Ameisen bekämpfen: Was hilft gegen die Insekten?

Ameisen im Haus? Während für die meisten Menschen Ameisen im Garten schlichtweg dazugehören, möchte sie keiner in den eigenen vier Wänden haben. Um die kleinen Insekten wirkungsvoll zu vertreiben, gibt es mehrere natürliche Methoden.

Während die Arbeiterinnen nur etwa 2 bis 14 Millimeter groß werden, können die Männchen und Königinnen die doppelte Größe erreichen.
Während die Arbeiterinnen nur etwa 2 bis 14 Millimeter groß werden, können die Männchen und Königinnen die doppelte Größe erreichen.  © 123rf/ballball14

Ameisen (lateinischer Begriff Formicidae) gehören zur Familie der Insekten. Bei uns sind beispielsweise die Große Rote Waldameise und verschiedene Wiesenameisen heimisch.

Ihre Lebensdauer kann bei den sogenannten Arbeiterinnen von wenigen Monaten bis zu drei Jahren betragen. Die Ameisenköniginnen können sogar mehr als 20 Jahre alt werden.

Ameisen leben nie allein, sondern immer in Gruppen und bilden damit große Staaten. Ein einzelnes Ameisenvolk kann dabei aus bis zu einer Million Tiere bestehen.

Die meisten Ameisenarten sind für die Natur von ökologischem Nutzen und beeinflussen sie nachhaltig, indem sie zur Umschichtung der oberen Erdschichten beitragen, den Abbau pflanzlichen Materials vorantreiben sowie Pflanzensamen verbreiten.

Die eigene Wohnung möchte man trotzdem nicht unbedingt mit ihnen teilen. Der TAG24-Ratgeber stellt Dir ein paar Maßnahmen gegen Ameisen im Haus vor.

Nützliche Tipps gegen andere Schädlinge im Haus und in der Wohnung gibt es auf der Themenseite "Ungezieferbekämpfung".

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Typische Anzeichen für Ameisennester sind vor allem Ameisenstraßen, Erdkegel und eine erhöhte Anzahl von Blattläusen an Pflanzen.
  • Ameisen kann man durch den Einsatz einfacher Hausmittel (Öle, Pflanzen, Kräuter) vertreiben.
  • Durch Umsiedlung kann ein Ameisenbefall besonders tierfreundlich bekämpft werden.
  • Bei Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln im Haushalt kann einer Ameisenplage gut vorbeugt werden.

Ameisen im Haus: Zunächst sollte man das Ameisennest lokalisieren

Die unterirdischen Gangsysteme der Ameisen erschweren die Wasser- und Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln, wodurch die Pflanzen vertrocknen.
Die unterirdischen Gangsysteme der Ameisen erschweren die Wasser- und Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln, wodurch die Pflanzen vertrocknen.  © 123rf/aleksandarnako

Ameisennester bestehen meist aus kleinen Holz- und Pflanzenteilen, Erdkrumen und anderen natürlichen Materialien, wobei es viele verschiedene Arten von Nestern gibt, die man nicht immer von außen erkennen kann. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die kleinen Insekten ihre Kammern und Gangsysteme in lebende Bäume oder morsche Stämme nagen.

Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass sich ein Nest in der Nähe befindet, sind die sogenannten Ameisenstraßen. Aber auch vermehrt auftretende fliegende Ameisen oder sichtbare Schäden an verbautem Holz oder Isoliermaterial (in Form von Krümeln aus Holz- und Nestresten) können auf einen Ameisenbefall hindeuten.

Auch das verstärkte Vorkommen von Schild- und Blattläusen an Pflanzen kann auf ein Ameisennest hinweisen. Die Ameisen ernähren sich in diesem Fall von dem Honigtau, einem süßen Ausscheidungsprodukt der Blattläuse. Im Gegenzug verteidigen die kleinen Insekten die Blattschädlinge gegenüber Fressfeinden.

Über die Bekämpfung von Blattläusen findest Du in diesem Beitrag nützliche Tipps:

>>>Blattläuse ohne Chemie bekämpfen: Mit diesen natürlichen Mitteln funktioniert's!

Im Garten kann man Ameisennester besonders an kleinen Erdkegeln oder Sandhäufchen erkennen. Bevorzugt werden vor allem sonnige und trockene Stellen unter Steinen oder in Mauerspalten, da sich die Tiere hier sicher vor witterungsbedingten Einflüssen und Räubern fühlen.

Gut zu wissen: Ameisennester müssen nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe von den Ameisenstraßen liegen. Die Insekten sind nämlich gute Kletterer und können so auch über mehrere Etagen von Gebäuden auf Balkone oder Terrassen gelangen.

Wie kann man Ameisen erfolgreich vertreiben?

Für die Natur sind die meisten Ameisenarten durchaus nützlich. Spätestens dann, wenn sie zu einem gesundheitsschädigenden Problem werden, die Sicherheit von Bausubstanzen oder anderer Materialien gefährden, Lebensmittel in Vorratsräumen und Küchen verunreinigen oder anderweitig als störend empfunden werden, wird die Bekämpfung der Ameisen allerdings notwendig.

