Wühlmäuse bekämpfen: Das hilft gegen Wühlmäuse im Garten

Die Ernte aus dem eigenen Gemüsebeet ist für viele Gärtner eine große Freude, kann aber auch recht enttäuschend sein, wenn Rosenkohl, Salat, Möhren und Co. der Wühlmaus zum Opfer gefallen sind. Lest hier im Ratgeber für Haus & Garten, wie Ihr Wühlmäuse bekämpfen könnt.

Nicht alle Wühlmäuse sind Schädlinge

Von der Familie der Wühlmäuse ist die Große Wühlmaus einer der häufigsten Schädlinge im Garten.
Von der Familie der Wühlmäuse ist die Große Wühlmaus einer der häufigsten Schädlinge im Garten.  © 123RF/india1

Wer meint, dass die Wühlmaus im Garten Schaden anrichtet, bezieht sich meist auf die Große Wühlmaus, welche auch Schermaus genannt wird.

Die Schermaus gehört zusammen mit anderen Arten wie der Feldmaus, Rötelmaus und Waldmaus zur Familie der Wühlmäuse.

Da manche dieser Mäuse keine Pflanzen, sondern Insekten fressen, gehören sie eher zu den Nützlingen. Am häufigsten zu finden und schädlich für die Wurzeln und Pflanzen im eigenen Garten sind die Große Wühlmaus und die Feldmaus.

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Welche Mittel und Methoden wirklich gegen Wühlmäuse helfen, erfährst Du in diesem Artikel.

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Wühlmäuse sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Wurzeln.
  • Typische Hinweise auf Wühlmäuse sind Löcher und Gänge nahe der Erdoberfläche, flache Erdhügel und angefressene Wurzeln.
  • Wühlmäuse lassen sich mit Geräuschen, Gerüchen oder durch Fressfeinde vertreiben.
  • Mausefallen in verschiedenen Ausführungen können bei der Bekämpfung von Wühlmäusen ebenso zum Einsatz kommen.
  • Der beste Schutz vor Wühlmäusen für Pflanzen ist es, die Wurzel der Pflanze oder das Bett mit einem entsprechenden Gitter zu umschließen.

Was fressen Wühlmäuse?

Die Große Wühlmaus sucht in der Erde nach Nahrung und bevorzugt die jungen frischen Wurzeln der Pflanzen.

Für Gärtner besonders ärgerlich ist es, wenn der Schädling die Wurzeln von Salatköpfen und Obstbäume sowie Blumenzwiebeln oder allgemein das Wurzelgemüse zerfrisst.

Diese Pflanzen fressen Wühlmäuse:

  • Möhren
  • Kartoffeln
  • Pastinaken
  • Sellerie
  • Zuckerhut
  • Endivien (Spätsommersalat)
  • Rosenkohl

Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wühlmeise schaden auch anderen Kulturpflanzen, Rosengewächsen sowie Wurzel- und Wintergemüse.

Hinweis: Wurde Gemüse von Wühlmäusen angefressen, sollte dieses erst nur mit Handschuhen angefasst, dann für den Verzehr großzügig ausgeschnitten und gekocht werden. Die Wühlmäuse können Krankheiten wie das Hantavirus übertragen.

Wühlmäuse fressen Kartoffeln und andere Wurzelgemüsesorten.
Wühlmäuse fressen Kartoffeln und andere Wurzelgemüsesorten.  © Unsplash/Markus Spiske

Wühlmäuse erkennen

Ob die Wurzel von einer Wühlmaus beschädigt wurde, erkennst Du daran, dass die Pflanze ohne ersichtlichen Grund verkümmert. Darüber hinaus gibt es weitere Anzeichen für Wühlmäuse im Garten, die es jedoch vom Maulwurf und der Feldmaus zu unterscheiden gilt.

Wühlmaus oder Maulwurf?

Ähnlich wie die Wühlmaus gräbt sich der Maulwurf durch die Gartenerde. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch eindeutige Unterschiede auf.

Merkmale von einem Maulwurf:

  • Fleischfresser z. B. Regenwurm und Jungtiere von Wühlmäusen
  • hinterlässt große und sehr spitze Erdhügel ohne Wurzeln
  • unter dem Erdhügel ist mittig ein Loch zu erkennen
  • gräbt sich senkrecht nach unten

Merkmale von einer Wühlmaus:

  • Pflanzenfresser z. B. weiche Wurzeln
  • hinterlässt längliche und flache Erdhügel mit Wurzeln
  • unter dem Erdhügel ist ein eher seitlich liegendes Loch zu finden
  • gräbt sich flach an nahe der Oberfläche entlang

Anders als die Wühlmaus ist der Maulwurf ein Nützling für den Garten, welcher auch zur Bekämpfung der Wühlmaus eingesetzt werden kann.

