandung des Tieres noch nicht bestätigen.

Allerdings bestätigte Greenpeace, das der Wal vor der Insel "Walfisch" entdeckt worden ist.

Titelfoto: NEWS5 / René Schröder

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