Ameisen lieben Süßes und ernähren sich hauptsächlich von anderen kleinen Insekten, Pflanzensäften, Früchten, Samen und dem Kot von Blattläusen, auch unter dem Namen Honigtau bekannt.
Ameisen lieben Süßes und ernähren sich hauptsächlich von anderen kleinen Insekten, Pflanzensäften, Früchten, Samen und dem Kot von Blattläusen, auch unter dem Namen Honigtau bekannt.  © 123rf/tarnrit

Hausmittel gegen Ameisen

Da Ameisen als extrem geruchsempfindlich gelten, können sie bereits durch den Einsatz von stark riechenden Stoffen vertrieben werden. Je nach Konsistenz werden diese direkt auf die Ameisenstraße gesprüht, geträufelt oder in Schälchen in der Nähe aufgestellt. Hierfür eignen sich geruchsintensive Pflanzen, ätherische Öle sowie Gewürze und Kräuter.

  • Essig
  • Kerbel
  • Knoblauch
  • Lavendel
  • Majoran
  • Nelken
  • Pfefferminze
  • Salbei
  • Teebaumöl
  • Thymian
  • Wacholder
  • Zimt
  • Zitrone

Auch Back- und Kaffeepulver gelten als bekannte Hausmittel zur Vernichtung von Ameisen. Es wird von den Insekten gefressen, wonach sie jedoch meist sterben.

Ameisen vertreiben: Barrieren errichten

Ameisen halten sich auch von alkalischen Stoffen fern. Deshalb kann es sinnvoll sein, mit sogenanntem Gartenkalk oder Kreide eine Linie auf dem Boden zu ziehen. Dies wirkt wie eine Art Barriere auf die Ameisen, die sie meiden werden.

Ameisen bekämpfen durch Umsiedlung

Eine besonders tierfreundliche Alternative ist die Umsiedlung des Ameisenvolkes. Im Garten kann das zum Beispiel eine ungenutzte Ecke oder der Komposthaufen sein. Andernfalls eignen sich dafür eine naheliegende Wiese oder ein angrenzender Wald.

Anleitung: Für die Umsiedlung wird ein Ton-Blumentopf mit Erde, Holzwolle, Stroh oder Zeitungspapier gefüllt und kopfüber entlang der Ameisenstraße aufgestellt oder direkt über dem Ameisennest platziert. Die Ameisen sollten nun innerhalb der nächsten Tage in den Blumentopf umziehen. Anschließend wird vorsichtig eine Schaufel unter den Topf geschoben, damit das Ameisennest an seinen neuen Standort transportiert werden kann. Beim Transport im Auto sollte unbedingt darauf geachtet werden, den Blumentopf in einen verschließbaren Behälter zu stellen.

Extra-Tipp: Gibt man in das neue Nest etwas Süßes wie Zucker oder Marmelade, werden die Ameisen noch schneller angelockt.

Ameisen bekämpfen durch Ertränken

Da Ameisen nicht schwimmen können, ist das gezielte Ertränken eine Methode, sich von den Tierchen zu befreien. Hierfür wird eine Schale mit einer stark zuckerhaltigen Flüssigkeit (Honigwasser, verdünnter Likör, Sirup) aufgestellt, die die Insekten anlockt und sie schließlich darin ertrinken.

Werden Nester in einem Pflanzenkübel vermutet, kann dieser häufig gewässert werden, sofern es die Pflanze verträgt. Denn steht das Ameisennest ständig unter Wasser, werden die Insekten bald das Weite suchen.

Chemische Bekämpfungsmittel gegen Ameisen

Vor dem Einsatz solcher Mittel sollte immer Nutzen und Schaden abgewogen werden. Denn insbesondere dann, wenn kleine Kinder, Schwangere, kranke Menschen und Haustiere mit in der Wohnung leben, wird dringend von chemischen Mitteln abgeraten.

  • Ungeziefersprays töten zwar die besprühten Tiere ab, die übrigen Ameisen suchen sich jedoch einen anderen Weg. Eine erneute Ausbreitung ist somit nicht ausgeschlossen.
  • Handelsübliche Köderfallen locken Ameisen mit bestimmten, meist giftigen Stoffen an, die von den Tieren aufgenommen und mit ins Nest transportiert werden, wo sie schließlich das gesamte Volk vernichten.

Tipp: Da Ameisen immer in großen Gruppen zusammenleben, kann eine erfolgreiche Bekämpfung mit den genannten Methoden nicht ganz einfach sein und auch nicht garantiert werden. Ist dies der Fall, sollte ein Profi für Schädlingsbekämpfung hinzugezogen werden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Ameisen im Haus

Bereits unter Berücksichtigung einiger einfacher Verhaltensregeln kann einem Ameisenbefall effektiv und nachhaltig vorgebeugt werden.

  • Aufbewahrung von Lebensmitteln und Vorräten in luftdichten Behältern
  • Regelmäßige Entleerung der Futterschalen von Haustieren
  • Beseitigung von heruntergefallenen Essensresten, insbesondere süßer Speisen und Obst
  • Reinigung von benutztem Geschirr
  • Entsorgung von Abfall in verschlossene Mülleimer
  • Regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls Verschluss von Fugen, Mauerwerksöffnungen, Fenster- und Türdichtungen mithilfe geeigneter Abdichtungsmittel
  • Verwendung von Kies statt Sand unter den Wegplatten im Garten oder auf der Terrasse

Fazit: Unsere einheimischen Ameisen sind für uns Menschen meist harmlos, können jedoch äußerst lästig werden, wenn sie in unsere Häuser und Wohnungen eindringen. Um sie zu vertreiben, genügt meist schon der Einsatz einfacher Hausmittel oder eine Umsiedlung.

Titelfoto: 123rf/ballball14

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