Auch lesenswert >>> Maulwurf vertreiben: Was hilft gegen Maulwürfe im Garten?

Wühlmaus oder Feldmaus?

Aus der Familie der Wühlmäuse sind es vorrangig die Feldmaus und die Große Wühlmaus, welche Gärtnern und Landwirten das Leben schwer machen.

Im Gegensatz zu Hausmäusen ist der Schwanz sowohl bei der Feldmaus als auch bei der Wühlmaus halb so lang wie ihr Körper. Die beiden Mäuse lassen sich an folgenden Kennzeichen voneinander unterscheiden.

Merkmale von einer Feldmaus:

  • Körpergröße liegt zwischen 9 und 12 Zentimeter
  • auch tagsüber unterwegs
  • hinterlässt selten und nur kleine Erdhaufen
  • frisst Wurzeln und Pflanzen außerhalb des Erdbodens
  • Laufspuren auf der Oberfläche

Merkmale von einer Großen Wühlmaus:

  • Körpergröße liegt zwischen 13 und 24 Zentimeter groß
  • nachtaktiv und lichtscheu
  • hinterlässt Erdhaufen mit Wurzeln
  • frisst nur die Wurzeln

Wer erkannt hat, welcher Schädling im Garten sein Unwesen treibt, kann entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung ergreifen.

Welche Wühlmaus sich durch die Erde gräbt, ist manchmal nicht so leicht zu erkennen.
Welche Wühlmaus sich durch die Erde gräbt, ist manchmal nicht so leicht zu erkennen.  © 123RF/agamiphoto

Wühlmäuse bekämpfen

In Deutschland zählen Schermäuse und andere Wühlmäuse zwar zu den wenigen Säugetieren, welche gemäß Bundesartenschutzverordnung nicht geschützt sind. Die Wirbeltiere fallen jedoch unter das allgemeinere Tierschutzgesetz, welches deren Tötung im Rahmen der Schädlingsbekämpfung nur mit entsprechender Kenntnis und unnötige Schmerzen erlaubt.

Anstatt die Tiere mit Gift oder Gas zu töten, sollten erst andere Methoden versucht werden. Der Grundsatz all dessen ist es, den Wühlmäusen das ungestörte Graben und Fressen so schwer wie möglich zu machen.

Wühlmäuse durch Geräusche vertreiben

Zu viel Lärm und Unruhe vertreibt die Wühlmäuse, denn sie nehmen die Geräusche als potenzielle Gefahr wahr.

Diese Geräusche können Wühlmäuse vertreiben:

  • Windräder oder -spiele aus Metall in den Boden stecken
  • spezielle Vertreiber mit Schall bzw. Ultraschall gegen Wühlmäuse einsetzen
  • häufig den Rasen mähen
  • des Öfteren über den Rasen laufen
  • vermehrtes Umgraben

Unterstützend zum gesteigerten Lärmpegel kannst Du den Boden regelmäßig mit einem harten Wasserstrahl wässern, sodass die Gänge der Wühlmaus geflutet und zerstört werden.

Wühlmäuse mit Geruch vertreiben

Wühlmäuse sind sehr geruchsempfindlich, weshalb sie sich vom Geruch bestimmter Hausmitteln und Pflanzen abschrecken lassen.

Hausmittel gegen Wühlmäuse:

  • saure Buttermilch
  • Knoblauch
  • Alkohol
  • Kräuter
  • Thuja
  • Fichte
  • Holunder ist giftig für Wühlmäuse
  • Fischköpfe vergraben

Es reicht meist aus, in Duftessenz getränkte Tücher oder einen Pflanzensud bzw. Jauche in die Löcher und Gänge der Wühlmaus zu geben, um die Tiere zu vertreiben.

Die Nachteile dieser Variante sind, dass die Gerüche zum Teil auch für Menschen unangenehm sind und die Wirkung zeitlich begrenzt ist.

Bei der Bekämpfung von Wühlmäusen ist es hilfreich, sich deren natürliche Fressfeinde in den Garten zu holen.
Bei der Bekämpfung von Wühlmäusen ist es hilfreich, sich deren natürliche Fressfeinde in den Garten zu holen.  © 123RF/olyasolodenko

Wühlmäuse mit Fressfeinden bekämpfen

Vor allem bei größeren Gärten oder Feldern bietet es sich an, die natürlichen Fressfeinde der Wühlmaus für sich zu nutzen.

