Hausbock bekämpfen: Das hilft gegen den Holzschädling

Ein Albtraum für Hausbesitzer ist es, wenn der Dachstuhl von Schädlingen wie dem Hausbock zerfressen wird. Beim Verdacht auf einen Befall sollten Betroffene genauer hinschauen, um welchen Holzschädling es sich wirklich handelt.

Die Larve vom Hausbock ist der eigentliche Holzschädling.
Die Larve vom Hausbock ist der eigentliche Holzschädling.  © 123rf/perutskyi

Neben dem echten Holzwurm, die Larve des Gemeinen Nagekäfers, gibt es noch den großen Holzwurm, die Larve des Hausbocks (Hylotrupes bajulus). Befinden sich nur vereinzelte größere Ausflugslöcher im Holz, stammen diese wahrscheinlich vom Hausbock.

Beim Hausbock, auch Balkenbock genannt, handelt sich um einen braunen bis schwarzen und fein grau behaarten Käfer, welcher zwischen acht und 25 Millimeter groß wird. Diese Käfer fliegen von Juni bis August.

Die Weibchen legen ihre Eier in feuchtes Nadelholz. Die geschlüpften Larven sind die eigentlichen Holzschädlinge, denn sie ernähren sich ausschließlich von Holz. Bei günstigen Bedingungen braucht die Hausbocklarve 3 bis 4 Jahre, bis sie sich verpuppt. Die Entwicklung kann jedoch auch 8 bis 10 Jahre in Anspruch nehmen.

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Den Hausbock zu erkennen und zu bekämpfen kann ziemlich herausfordernd sein. Dieser Ratgeber erklärt Dir, was Du zum Hausbock wissen solltest.

Weitere Tipps gegen Schädlinge im Haus findest Du auf der Themenseite "Ungezieferbekämpfung".

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Für eine erfolgreiche Schädlingsbekämpfung ist es wichtig, zu erkennen, ob sich um den Hausbock oder den echten Holzwurm handelt.
  • Der Hausbock befällt ausschließlich feuchtes Nadelholz.
  • Einen Hausbockbefall erkennst Du daran, dass nur einzelne größere Ausflugslöcher im Holz zu finden sind und kaum bzw. kein Holzstaub entstanden ist.
  • Bei Verdacht auf oder Nachweis eines Hausbocks sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfung in Anspruch genommen werden.
  • Den Hausbock bekämpfen kannst Du mit Hitze, Gas und chemischen Mitteln.
  • Zum Schutz vor einem Hausbockbefall sollte das verbaute Nadelholz stets trocken gehalten und die Zugänge für Schädlinge blockiert werden.
Werden Käfer oder Larven des Hausbocks entdeckt, dann sollte diesem Verdacht unbedingt nachgegangen werden.
Werden Käfer oder Larven des Hausbocks entdeckt, dann sollte diesem Verdacht unbedingt nachgegangen werden.  © dpa/Hubert Link

Hausbock erkennen

Befinden sich die Larven des Hausbocks im Holz, dann ist das meist schwer zu erkennen. Die Larven lassen den äußeren Rand des Holzstücks unversehrt und verstecken sich tief im Inneren, weshalb sie meist nur gefunden werden, wenn das Holz aufgebrochen wird. Die Larven des Hausbocks sind weißlich gefärbt und können bis zu 30 Millimeter lang werden.

Im Gegensatz zum Holzwurm hinterlässt die Hausbocklarve keinen Holzstaub, denn mit diesen verschließt sie ihre Löcher. Mehr zum Unterschied zwischen Hausbock und dem echten Holzwurm findest Du unter: >>> Holzwurm erkennen.

Indizien für einen Hausbockbefall:

  • wenige fünf bis 10 Millimeter große Löcher im Holz
  • lebende Käfer (Larven sind seltener zu finden)
  • Fraßgeräusche der Larven

Wurde ein Befall erkannt oder besteht der Verdacht, dass es sich um Hausbock im Holz handelt, ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung ratsam.

Welches Holz befällt der Hausbock?

