St.-Pauli-Blog: Weltmeister über St. Paulis Abstiegskampf - "Werden aufgefressen"

Hamburg - Der FC St. Pauli schlittert nach der 0:2-Niederlage in Heidenheim immer mehr dem direkten Abstieg entgegen.

Jackson Irvine und Connor Metcalfe erlebten dabei bittere Jubiläen, die selbst bei den Fans das Fass zum Überkochen brachte. Christoph Kramer analysiert den Abstiegskampf der Kiezkicker.

In unserem St.-Pauli-Blog erfahrt Ihr alle News rund um das Team, mögliche Transfers und alles Weitere aus dem Millerntor-Stadion.

27. April, 18.05 Uhr: Laut Chris Kramer wird St. Pauli "aufgefressen"

St. Pauli kann sich den direkten Klassenerhalt wohl abschminken. Christoph Kramer sieht ein großes Problem bei den Kiezkickern.

"Wenn du so spielst, wie St. Pauli Fußballspielen will, dann brauchst du eine breite Brust. Und wenn du die nicht hast - die kannst du dir auch nicht einreden - dann wird es schwierig. Dann ist es sehr fehleranfällig und wirkt nervös." Für die Situation, in der der Klub gerade steckt, sei das nicht der Fußball den es gerade braucht. "Zu einer Überzeugung gehört es einfach auch mal das zu spielen, was du brauchst, was angebracht ist", sagte der Weltmeister von 2014 zu Tommi Schmitt.

Sie hätten aus seiner Sicht einen gepflegten Spielaufbau und bis in die Mitte der gegnerischen Hälfte sei der Blessin-Fußball auch sehr ansehnlich, aber: "Wenn die den aber nicht spielen können, werden sie aufgefressen!"

Der Ansehnliche Fußball sei in der Bundesliga oft nicht immer der beste Plan, so Kramer. Eine Überzeugung durchzuziehen sei zwar eine der größten Stärken, könne aber auch schnell in Sturheit umschlagen.

Weltmeister Christoph Kramer sieht ein großes Problem bei den Kiezkickern.  © Rolf Vennenbernd/dpa

28. April, 8.52 Uhr: Jackson Irvine mit seinem 150. Pflichtspiel für St. Pauli

Das hatten sie sich anders erhofft! Kapitän Jackson Irvine (33) und Landsmann Connor Metcalfe (26) haben bei der 0:2-Pleite in Heidenheim Meilensteine erreicht. Irvine absolvierte sein 150. Pflichtspiel für die Kiezkicker, Metcalfe sein 100..

Irvine war im Sommer 2021 von Hibernian Edinburgh und entwickelte sich schnell zum Leistungsträger. Nach 88 Zweitliga-Partien (15 Tore, 15 Vorlagen) folgte mit der Meisterschaft und dem Aufstieg der erste Höhepunkt. Im Jahr darauf folgte der Klassenerhalt.

Im Oberhaus blieb Irvine bislang ohne Torerfolg. Hätte er sich Ende der vergangenen Saison nicht am Fuß verletzt, hätte er sein 150. Pflichtspiel bereits deutlich eher absolviert.

Metcalfe folgte ein Jahr später und kam direkt aus der Heimat von Melbourne City ans Millerntor. Während er in der zweiten Liga noch zu den Stammspielern gehörte, hat er unter Alexander Blessin (52) einen schweren Stand, hinzu kommen mehrere Verletzungen.

In der aktuellen Spielzeit kommt der 26-Jährige auf 22 Einsätze, wobei er nur einmal in der Startelf stand.

Während Jackson Irvine (33, l) sein 150. Pflichtspiel für St. Pauli absolvierte, war es bei Connor Metcalfe (26) Nummer 100.  © Marius Becker/dpa

27. April, 15.07 Uhr: St.-Pauli-Ultras beschimpfen Spieler, Capo schickt Mannschaft weg

Die Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim am vergangenen Samstag (0:2) stieß nicht nur Spielern und Trainer übel auf, sondern auch den weit mitgereisten Fans.

Und das ließen sie die Mannschaft auch wissen. Nachdem die Blessin-Elf nach Abpfiff vor die Gästetribüne trat, habe es erstmals Pfiffe sowie vereinzelt sogar Beschimpfungen vonseiten der Ultras zu hören gegeben.

Das berichtete ein anonymer Fan gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Einer der Capos habe daraufhin schnell reagiert und Hauke Wahl (32) zu sich gerufen. Gemeinsam sei entschieden worden, dass die Mannschaft sich in die Kabinen zurückziehe. Danach suchte auch Trainer Alexander Blessin (52) das Gespräch mit dem Capo. Mit einem Schulterklopfer und einer Umarmung endete die Unterhaltung - alles also halb so schlimm?

Dem Kiezklub sei aber bewusst, dass es eine sehr schwere Saison ist, die auch für die Fans enorm enttäuschend sein kann. Man hoffe dennoch auch für die finalen Partien auf die fortlaufende "enorme Unterstützung" vonseiten der Anhänger.

