Frust bei Sky-Interview: Hertha-Manager über Frage verärgert

Berlin - Der Frust saß tief bei Hertha BSC: Nach schlechter Leistung ist am Freitagabend im heimischen Olympiastadion die nächste Partie in die Hose gegangen.

Herthas Sportdirektor Benjamin Weber (45) war mit einer Nachfrage ganz und gar nicht einverstanden.
Herthas Sportdirektor Benjamin Weber (45) war mit einer Nachfrage ganz und gar nicht einverstanden.  © Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

Benjamin Weber (45) stellte sich nach Spielschluss trotzdem unmittelbar den Fragen am Sky-Mikrofon und wurde dabei an einer Stelle sehr deutlich.

Moderatorin Mara Mones wollte nämlich von dem Sportdirektor der Berliner wissen, ob Trainer Stefan Leitl (48) denn noch fest im Sattel sitze. Diese Nachfragte nervte Weber augenscheinlich sehr, denn die "finde ich ein bisschen respektlos und werde ich nicht beantworten", stellte er sichtlich verärgert klar.

Nach einer kurzzeitigen unbehaglichen Stille bedankte sich die Sky-Moderatorin bei dem 45-Jährigen, der sich ein wenig kühl von ihr und mit einer kurzen Umarmung von Experte Torsten Mattuschka (44) verabschiedete und von dannen zog.

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Zuvor räumte Weber offen und ehrlich ein: "Wir haben heute einfach eine extrem schlechte Leistung gezeigt." Daher seien die Pfiffe im Stadion zur Halbzeit und nach Spielende "auch nachvollziehbar", zeigte der Funktionär Verständnis für die Fans.

Hertha BSC legt schwächsten Zweitligastart seit 40 Jahren hin

Stefan Leitl (48) hat sich nach Spielschluss sichtlich enttäuscht und zeitweise sogar ratlos am Sky-Mikrofon gezeigt.
Stefan Leitl (48) hat sich nach Spielschluss sichtlich enttäuscht und zeitweise sogar ratlos am Sky-Mikrofon gezeigt.  © Andreas Gora/dpa

Leitl ging bei der anschließenden Pressekonferenz sogar noch einen Schritt weiter: "Wir müssen uns entschuldigen bei den Zuschauern. Für die erste Halbzeit gibt es keine Erklärung", betonte der Trainer.

Besonders nach der Leistungssteigerung beim 0:0 gegen Darmstadt in der Vorwoche fehlten dem 48-Jährigen angesichts der schwachen Vorstellung die Worte. Es habe seinen Schützlingen schlichtweg an Selbstvertrauen gemangelt. "Du hast dann schon gemerkt: Das Trikot wird dann immer schwerer."

"Keiner will den Ball haben, keine Energie auf dem Platz, daran muss gearbeitet werden", bemängelte Weber. "Wir haben uns nicht gewehrt, wir müssen uns wehren, sonst gewinnt man kein Spiel in der Zweiten Liga", wurde er deutlich.

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Mit dem 0:2 gegen die SV Elversberg hat die Alte Dame den schwächsten Saisonstart im deutschen Unterhaus seit 40 Jahren hingelegt. Saisonübergreifend wartet der Hauptstadtklub bereits seit sechs Begegnungen auf einen Sieg in der 2. Bundesliga, seit vier Pflichtspielen auf einen eigenen Treffer.

Die Verletzten-Misere wollten weder Leitl noch Weber als Ausrede gelten lassen. Man müsse versuchen, "das Beste aus dieser Situation zu machen" und "noch enger zusammenrücken", bekräftigte der Übungsleiter. In der anstehenden Länderspielpause gelte es, "sich zu sammeln", so Weber.

Titelfoto: Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

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