Den Garten winterfest machen: Das ist jetzt im Herbst zu tun

Ratgeber - Im Herbst, zum Ende der Gartensaison, gibt es noch einiges zu tun, bevor sich die Natur im Winter erholt. Je nachdem wie groß und vielseitig bepflanzt der Garten ist, schafft man es, diesen innerhalb eines Tages, meist aber an einem Wochenende winterhart zu machen. 

TAG24 erklärt, was hierbei zu beachten ist.

Ab wann sollte man den Garten winterfest machen?

Im Herbst endet das Gärtnerjahr - dennoch ist abschließend noch einiges zu tun.
Im Herbst endet das Gärtnerjahr - dennoch ist abschließend noch einiges zu tun.  © Unsplash/MUILLU

Spätestens mit dem Herabfallen des Laubs hält der Herbst in Deutschland Einzug. 

Allzu lange zögern sollte man daher nicht, wenn man seinen Garten noch vor den ersten Nachtfrösten winterfest bekommen möchte. 

Ein guter Zeitpunkt, um im Garten die letzten anfallenden Aufgaben zu erledigen, ist zwischen Mitte Oktober und Anfang November. 

Kündigen sich jedoch überraschenderweise schon vorher Nachtfröste und Temperaturen unter dem Nullpunkt an, dann sollten zumindest kälteempfindliche Pflanzen bereits rechtzeitig versorgt und ins Warme gebracht werden. 

Sind die frostempfindlichen Pflanzen versorgt, lassen sich viele Tätigkeiten notfalls aber auch noch nach den ersten Minusgraden erledigen. 

Garten winterfest machen: Was ist zu tun?

Je nach Größe des Gartens und wie dieser angelegt ist, müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, um diesen winterfest zu bekommen. 

Dazu gehören:

  • Rasenpflege
  • Hecken, Sträucher, Stauden und (Obst-)Bäume zurückschneiden
  • Beete nachbereiten 
  • Kübelpflanzen richtig umsorgen
  • Gartenmöbel einlagern oder wetterfest machen
  • Gartenwerkzeuge pflegen
  • Frühblüher in die Erde bringen

Worauf es bei den einzelnen Punkten ankommt, wird nachfolgend erklärt.

Rasenpflege im Herbst: Das ist zu beachten

Laub und Grasreste sollten vor dem Wintereinbruch gründlich vom Rasen entfernt werden.
Laub und Grasreste sollten vor dem Wintereinbruch gründlich vom Rasen entfernt werden.  © Unsplash/Anton Darius

In den meisten Gärten gibt es eine gut gepflegte Rasenfläche. Damit diese im Frühjahr in neuer Pracht wächst und gedeiht, kann man im Herbst bereits gut vorsorgen. 

Denn auch ein scheinbar pflegeleichter Rasen will winterfest gemacht werden, wenn er später keine Kahlstellen aufweisen soll.

Ungefähr um Mitte Oktober herum sollte der letzte Rasenschnitt vorgenommen werden.

Eine Schnittlänge von circa 5 bis 6 Zentimeter ist vollkommen ausreichend. Denn auf diese Weise sind die Grashalme noch lang genug, um auch das weniger intensive Sonnenlicht für sich nutzen zu können.

Der Grasschnitt sowie heruntergefallenes Laub sollten dabei gut entfernt werden. Andernfalls sorgen sie dafür, dass der Rasen verschattet. Dadurch können die Grashalme absterben. An ihrer Stelle bleibt dann entweder ein kahler Fleck zurück oder es bildet sich Moos, das sich später ungewollt ausbreitet. Auch Fäule und Schimmelpilze können sich unter dem feuchten Laub und Gras bilden.

Besser ist es, etwas gründlicher zu sein und den Rasen bei starkem Laubabwurf notfalls auch aller paar Tage zu harken. 

Wer seinem Rasen vor dem Winter noch etwas Gutes tun möchte, gönnt ihm am besten eine letzte Düngereinheit. Wer lieber auf chemische Dünger verzichtet, kann auch einfach etwas Kalk verstreuen. Wichtig ist nur, dass der Dünger genügend Kalium enthält. Auf diese Weise ist das Gras über den Winter mit ausreichend Nährstoffen versorgt und kann auch sehr kalte Temperaturen besser überstehen. 

Hecken, Stauden, Sträucher und Bäume zurückschneiden und pflegen

Obstbäume profitieren von einem Rückschnitt im Herbst.
Obstbäume profitieren von einem Rückschnitt im Herbst.  © 123RF/ Eva Volpato

Wer seinen Garten winterfest macht, sollte auch daran denken, einige Pflanzen zurückzuschneiden. 

Bei Stauden beispielsweise empfiehlt es sich, diese bodennah zu kappen. 

