Schmidt schlägt Alarm bei Chemie Leipzig: "Haben in allen Mannschafts-Teilen Bedarf!"
Leipzig - Vor etwas mehr als einer Woche startete Alexander Schmidt (57) als neuer Trainer der BSG Chemie Leipzig die Mission Klassenerhalt. Sein Einstand als Coach verlief nicht gut. Gegen Oberligist VFC Plauen verlor Grün-Weiß mit 2:3. Im Gespräch mit TAG24 zog der gebürtige Augsburger nun ein erstes Fazit.
Und das ist - knapp zwei Wochen vor dem Ligastart am 30. Januar daheim gegen den Chemnitzer FC - durchaus alarmierend.
Zwar ist Schmidt mit dem Einsatz seiner Mannschaft in den Einheiten zufrieden. "Wir trainieren sehr intensiv, die Jungs ziehen ordentlich mit, da gibt es überhaupt nichts auszusetzen."
Verstärkung wird dennoch dringend gebraucht. "Wir haben in allen Mannschaftsteilen im Prinzip Bedarf. Deshalb halten wir auf allen Positionen – Abwehr, Mittelfeld, Sturm – die Augen nach potenziellen Verstärkungen offen."
Die Partie gegen Plauen ging zwar verloren. Schmidt will das Ergebnis aber nicht überbewerten. "Es war unser erstes Spiel. Es gab positive Ansätze, auch wenn das Ergebnis natürlich unbefriedigend war."
Im Kasten hat man sich durch die Verpflichtung von Marcel Bergmann (27) schon verstärkt und Florian Horenburg (23) einen Konkurrenten an die Seite gestellt. Wer die Nummer eins zwischen den Pfosten wird, weiß der Coach aber noch nicht.
Schmidt will jetzt Nägel mit Köpfen machen, schnell einen Kader zusammenbasteln, der das Zeug dazu hat, die Wende einzuleiten: "Wenn wir nicht trainieren, bin ich eigentlich nur am Telefonieren. Ich führe viele Gespräche mit Beratern."
Wie viel dann am Ende auch finanziell möglich ist, wird sich zeigen. Viel Zeit ist jedenfalls nicht mehr, um die passenden Spieler zu finden. Schmidt jedoch ist optimistisch: "Wir sind auf einem guten Weg dorthin. Aber wir machen keine Schnellschüsse, sondern suchen Jungs, die uns wirklich verbessern."
Chemie Leipzigs Trainer Alexander Schmidt will die Angst wegnehmen
Währenddessen steht das nächste Testspiel schon vor der Tür. Am Samstag (13 Uhr) empfangen die Chemiker die offensivstarke U23 des 1. FC Magdeburg.
Nach einer Platzbegehung am Donnerstag sieht der Trainer die Chancen gut, dass vielleicht sogar auf dem Feld im AKS und nicht wieder auf dem Kunstrasen gespielt werden kann. Eine Entscheidung soll aber erst am Samstagvormittag fallen.
Da nicht klar ist, wie die Witterungsverhältnisse bis zum Chemnitz-Spiel aussehen werden, wäre das sicherlich keine schlechte Idee, auf dem leicht holprigen Platz zu testen.
Am Ende geht es aber vor allen Dingen darum, Erfolgserlebnisse zu sammeln, egal wo. Nach einem ganz schweren Jahr 2025 müssen sich die Grün-Weißen im Kopf wieder gerade rücken.
Schmidt nimmt die Verantwortung auf sich: "Die Stimmung im Team ist gut - aber natürlich helfen jetzt vor allem Erfolgserlebnisse, auch in den Testspielen. Jetzt ist es meine Aufgabe, die richtigen Spieler zu erwischen, die bereit sind. Da muss ich jetzt genau hinschauen: Wer zieht zurück? Wer zweifelt? Wer geht jetzt durchs Feuer und nimmt die Situation an?"
Dabei wird es auch darum gehen, den Fans etwas die Abstiegs-Bedenken zu nehmen, die berechtigterweise jetzt schon da sind. "Die müssen wir ihnen nehmen. Angst ist der falsche Berater – und das vermittle ich den Jungs auch! Was mir als Trainer ganz wichtig ist: dass die Fans zu hundert Prozent hinter uns stehen. Wir haben eine junge Mannschaft, die Spieler nehmen sich zu Herzen, was über sie geschrieben steht. Wir brauchen jetzt einen positiven Drive, und das geht nur gemeinsam."
Titelfoto: Silvio Bürger

