"Keine Rumrechnerei": Nur ein Sieg zählt für Frankfurt gegen Marseille

Frankfurt am Main - Für Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ist das Duell gegen Olympique Marseille ein Alles-oder-Nichts-Spiel.

"Wir gehen auf den Platz, wollen gewinnen, nach vorne spielen und Marseille vor Probleme stellen", sagte Oliver Glasner (48) auf der heutigen Pressekonferenz.
"Wir gehen auf den Platz, wollen gewinnen, nach vorne spielen und Marseille vor Probleme stellen", sagte Oliver Glasner (48) auf der heutigen Pressekonferenz.  © dpa/Sebastian Gollnow

"Wir wissen, dass wir gegen Marseille am besten gewinnen. Die Ausgangsposition ist klar", sagte Eintracht-Cheftrainer Oliver Glasner (48) einen Tag vor der Champions-League-Partie am Mittwoch (21 Uhr/DAZN).

"Wir gehen auf den Platz, wollen gewinnen, nach vorne spielen und Marseille vor Probleme stellen. Die Rumrechnerei hat aber noch nie zu etwas geführt. Wir wollen die beste Leistung zeigen, um dann mit höchster Wahrscheinlichkeit zu gewinnen."

Um das Achtelfinale zu erreichen, muss der Bundesliga-Vierte gegen die Franzosen gewinnen. Eine Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Aus in der Königsklasse.

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Zudem wäre das Überwintern auf Europa-League-Rang drei für den Titelverteidiger dieses Wettbewerbs passé, wenn Sporting Lissabon zeitgleich bei Tottenham Hotspur gewinnt.

Mit vier Punkten ist die Eintracht Tabellenletzter der Gruppe D hinter Tottenham Hotspur (7) sowie Marseille und Sporting Lissabon (je 6).

"Wir gehen mit großer Vorfreude ins Spiel", sagte Eintracht Frankfurts Djibril Sow

Djibril Sow (25) gab sich auf der Pressekonferenz am Dienstag selbstbewusst und optimistisch vor dem Spiel gegen Olympique Marseille.
Djibril Sow (25) gab sich auf der Pressekonferenz am Dienstag selbstbewusst und optimistisch vor dem Spiel gegen Olympique Marseille.  © dpa/Sebastian Gollnow

"Wir gehen mit großer Vorfreude und Selbstvertrauen ins Spiel", sagte Mittelfeldakteur Djbril Sow (25). Dazu gibt es allen Grund: Zuletzt gelangen den Eintracht-Profis drei Siege in Serie, darunter zwei Gala-Auftritte gegen Bayer Leverkusen (5:1) und bei Borussia Mönchengladbach (3:1).

"Wir haben nicht nur gewonnen, sondern effektiv und schön gespielt", sagte Sow. Glasner warnte aber: "Es gibt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit."

Dagegen hat "OM" die letzten drei Meisterschaftspiele verloren, jedoch die letzten beiden Partien gegen Sporting Lissabon gewonnen. Die Frankfurter siegten in Marseille 1:0. "Das wird ein enges Spiel. Olympique weiß, wenn sie gegen uns gewinnen, können wir die Franzosen nicht mehr überholen", meinte Glasner.

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Bis auf die verletzten Aurélio Buta (25), Makoto Hasebe (38) und Ansgar Knauff (20) sowie den gesperrten Tuta (23) kann Glasner auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Zur Verfügung steht auch wieder Innenverteidiger Jérôme Onguéné (24). Sein Startelfdebüt wird Hrvoje Smolčić (22) in der Abwehr geben.

Nach den Ausschreitungen in Marseille gilt die Partie in Frankfurt als Hochsicherheitsspiel

Beim Hinspiel in Marseille flogen auf beiden Seiten immer wieder Leuchtraketen in den gegnerischen Fanblock.
Beim Hinspiel in Marseille flogen auf beiden Seiten immer wieder Leuchtraketen in den gegnerischen Fanblock.  © dpa/Sebastian Gollnow

Nach den schweren Ausschreitungen im Hinspiel am 13. September ist das Spiel am Main als Hochsicherheitsspiel eingestuft worden. Es werden rund 2000 Fans aus Frankreich erwartet. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot präsent sein.

Vor und während der Begegnung in Marseille waren aus beiden Fanblöcken immer wieder Leuchtraketen auf die jeweils gegnerischen Anhänger gefeuert worden, Böller wurden geworfen. Eine der Raketen traf einen Eintracht-Fan am Hals und verletzte ihn schwer.

"Im Hinspiel war das für alle Spieler ein Schock. Da waren Kriminelle auf beiden Seiten dabei", sagte Sow. "Ich hoffe, so etwas nicht mehr erleben zu müssen."

Auch Philip Holzer (56), Aufsichtsratsvorsitzender bei der Eintracht, denkt mit Entsetzen an die schrecklichen Szenen zurück. "Was da passiert ist, hat mich erschüttert: Es herrschten kriegsähnliche Zustände", sagte er im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich bin sicher, alle handelnden Personen werden das Notwendige unternehmen, um entsprechend vorbereitet zu sein."

Zugleich verurteilte Holzer das Verhalten der eigenen Fans in Frankreich. "Das Zeigen des Hitlergrußes ist absolut zu verurteilen und das Schießen von Pyrotechnik in andere Blöcke ist ein No-Go."

Titelfoto: DPA/Tom Weller

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