Hertha BSC patzt immer, wenn's darauf ankommt: In einer Minute "alles verloren"

Berlin - Es ist einfach zum Mäusemelken: Jedes Mal, wenn Hertha BSC die Chance hat, Boden im Aufstiegsrennen gutzumachen und in den Kampf um die Bundesliga richtig einzugreifen, muss die Mannschaft von Stefan Leitl (48) einen Rückschlag hinnehmen.

Die entscheidende Szene: In der Nachspielzeit kassiert Hertha BSC den Ausgleich nach einer Ecke.
Die entscheidende Szene: In der Nachspielzeit kassiert Hertha BSC den Ausgleich nach einer Ecke.  © Andreas Gora/dpa

Zwar hatte man die Rückkehr ins Oberhaus nach der krachenden 2:5-Klatsche in Paderborn einhellig abgeschrieben, aber wenn man sich die Reaktionen nach dem Last-Minute-Ausgleich beim 1:1 gegen den VfL Bochum anschaut, dann wirkten diese Aussagen rückwirkend eher wie Zweckpessimismus, um auch den Druck von den Spielern zu nehmen.

Natürlich war nicht damit zu rechnen, dass die Konkurrenz dermaßen patzt, aber mit einem Sieg gegen den VfL hätte die Alte Dame den Rückstand auf Platz drei noch einmal auf fünf Punkte verkürzen und die Tür zur Bundesliga ein Stück weit aufstoßen können.

Und bis zur Nachspielzeit schien auch alles nach Plan zu laufen, wäre da nicht die fatale Ecke in der 91. Minute gewesen, nach der Leandro Morgalla (21) die Berliner mit seinem Tor mitten ins Herz traf. Dabei ist besonders bitter, dass die Blau-Weißen bis dahin eigentlich keine gefährlichen Chancen zugelassen hatten.

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"Wir haben in dieser einen Minute alles verloren. Dieser Punkt ist nichts. Es ist ein Rückschlag", beklagte Geburtstagskind Dawid Kownacki (29), der zuvor vom Punkt für die Führung gesorgt hatte. Auch Tjark Ernst (23), der am Sonntag seinen Geburtstag feiert, sprach nach Spielschluss von einem Rückschlag.

Nach dem Abpfiff sind bei den Hertha-Spielern viele enttäuschte Gesichter zu sehen gewesen.
Nach dem Abpfiff sind bei den Hertha-Spielern viele enttäuschte Gesichter zu sehen gewesen.  © Andreas Gora/dpa

"Äußerst unglücklich": Hertha-Coach Stefan Leitl nach Last-Minute-Rückschlag enttäuscht

Hertha-Coach Stefan Leitl (48) hat nach Spielschluss sehr niedergeschlagen gewirkt.
Hertha-Coach Stefan Leitl (48) hat nach Spielschluss sehr niedergeschlagen gewirkt.  © Andreas Gora/dpa

"Es ist natürlich äußerst unglücklich, in der Nachspielzeit dann den Ausgleich noch zu kassieren", bemängelte auch Leitl zutiefst enttäuscht in der Pressekonferenz nach Spielschluss.

"Ich finde, dass wir in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel gemacht haben" und "sind auch völlig verdient dann in Führung gegangen", betonte der BSC-Coach.

Im zweiten Durchgang sei die Partie dann zwar ausgeglichener gewesen, dennoch habe Bochum bis zum Schluss keine große Torchance gehabt. Leider habe seine Mannschaft jedoch verpasst, die Begegnung mit einem weiteren Treffer vorzeitig zu entscheiden.

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Kurz vor Schluss brachte der 48-Jährige mit Julian Eitschberger (22) und Rückkehrer John Anthony Brooks (33) dann sogar - letztendlich vergebens - noch extra Größe und Physis ins Spiel, um den knappen Vorsprung über die Ziellinie zu retten.

So hat die Hertha dann also sieben Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Bei noch acht ausstehenden Spieltagen ist eine Aufholjagd zwar immer noch möglich, aber ob die Konkurrenten dem Berliner Sport Club weiterhin den Gefallen tun, zu patzen? Und selbst wenn, müssten die Spree-Athener dann noch ihre Chance endlich einmal beim Schopfe packen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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