Wochen der Wahrheit bei Hertha BSC: Sturmflaute gefährdet Aufstieg
Berlin - Hertha BSC hat sich den Aufstieg auf die Fahne geschrieben. Dafür ist in den Wochen der Wahrheit eine Aufholjagd nötig, doch im Angriffs hakt's gewaltig.
Sechs Punkte beträgt nunmehr der Abstand auf den Relegationsplatz - mit ein wenig mehr Effektivität vor dem gegnerischen Kasten könnten es derer nur zwei sein.
Denn die Alte Dame hatte eigentlich genug Torchancen, um die ersten beiden Partien im neuen Jahr zu gewinnen, ließ aber nicht zum ersten Mal beste Möglichkeiten beinahe schon fahrlässig liegen.
"Aus diesen zwei Spielen hätten wir sechs Punkte holen können. Für unseren Anspruch und auch für die Leistungen sind zwei Punkte aus beiden Spielen zu wenig", haderte Stefan Leitl (48) folgerichtig.
Beim torlosen Auftakt gegen Tabellenführer Schalke 04 scheiterten Marten Winkler (22) und Luca Schuler (26) jeweils zweimal am bärenstarken Loris Karius (32). Beim Aufgalopp in Karlsruhe war es dann erneut Schuler, der zum Chancentod wurde und seit drei Spielen auf einen Treffer wartet.
Hertha BSC braucht mehr Tore gegen direkte Konkurrenz im Aufstiegsrennen
Ausgelassene Tormöglichkeiten, darunter die eine oder andere hundertprozentige, gehören generell zum bisherigen Saisonbild der Blau-Weißen, die bis dato nur 23 Tore erzielen konnten - weniger hat keiner der potenziellen Aufstiegskandidaten.
Ein Lichtblick gab es immerhin am vergangenen Wochenende: Beim 2:2 gegen den KSC hat Fabian Reese (28) nach zwei torlosen Partien wieder getroffen. Es war allerdings auch erst sein vierter Saisontreffer.
Wenn der Hauptstadtklub noch ein gewichtiges Wörtchen im Rennen um die Bundesliga mitreden will, muss sich das schleunigst ändern, denn den Berlinern stehen in den kommenden Wochen Duelle mit den direkten Konkurrenten Darmstadt 98, SV Elversberg, Hannover 96 und SC Paderborn ins Haus und nur Siege bringen sie voran.
Das weiß auch Leitl und widmet sich im Training vor dem wichtigen Heimspiel gegen Darmstadt am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) verstärkt der Offensive. "Die sind sieben Punkte vor uns. Das heißt, wir müssen gewinnen", betonte er.
Ob der Hertha-Coach dabei im Sturmzentrum weiterhin auf Schuler bauen oder ihn durch Dawid Kownacki oder Sebastian Grönning (beide 28) ersetzen wird, bleibt abzuwarten.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa, Daniel Karmann/dpa (Bildmontage)

