HSV nach späten Gegentoren und Elfer-Krimi bitter enttäuscht: "Tut brutal weh"

Hamburg - Was für ein irrer Pokalfight! Der HSV war so nah dran am Viertelfinale des DFB-Pokals, musste sich Hertha BSC im Achtelfinale aber letztlich im Elfmeterschießen mit 5:3 geschlagen geben.

Die HSV-Profis Laszlo Benes (26, 3.v.l.) und Matheo Raab (24, 2.v.r.) sitzen enttäuscht auf dem Boden, während die Herthaner über den späten Ausgleich jubeln.
Die HSV-Profis Laszlo Benes (26, 3.v.l.) und Matheo Raab (24, 2.v.r.) sitzen enttäuscht auf dem Boden, während die Herthaner über den späten Ausgleich jubeln.  © Andreas Gora/dpa

"Ich vertraue den Jungs. Sie haben es verdient, zu spielen", hatte Coach Tim Walter (48) vor der Partie im "Sky"-Interview angesichts von sieben Wechseln in der Startelf im Vergleich zum Stadtderby beim FC St. Pauli erklärt.

Zunächst schien es allerdings so, als hätte sich der 48-Jährige verzockt: Die Hausherren waren in der Anfangsphase das bessere Team und gingen durch den alles überragenden Fabian Reese (26) mit 1:0 in Führung (21.).

Doch die Rothosen schalteten anschließend einen Gang hoch und drehten die Partie: Erst erzielte Immanuel Pherai (22) mit einem strammen Flachschuss den Ausgleich (31.), dann drückte Laszlo Benes (26) die Kugel zum 2:1 über die Linie (43.).

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"Wir haben eine super erste Hälfte gespielt, hatten das Spiel im Griff. In der zweiten Halbzeit waren wir dann aber ein bisschen passiver und haben unser Spiel nicht mehr durchdrücken können", analysierte Keeper Matheo Raab (24).

So kam es, wie es kommen musste: Ausgerechnet in der 90. Minute schnappte sich Reese die Kugel, zog aus rund 20 Metern ab und sorgte für die Verlängerung. "Wir hätten cleverer agieren müssen", monierte Kapitän Sebastian Schonlau (29), der in die Startelf zurückgekehrt war.

HSV-Kapitän Schonlau moniert: "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben"

HSV-Coach Tim Walter (48) kritisierte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft den Sack nicht zugemacht habe. Gleichwohl lobte er den Einsatz seiner Jungs.
HSV-Coach Tim Walter (48) kritisierte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft den Sack nicht zugemacht habe. Gleichwohl lobte er den Einsatz seiner Jungs.  © Andreas Gora/dpa

In der Verlängerung war es in erster Linie ein Abnutzungskampf. Beide Teams gingen auf dem Zahnfleisch, doch der HSV schien nach einem Tor von Ransford Königsdörffer (22) das bessere Ende für sich zu haben (102.) - bis erneut Reese aufdrehte.

Der Flügelstürmer setzte sich auf dem linken Flügel durch und bediente im Zentrum Jonjoe Kenny (26), der die Hertha in letzter Sekunde ins Elfmeterschießen rettete. "Wir waren nicht aufmerksam und haben deshalb einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben", kritisierte Walter.

Im Elfmeterschießen avancierte schließlich Königsdörffer zum Pechvogel - der gebürtige Berliner scheiterte als vierter Hamburger Schütze, ehe Reese (wer sonst?) den entscheidenden Elfmeter für die Alte Dame versenkte.

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"Das tut brutal weh. Wir müssen das Spiel zu Ende bringen, sowas darf uns nicht passieren", trauerte Sechser Jonas Meffert (29) der verpassten Chance hinterher. Schonlau verdeutlichte: "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben."

Trainer Walter fand abschließend aber auch versöhnliche Worte: "Meine Mannschaft hat bravourös gearbeitet. Jetzt gilt es, die Kräfte für das Spiel am Samstag gegen Paderborn zu sammeln, denn da wollen wir unbedingt gewinnen."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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