Regionalliga Nordost: Brüder-Duo beendet mit Mitte 20 Karriere - und wechselt ins Klub-Büro!
Berlin - Ungewöhnlicher Schritt in der Regionalliga Nordost: Das Brüder-Duo Johannes (25) und Paul Manske (24) beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere und wechselt vom grünen Rasen ins Klub-Büro der VSG Altglienicke.
Schon am Mittwoch waren die Manske-Brüder beim Cottbus-Test nicht mehr dabei - aus gutem Grund! Sie werden künftig die Geschäftsleitung des Vereins erweitern und die neu geschaffene Position "Strategie & Vereinsentwicklung" besetzen.
Das Ziel: Den aufstrebenden Viertligisten-Klub gesamtheitlich wachsen lassen.
"Mit dieser Entscheidung reagiert der Verein bewusst auf die wachsenden strukturellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen im leistungsorientierten Fußball", so der Klub in einer langen Mitteilung.
Das Brüder-Duo kickte (mit kurzen Unterbrechungen) seit 2020 im VSG-Trikot, absolvierte über 100 Pflichtspiele, holte unter anderem den Berliner Landespokal. Noch im November standen sie gemeinsam auf dem Platz.
Statt Fußballschuhe und Trikot sind künftig Telefon und Laptop das Arbeitsmittel. Das eingespielte Duo soll den Verein strategisch voranbringen, Strukturen schaffen und Verein, Kader und Sport verzahnen.
"Besonderes Augenmerk liegt dabei auf ihrer Rolle als verbindendes Element zwischen Mannschaft, sportlicher Leitung und strategischer Ebene", führt der Verein aus.
VSG Altglienicke will die Strukturen und die Vereinsentwicklung wachsen lassen
Die VSG ist seit 2017 dauerhaftes Mitglied der "kleinen Champions League des Ostens" und sorgte sportlich immer wieder für kürzere Erfolgsphasen.
Jedoch schafften es die Südost-Berliner in den neun Jahren kaum, eine nennenswerte Fanbase aufzubauen - auch aufgrund der Stadionproblematik.
Die vereinseigene Spielstätte ist nicht Viertliga-tauglich, weshalb die VSG seit Jahren durch andere Stadien der Hauptstadt tingelt - und seit dieser Saison sogar ins brandenburgische Fürstenwalde/Spree ausweicht.
Altglienicke-Mäzen Daniel Böhm (49), der zugleich Geschäftsführer der ausgegliederten Fußball-GmbH ist, erklärt: "Wir wollen weg von reiner Saisonlogik hin zu nachhaltiger Entwicklung für Verein, Stakeholder und Sportler."
Mit den Manskes als Bindeglied im Verein. Das Brüder-Duo tritt damit in die Fußstapfen von Papa Thorsten (61), der ein Jahrzehnt Vize-Präsident bei Hertha BSC war und heute noch im Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes und des NOFV sitzt.
Die Maßnahme passt in die Gesamtstrategie des Klubs, der mit aller Macht in der kommenden Saison den Aufstieg anstrebt und auch im sportlichen Bereich eine Winter-Offensive startete.
Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