Wird Laubholz von Holzschädlingen zerfressen, dann handelt es definitiv nicht um den Hausbock, denn dieser Käfer befällt ausschließlich Nadelholz. Die Larven sind oft im nährstoffreichen Splintholz zu finden.

Das Holz muss einen Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 12 Prozent aufweisen, um für den Hausbock ein geeigneter Lebensraum zu sein.

Typische Orte für den Hausbock sind die Nadelholzbalken im Dachstuhl oder Holzhäuser.

Hausbocklarven fühlen sich in feuchten und warmen Dachstühlen aus Nadelholz besonders wohl.
Hausbocklarven fühlen sich in feuchten und warmen Dachstühlen aus Nadelholz besonders wohl.  © unsplash/Rosemary

Hausbock bekämpfen

Der lange Lebenszyklus der Hausbocklarve und die Tatsache, dass sich die Schädlinge in den tieferen Holzschichten aufhalten, erschweren die eigenständige Ungezieferbekämpfung ungemein. Hausmittel und andere selbstständig durchgeführte Maßnahmen gegen den Hausbockbefall wirken nur bedingt und kurzfristig.

Aus diesem Grund ist in jedem Fall eine professionelle Schädlingsbekämpfung empfehlenswert. Folgende Methoden werden zur Bekämpfung vom Hausbock angewandt.

Heißluftverfahren

Bei dieser Methode wird der betroffene Bereich, z. B. der Dachstuhl, vollständig abgedichtet und für etwa 14 Stunden erhitzt, bis die Käfer und Larven vom Hausbock abgestorben sind.

Kleinere Objekte, wie etwa das Gehäuse von einer Uhr, können im Ofen, einer Wärmekammer oder der Sauna erwärmt werden.

Mikrowellenverfahren

Mit einem speziellen Gerät werden befallene Holzflächen nur punktuell erhitzt, was jedoch auch zu Schäden im Holz führen kann.

Begasung

Diese Methode wird beispielsweise bei Holzhäusern angewandt. Die Objekte werden abgedichtet und mit einem Gas gefüllt, welche die Käfer und Larven vom Hausbock abtötet. Für Menschen ist das Objekt dann mindestens 24 Stunden unbegehbar.

Chemische Bekämpfung

Die Käfer und Larven vom Hausbock werden von chemischen Mitteln abgetötet. Um die Larven zu erreichen, wird die Holzfläche möglicherweise abgetragen und dann imprägniert. Die Stoffe können jedoch auch in die Löcher und Gänge der Larven injiziert werden. Bestimmte Mittel und Methode schädigen das Holz dauerhaft. Auch sind manche Chemikalien gesundheitsschädlich.

Eine professionelle, aber dafür gründliche Bekämpfung des Hausbocks ist meist sehr aufwendig und zum Teil auch sehr kostenintensiv.

Hausbock vorbeugen: Diese Tipps schützen vor dem Holzschädling

Um sich die aufwendige Bekämpfung zu ersparen, können präventive Maßnahmen gegen den Hausbock ergriffen werden.

1. Tipp: Wer mit Holz baut, sollte darauf achten, kein Nadelholz und nur technisch bzw. gut getrocknetes Holz zu verwenden. Auch sollte der Splintholzanteil bei maximal zehn Prozent liegen.

2. Tipp: Auf dem Dachboden sollte möglichst keine Wäsche trocknen.

3. Tipp: Bei kleineren Dachböden kann ein Luftentfeuchter die Feuchtigkeit im Holz gering halten.

4. Tipp: Die Fenster auf dem Dachboden sollten Sommer (Juni bis August) geschlossen bleiben. Eine andere Variante wäre es, engmaschige Fliegengitter anzubringen, um zu verhindern, dass die Käfer hineinfliegen.

5. Tipp: Das Holz mit speziellen Mitteln behandeln, sodass es weniger Feuchtigkeit aufnimmt und für die Käfer als Eiablageort nicht mehr attraktiv ist.

Wurde Nadelholz verbaut, sollten diese Holzstücke stets möglichst trocken gehalten werden. Ebenso empfehlenswert sind regelmäßige Kontrollen anfälliger Holzflächen, um auf einen Hausbockbefall rechtzeitig zu reagieren.

Titelfoto: 123rf/perutskyi

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