Fressfeinde von Wühlmäusen sind:
  • Katze
  • Maulwurf
  • Mauswiesel
  • Hermelin (Großes Wiesel)
  • Greifvögel

Wer an einer ruhigen Stelle aus Steinen einen Haufen baut, kann dadurch Mauswiesel und Hermelin in den eignen Garten locken.

Sitzstangen für Greifvögel nahe der Felder aufzustellen, bietet den Räubern einen idealen Beobachtungsplatz, von wo aus sie die Mäuse jagen können.

Da Katzen auch zu Feinden der Mäuse zählen, reicht es manchmal schon aus, Katzenhaare in die Löcher und Gänge der Wühlmäuse zu stopfen. Da der Geruch jedoch mit der Zeit verfliegt, ist die Wirkung nur begrenzt.

Um Wühlmäuse den Schutz vor Feinden zu nehmen, sollte das Gras kurz gehalten und Mulchdecken entfernen werden.

Fallen gegen Wühlmäuse

Wenn die Mäuse überhandnehmen, können neben den Fressfeinden auch Fallen zum Einsatz kommen. Gift oder andere chemische Mittel haben einen negativen Effekt auf die Bodenqualität, weshalb andere Varianten ratsam sind.

Eine beliebte Alternative zu tödlichen Fallen und Giftködern sind Fallen, in denen die Tiere lebend gefangen werden. Wird sich für diese Variante entschieden, dann sollten auch die Nachteile der Lebendfallen bedacht werden. Zum einen müssen die Wühlmäuse über einen Kilometer weit entfernt frei gelassen werden, da sie sonst zurückkehren könnten. Zum anderen könnten die Wühlmäuse am anderen Orten ebenso großen Schaden anrichten.

Wird eine herkömmliche Mausefalle zur Beseitigung der Wühlmäuse gewählt, dann lassen sich diese mit Nutella, Schokoladenkeksen, Möhren und Pastinaken als Köder anlocken. Die Fallen sollten jedoch abgedeckt werden, um keine anderen Tiere zu gefährden. Besser ist es, welche mit Gehäuse oder spezielle unterirdisch liegende Wühlmausfallen zu verwenden.

Beim Aufstellen der Fallen sollten diese am besten nicht mit der bloßen Hand angefasst werden, da diese sonst zu sehr nach Mensch reichen und die Wühlmäuse fern bleiben.

Hinweis: Auch die Beseitigung und Reinigung der Fallen sollte ohne viel Hautkontakt erfolgen, um das Krankheitsrisiko zu minimieren. Wird trockener Kot oder der Gleichen entfernt, empfiehlt es sich, einen Mundschutz zu tragen.

Pflanzen vor Wühlmäusen schützen

Wird der Garten bzw. das Gemüse- oder Blumenbeet erst noch frisch angelegt, können vorbeugende Maßnahmen gegen Wühlmäuse ergriffen werden.

Tipps zum Schutz vor Wühlmäusen:

  • die Wurzel vor dem Einpflanzen mit einem Drahtnetz oder Gitter gegen Wühlmäuse umschließen
  • Beete und Hochbeete generell mit einem 20 bis 30 Zentimeter tief liegenden Gitter umgrenzen
  • Vergrämung durch eine vielfältige Begrünung mit dichtem Wurzelgeflecht (z. B. ein dichtes Gemisch aus Borretsch, Buchweizen, Sonnenblumen, Malve, Steinklee, Kaiserkronen und Gras)

Fazit: Im Kampf gegen Wühlmäuse reicht eine Maßnahme allein meistens nicht aus

Für einen schönen Garten und eine reiche Ernte ist es unbedingt notwendig, die Wühlmäuse zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Wege, um die Wühlmäuse zu vertreiben, wovon manche jedoch nur begrenzt wirken.

Gift und andere chemische Mittel sollten gegen die Wühlmäuse jedoch nicht zum Einsatz kommen, da diese auch schlecht für die Umwelt sind.

Am effektivsten ist es, mehrere Maßnahmen zu kombinieren, um die Wühlmäuse erfolgreich zu vertreiben.

Werden die Pflanzen von Anfang an in spezielle Gitter gepflanzt, dann haben Wühlmäuse keine Chance.

Titelfoto: 123RF/india1

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