"Walk of Shame": Die Mannschaft des FC St. Pauli holte sich nach der Pleite in Heidenheim Pfiffe vonseiten der Fans ab.  © Tom Weller/dpa

26. April, 13 Uhr: Lars Ritzka fordert nach Heidenheim-Pleite eine Reaktion

Für den FC St. Pauli ist nach der 0:2-Pleite in Heidenheim der direkte Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Das rettende Ufer ist weiterhin zwar nur fünf Zähler entfernt, dazu kommt aber noch das schlechtere Torverhältnis.

"Wir werden nicht aufhören, müssen aber auf jeden Fall eine Reaktion zeigen", forderte Lars Ritzka (27), der zudem klar äußerte: "Wir brauchen nicht drumherum reden, dass die Relegation das Ziel ist. Wolfsburg ist näher an uns, als wir an Platz 15 sind."

In die gleiche Kerbe schlug auch Hauke Wahl (32): "Der Trainer hat gesagt, dass wir weitermachen müssen. Die Relegation als Minimalziel haben wir in eigener Hand."

Lars Ritzka (27) gab das Erreichen der Relegation als Minimalziel für St. Pauli aus.  © IMAGO / Maximilian Koch

25. April, 20 Uhr: FC St. Pauli mit Interesse an Bamba Dieng vom FC Lorient?

Mit Stürmern aus der französischen Ligue 1 hat der FC St. Pauli bereits gute Erfahrungen gemacht, Morgan Guilavogui (27) war in der vergangenen Saison ein Garant für den Klassenerhalt.

Wie der Journalist Pete O'Rourke auf X postete, sollen die Kiezkicker an Bamba Dieng (26) vom FC Lorient interessiert sein. Der senegalische Nationalspieler hat in dieser Saison neun Tore in 18 Spielen erzielt und wäre im Sommer ablösefrei.

Neben St. Pauli sollen aber auch unter anderem die Blackburn Rovers, Leicester City, der FC Portsmouth und Oxford United ein Auge auf den 26-Jährigen geworfen haben. Ein Wechsel ans Millerntor dürfte aufgrund seiner Qualität allerdings nur in Betracht gezogen werden, wenn die Kiezkicker die Klasse halten würden.

Der FC St. Pauli soll an Bamba Dieng (26) vom FC Lorient interessiert sein.  © AFP/Loic Venance

25. April, 14.28 Uhr: Das denkt Hauke Wahl über seine Rückkehr

Für Hauke Wahl (32) ist es am Samstag ein Wiedersehen mit alten Weggefährten. Der St.-Pauli-Verteidiger spielte von Januar bis Juni 2017 für den 1. FC Heidenheim. "Es war eine sehr lehrreiche Zeit", erklärte er am Sky-Mikro. "Es war eine sehr gute Zeit unter Frank Schmidt. Er hat mir ein-, zweimal in den Arsch getreten, davon profitiere ich heute noch."

Am Samstag lastet auf beiden Teams ein hoher Druck. "Wir wissen um die Tabellensituation, unser Ziel ist weiterhin der 15. Tabellenplatz", machte Wahl deutlich. "Dafür müssen wir heute gewinnen."

Heidenheim wiederum will mit einem Sieg noch einmal an St. Pauli herankommen.

Hauke Wahl (32) sieht großen Druck bei St. Pauli und Heidenheim.  © Marcus Brandt/dpa

25. April, 13 Uhr: Felix Zwayer pfeift das Spiel in Heidenheim

Felix Zwayer (44) wird am Samstag das Duell zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC St. Pauli. Beide Teams konnten unter seiner Leitung zuletzt nicht gewinnen.

Die Kiezkicker haben unter Zwayer fast eine ausgeglichene Bilanz: Acht Siegen stehen neun Unentschieden und neun Niederlagen gegenüber. In dieser Saison gab es bereits zwei Aufeinandertreffen - beim 1:3 in München und beim 0:0 gegen Frankfurt.

Die Heidenheimer Bilanz sieht im Vergleich schlechter aus. Der FCH konnte nur zweimal unter Zwayer gewinnen und verlor fünf Partien, fünf weitere endeten mit einem Remis. Gegen Dortmund (0:2) und in Augsburg (0:1) gab es in dieser Spielzeit zwei Niederlagen.

Insgesamt warten beide Vereine seit Jahren auf Siege, wenn Zwayer an der Pfeife ist. St. Pauli gewann zuletzt im November 2024, Heidenheim im April 2023 unter dem 44-Jährigen.

Felix Zwayer (44) wird die Partie des FC St. Pauli beim 1. FC Heidenheim pfeifen.  © Harry Langer/dpa

25. April, 9 Uhr: Martijn Kaars rechnet mit großem Widerstand

Im Hinspiel sorgte Martijn Kaars (27) mit seinem Doppelpack für den 2:1-Sieg des FC St. Pauli über den 1. FC Heidenheim. Ein ähnliches Ergebnis im Rückspiel am Samstag wäre aus Sicht der Kiezkicker wünschenswert.

"Wir alle wissen, wie wichtig das Spiel ist. Wir müssen gewinnen", betonte der Angreifer im Vorfeld. Denn mit einem Sieg könnte St. Pauli nicht nur an die Konkurrenz vor sich aufschließen, sondern auch Heidenheim in die zweite Liga befördern.