Bei Hecken gehen die Meinungen auseinander. Während sich die einen dafür aussprechen, bei der Hecke im Herbst einen letzten Rückschnitt durchzuführen, empfehlen andere, diese Arbeit aufs Frühjahr zu verlegen.

Gräser und Farne, die vor allem aus dekorativen Gründen gepflanzt wurden, brauchen hingegen nicht zurückgeschnitten zu werden. 

Im Gegenteil: Wenn sich im Winter der Raureif daran bildet, ist das ein besonders schöner Anblick. Auch bieten sie kleinen Tieren einen Unterschlupf im Winter. Die Gräser sollten lediglich mit einer Schnur oben zusammengebunden werden, um sie vor Bodennässe zu schützen.

Auch für Obstbäume ist jetzt die richtige Zeit gekommen, um kranke und abgestorbene Äste abzusägen. Denn diese kosten den Baum nur unnötig Energie. Durch das Zurückschneiden bekommt er im Frühling jedoch wieder Gelegenheit, viele neue junge Triebe auszubilden.

Wichtig ist hierbei, den Rückschnitt noch einige Tage vor dem ersten Frost zu erledigen. So können sich die Schnittstellen wieder rechtzeitig verschließen. Die Äste sollten nahe am Stamm entfernt werden.

Junge Bäume, die im Sommer neu gepflanzt wurden, sollten spätestens im Herbst an einen Pfahl angebunden werden, um ihnen so mehr Stabilität bei starken Stürmen zu bieten. Zum Schutz vor kältebedingten Spannungsrissen empfiehlt es sich, auf der Rinde der Obstbäume zudem einen Kalkanstrich aufzubringen. 

Beete auf den Winter vorbereiten

Die Beete brauchen im Herbst keine große Pflege. Etwas Laub und Reisig zu verteilen, reicht oft schon vollkommen aus.
Die Beete brauchen im Herbst keine große Pflege. Etwas Laub und Reisig zu verteilen, reicht oft schon vollkommen aus.  © Unsplash/Markus Spiske

In den Beeten sollte nun nach verwelkten und abgestorbenen Pflanzen Ausschau gehalten werden. Diese werden zurückgeschnitten. 

Wer will, kann etwas frischen Kompost unter die Erde mischen. Der frische Humus hilft im Frühling den Pflanzen beim Austreiben und Wachsen. Jedoch ist es jetzt im Herbst nicht dringend notwendig. Auch ein Umgraben der Erde kann getrost aufs Frühjahr verschoben werden. 

Im Gegensatz zum Rasen, wo das herabgefallene Laub gründlich entfernt werden sollte, ist es in Beeten sehr von Nutzen.

Wird das Laub gleichmäßig im Beet verteilt, bildet es eine isolierende Schicht, die mehrjährige Pflanzen vor der Winterkälte schützt.

Hierbei empfehlen sich auch sehr Tannenzweige, die über das Laub gelegt werden, um dieses beim nächsten Herbststurm am Wegfliegen zu hindern. Im Frühjahr dann kann das Laub zusammengeharkt und auf den Kompost gegeben werden. Oder es wird direkt zur Nährstoff-Anreicherung des Bodens in der Erde vergraben. 

Wer noch etwas Laub übrig hat, kann in einer Ecke des Gartens einen großen Haufen, bestehend aus Laub, Ästen und Reisig anlegen, in dem beispielsweise Igel überwintern können.

Richtiger Umgang mit Kübelpflanzen

Kübelpflanzen können je nach Art draußen überwintern, benötigen jedoch etwas Vorbereitung.
Kübelpflanzen können je nach Art draußen überwintern, benötigen jedoch etwas Vorbereitung.  © 123rf/citadelle

Pflanzen in Blumentöpfen, die im Freien stehen, sind nun ebenfalls winterfest zu machen. 

Wärme liebende Pflanzen sollten beizeiten in ihr Winterquartier gebracht werden. 

Dazu gehören beispielsweise Oliven- und Orangenbäumchen, Oleander, Jasmin oder Hibiskus. 

Diese und noch viele weitere Arten  vertragen keinen Frost und fühlen sich daher in den kalten Wintermonaten besonders wohl in einem Gewächshaus, Wintergarten, im ungeheizten Treppenhaus, Keller oder auf dem Dachboden.

Einjährige Pflanzen können hingegen direkt kompostiert werden.

Sind einige Kübelpflanzen zu groß, zu schwer oder sind bis zu einem gewissen Grad winterhart, können sie auch draußen überwintern. 

Dann sollte man jedoch wie folgt vorgehen:

  • Noppenfolie um den Topf wickeln und mit einem Jute- oder Leinensack ummanteln
  • Etwas Reisig rund um den Stamm legen
  • Nach Bedarf die Krone der Pflanze mit etwas Vlies umwickeln

Am besten ist es, den Kübel anschließend auf eine Styroporplatte zu stellen und die Pflanze möglichst nah an einer Hauswand zu platzieren.

