Hertha BSC erlebt Albtraum-Day nach Bobic-Beben: Viele Absagen und ein Rückkehrer

Berlin - Es war eine turbulente Woche bei Hertha BSC: Nach der 0:5-Klatsche gegen den VfL Wolfsburg und der 0:2-Schlappe im Derby gegen Union Berlin folgten der große Bobic-Knall und ein ernüchternder Deadline Day, denn die angekündigten Verstärkungen sind ausgeblieben.

Maximilian Philipp (28) hat sich aufgrund der Unruhe bei Hertha BSC für eine Leihe zu Werder Bremen entschieden.
Maximilian Philipp (28) hat sich aufgrund der Unruhe bei Hertha BSC für eine Leihe zu Werder Bremen entschieden.  © Swen Pförtner/dpa

Die Trennung von Manager Fredi Bobic (51) mag keine Kurzschlussreaktion nach der fünften Derby-Niederlage in Folge, sondern bereits im Vorfeld wohlüberlegt gewesen sein, wie Präsident Kay Bernstein (42) im Nachgang verkündete. Gleichwohl kam sie zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt.

Denn der Rauswurf in der heißen Phase der Wintertransfer-Periode hat sich auch auf geplante Neuverpflichtungen ausgewirkt, die der Ex-Manager bereits in die Wege geleitet hatte.

Da wäre zunächst die Personalie Maximilian Philipp (28). Der gebürtige Berliner sollte bis Saisonende von den Wölfen ausgeliehen werden, um eine Alternative in der Offensive zu bieten.

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Der 28-Jährige soll sich sogar bereits in Gesprächen mit der Hertha befunden, aufgrund der Unruhe im Verein aber letztendlich dagegen entschieden haben und ist schließlich bei Werder Bremen gelandet. Bobics Rauswurf habe ihn nach eigener Aussage in seiner Entscheidung beeinflusst.

Dann wäre da auch noch Auxerres Gauthier Hein (26), der ebenfalls auf den offensiven Außenbahnen zu Hause ist. Noch unter der Ägide von Bobic wurde ein Vertrag ausgehandelt und der 26-Jährige zum Medizincheck einbestellt.

Hertha BSC muss an Deadline Day viele Rückschläge verkraften

Tolga Cigerci (30) schnürte schon einmal für Hertha BSC die Fußballschuhe, bevor sein Weg ihn im Sommer 2016 in die Türkei führte. (Archivfoto)
Tolga Cigerci (30) schnürte schon einmal für Hertha BSC die Fußballschuhe, bevor sein Weg ihn im Sommer 2016 in die Türkei führte. (Archivfoto)  © Thomas Eisenhuth/dpa

Am Dienstag befanden die Verantwortlichen der Alten Dame jedoch, dass er nicht gut genug für den Hauptstadtklub sei, und schickten den Franzosen unverrichteter Dinge wieder heim - ein ähnliches Unding wie Unions geplatzter Isco-Wechsel, der aber natürlich weitaus spektakulärer verlief.

Bis zu vier neue Profis wurden vollmundig angekündigt. Unter anderem wurden die Namen von Leicester Citys Ex-Bundesligaprofi Jannik Vestergaard (30) und Standard Lüttichs marokkanischem WM-Fahrer Selim Amallah (26) gehandelt. Beide winkten ab.

Den angestrebten Leihgeschäften von Kerem Demirbay (29) und dem Ex-Unioner Marvin Friedrich (27) wurden von Vereinsseite bei Bayer Leverkusen respektive Borussia Mönchengladbach ein Riegel vorgeschoben.

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Und so konnten die Spree-Athener am Ende des Tages lediglich einen einzigen Neuzugang vermelden: Der "verlorene Sohn" Tolga Cigerci (30) kehrt aus der Türkei zurück. Damit mag die Hertha zwar den von Bernstein angekündigten Hertha-Weg beschreiten, aber ob der 30-Jährige eine echte Verstärkung ist, muss sich erst noch zeigen.

Bei Ankaragücü war der defensive Mittelfeldmann zwar Stammspieler und sogar Kapitän, spielte mit dem Klub aus der türkischen Hauptstadt aber nur gegen den Abstieg, was ihn jetzt auch in Berlin wieder erwartet. Cigercis Zeiten bei den Top-Klubs Galatasaray und Fenerbahce sind aber längst vorbei.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Thomas Eisenhuth/dpa (Bildmontage)

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