Trainer-Effekt verpufft: Union Berlin weiter in Krise - Eta schon wieder vor Aus?
Berlin - Es ist die Hoffnung bei jedem Trainer-Wechsel: Eine andere Ansprache und Herangehensweise sollen schnell den Erfolg (zurück)bringen - bei Union Berlin ist der Effekt verpufft.
Mit ihrer Ernennung zur Nachfolgerin von Steffen Baumgart (54) schrieb Marie-Louise Eta (34) Geschichte, denn sie ist die erste Cheftrainerin einer Herrenmannschaft in einer der fünf Top-Ligen Europas.
Darüber wurde mittlerweile mehr als ausgiebig berichtet. Allerdings wollten die Eisernen mit ihrer Beförderung nicht nur ein Zeichen setzen, sondern waren einhellig der Meinung, dass sie der schweren Aufgabe gewachsen ist.
"Sie können sicher sein, dass alle hier bei Union Berlin zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung stehen", betonte Manager Horst Heldt (56) und sprach von der 34-Jährigen als eine "hochkompetente Führungspersönlichkeit".
Schließlich hatte Eta die Köpenicker am Ende der Saison 2023/24 an der Seite von Marco Grote (53) in allerletzter Sekunde zum Klassenerhalt geführt. Den Beweis, dass sie es auch in Eigenregie schafft, ist die Trainerin bislang schuldig geblieben.
Bei ihrer Premiere als Chefin an der Seitenlinie in der Bundesliga unterlag sie mit ihrer Mannschaft nach großem Kampf ziemlich unverdient mit 1:2 gegen eiskalte Wölfe. Dennoch zeigte ihr Team gute Ansätze, von denen beim 1:3 in Leipzig aber erst einmal nichts mehr zu sehen war.
Dennoch soll die Übungsleiterin weiter im Amt bleiben - ihre nächste Bewährungschance bekommt sie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Alten Försterei gegen den 1. FC Köln.
Aller guten Dinge sind drei: Kann Marie-Louise Eta gegen Köln zum ersten Mal punkten?
"Klar sind wir enttäuscht über die Niederlage", die sie als verdient bezeichnete, "aber auch heute können wir wieder viel rausziehen und werden nächste Woche wieder angreifen", kündigte die Fußballlehrerin in der Pressekonferenz nach der Pleite bei RB Leipzig an.
Sorge habe sie vor dem anstehenden Abstiegskracher keine, schließlich sei allen Beteiligten im Vorfeld klar gewesen, "dass es weiterhin ein harter Weg wird".
Und noch etwas machte "Louie" Hoffnung auf die Kehrtwende gegen den Effzeh: "Ich habe dann eine Mannschaft gesehen, die immer weiter dran geglaubt hat" und die sich gegen die Schlappe bei RB gestemmt habe.
Die Berliner haben weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, was aber nicht an der eigenen guten Leistung, sondern an den Patzern der Konkurrenz liegt.
Sollte der Hauptstadtklub gegen die Geißböcke allerdings auch im sechsten Spiel nacheinander keinen Dreier landen und St. Pauli im Gegenzug einen Sieg einfahren, könnte es auf den letzten Drücker doch noch einmal richtig eng werden.
Und dann stellt sich die Frage, ob man im Südosten der Spree-Metropole bis zum (bitteren) Ende an Marie-Louise Eta festhält oder kurz vor knapp doch noch einmal die Reißleine zieht und die Pferde wechselt?
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