Gartenmöbel richtig einlagern

Gartenmöbel aus Holz sollten nicht im Freien überwintern.
Gartenmöbel aus Holz sollten nicht im Freien überwintern.  © Unsplash/zelle duda

Nicht alle Gartenmöbel sind dafür geeignet, im Winter im Freien zu stehen. 

Darum ist jetzt im Herbst die perfekte Gelegenheit, um sie geschützt zu stellen, zumindest aber ausreichend abzudecken. 

Besonders Holzmöbel benötigen etwas mehr Pflege. Werden diese zu starker Nässe und Feuchtigkeit ausgesetzt, quillt das Holz auf.

Ideal ist es, die Möbel aus dem Garten und der Terrasse an einem trockenen Platz im Keller oder Gartenhäuschen zu überwintern.

Zwar sind Gartenmöbel aus Kunststoff und Metall etwas robuster. Dennoch sollten auch sie zumindest mit einer Plane abgedeckt werden, um sie vor zu viel Nässe und Dreck zu schützen. 

Alternativ dazu kann ein kleiner Tisch aus Metall auch zur Dekoration eingesetzt werden, indem etwa ein paar winterharte Pflanzen oder eine Laterne auf ihm platziert werden.

Gartenwerkzeug pflegen

Gerade im Herbst lohnt es sich, seine Gartenwerkzeuge zu reinigen und schick fürs kommende Gartenjahr zu machen.
Gerade im Herbst lohnt es sich, seine Gartenwerkzeuge zu reinigen und schick fürs kommende Gartenjahr zu machen.  © Unsplash/dylan nolte

Im Herbst ist eine gute Gelegenheit, um seine Gartengeräte zu säubern und vorsorglich fürs Frühjahr wieder auf Vordermann zu bringen. 

Leere Pflanztöpfe werden ordentlich gereinigt und übersichtlich gestapelt. 

Gartenwerkzeuge werden ebenfalls gereinigt, bei Bedarf repariert und mit einem biologisch abbaubaren Öl eingefettet. Anschließend lagert man sie trocken und frostgeschützt im Keller, der Garage oder der Gartenhütte.

Angefangener Dünger wird luftdicht gelagert, damit er sich über die eher feuchten Wintermonate nicht zersetzt.

Wer Lust hat und noch einen guten Sonnentag im Herbst erwischt, kann auch überlegen, sein Lager fürs Gartenzubehör von Grund auf zu reinigen. Der Vorteil: Ist alles übersichtlich geordnet und bereit zur Nutzung, können die Energien im Frühling voll und ganz dem Garten gewidmet werden. 

Auch ein Blick in die Dachrinne sollte im Herbst dazugehören. Damit das Regenwasser gut ablaufen kann, muss gegebenenfalls einiges an Laub und Moos entfernt werden. 

Ist ein Wasseranschluss außen am Haus vorhanden, sollte dieser auch rechtzeitig abgedreht werden. Dann noch ein letztes Mal den Hahn öffnen, um das Restwasser ablaufen zu lassen und schon kann bei Frost nichts mehr kaputtgehen. Ähnlich verhält es sich mit Regentonnen. Damit diese nicht durch kalte Temperaturen Schaden erleiden, sollte das Wasser rechtzeitig abgepumpt bzw. als Gießwasser in den Boden eingebracht werden. 

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Frühblüher in die Erde bringen

Frühblüher wie Tulpen und Traubenhyazinthen verschönern im Frühling die ansonsten noch sehr kahlen Beete.
Frühblüher wie Tulpen und Traubenhyazinthen verschönern im Frühling die ansonsten noch sehr kahlen Beete.  © Unsplash/Joshua J. Cotten

Wer im Frühjahr mit einer extra Portion Farbe überrascht werden möchte, sollte schon jetzt die entsprechenden Vorbereitungen treffen. 

Im Oktober und November ist die ideale Gelegenheit, um die Zwiebeln von frühblühenden Pflanzen in die Erde zu bringen. 

Dazu gehören Hyazinthen, Tulpen, Krokusse, Märzenbecher und Narzissen. 

Die farbintensiven Frühlingsboten sind ein schöner Hingucker in dem ansonsten noch sehr ruhig daliegenden Garten.

Wer im Herbst also nochmal kräftig in die Hände spuckt und etwas Zeit investiert, um seinen Garten auf den Winter vorzubereiten, darf sich im Frühling schließlich über eine gut erholte Natur sowie farbenprächtige Ergebnisse freuen. 

Titelfoto: Unsplash/MUILLU

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