Genau aus diesem Grund rechnet Kaars aber mit großem Widerstand. "Heidenheim wird alles geben, um zu gewinnen. Sie werden ein bisschen mehr Risiko", war er sich auch sicher. Dies biete allerdings den Kiezkicker wiederum Möglichkeit.

Vor allem auf die Konterstärke muss St. Pauli aufpassen - der FCH ist Dritter in dieser Statistik. "Die Restverteidigung ist wichtig und wir müssen die Zweikämpfe gewinnen", forderte Kaars, der am Samstag vielleicht mal wieder von Beginn an starten könnte.

Martijn Kaars (27) rechnet mit großem Widerstand.  © Marcus Brandt/dpa

24. April, 16.20 Uhr: Trainer Alexander Blessin mit klarer Forderung an sein Team

Nach dem bitteren Unentschieden gegen Köln am vergangenen Spieltag musste der FC St. Pauli unter der Woche den nächsten Rückschlag einstecken. Mathias Pereira Lage (28) erlitt eine schwere Knieverletzung und fällt monatelang aus.

"Es hat wehgetan. Aber es gilt trotzdem, das jetzt abzuhaken und zu sagen: Jetzt erst recht!", betonte Trainer Alexander Blessin (52), der um die Wichtigkeit der Partie am Samstag beim 1. FC Heidenheim wusste.

Zudem mussten die Kiezkicker in dieser Saison bereits mehrere langfristige Ausfälle kompensieren. "Solche Nackenschläge hinzunehmen, wieder aufzustehen - das ist St. Pauli", so der 52-Jährige. "Das ist diese Mannschaft, das zeichnet sie aus. Deswegen werden wir auch diese Situation meistern und die richtigen Schlüsse daraus ziehen."

Vier Spieltage vor Schluss sei die Mannschaft noch einmal zusammengerückt. "Es ist auch wichtig, dass sich die Mannschaft intern zusammenhockt und bestimmte Sequenzen bespricht. Das zeigt mir einfach, dass die Mannschaft lebt, dass sie intakt wirkt und gewillt ist, bis zum letzten Spieltag alles zu geben", zeigte sich Blessin erfreut.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) fordert gegen Heidenheim eine gewisse "Jetzt erst Recht"-Einstellung.  © Christian Charisius/dpa

24. April, 11.45 Uhr: Schlägt gegen Heidenheim erneut die Stunde von Martijn Kaars?

Im Hinspiel Mitte Dezember schlug die große Stunde von Martijn Kaars (27). Der Angreifer traf beim 2:1-Sieg des FC St. Pauli über den 1. FC Heidenheim doppelt - es waren zwei seiner bislang drei Saisontore. In den letzten Wochen war der Niederländer aber hinten dran.

"Er gibt weiterhin Gas und ist bereit", erklärte Trainer Alexander Blessin (52) auf TAG24-Nachfrage und bestätigte, dass er viele Gespräche mit dem Angreifer führe. "Er weiß, was ich von ihm erwarte, und auch, was er von sich erwartet."

Bis auf das Union-Spiel kam Kaars zuletzt nur als Joker zum Einsatz, zweimal schmorte er sogar 90 Minuten auf der Bank. Nun könnte er aber als Alternative für den verletzten Mathias Pereira Lage (28) agieren. "Wenn er zum Einsatz kommt, dann gibt er auch Gas", machte Blessin deutlich, ohne sich in die Karten schauen zu lassen.

Im Hinspiel traf Martijn Kaars (27) gegen Heidenheim doppelt, zuletzt spielte er beim FC St. Pauli aber nur die zweite Geige.  © Marcus Brandt/dpa

23. April, 16.10 Uhr: Eric Smith steht gegen Heidenheim noch auf der Kippe

Dass Mathias Pereira Lage (28) am Samstag beim 1. FC Heidenheim fehlen wird, war nach der Nachricht vom Vormittag klar. Ein Fragezeichen stand noch hinter den Einsätzen von Eric Smith (29) und Nikola Vasilj (30), die beide am Dienstag und Mittwoch nicht trainieren konnten.

"Sie haben beide heute mittrainiert. Das ist eine gute Nachricht", erklärte Trainer Alexander Blessin (52). Dennoch gab er sich gerade bei Smith noch etwas vorsichtig. "In der Summe war er dreieinhalb Wochen nicht aktiv dabei. Wir sind aber guter Dinge, dass, wenn er keine Reaktion zeigt, am Samstag auch dabei ist."

Bei Vasilj gestaltete es sich ein wenig klarer, er wird in Heidenheim nach einem kleinen Infekt wieder zwischen den Pfosten stehen. Im Kader steht dann auch David Nemeth (24), der sich bei der U23 eine Platzwunde zugezogen hatte. "Er macht einen guten Eindruck und sieht mit den guten alten Tackern ein bisschen bestialisch aus", scherzte Blessin, der sich ansonsten über die Rückkehr von Joel-Chima Fujita (24) nach dessen Sperre freuen konnte.

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