Cevis erst Klinik, jetzt Matchwinner für Lok Leipzig - auch FCL-Ex Ogbidi trifft
Potsdam - Diese Geschichten, das hört man so oft, schreibt nur der Fußball. Samstagnachmittag gab es in Potsdam gleich zwei. Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat beim SV Babelsberg 2:1 (0:0) gewonnen. Die Torschützen waren ganz besondere.
In der 74. Minute schlenzte Dorian Cevis zunächst butterweich in die lange Ecke zur Führung des Tabellenführers. Der kroatische Mittelfeldmann stand nach seinen Kreislaufproblemen gegen Hertha II (4:0) und einem kurzzeitigen Krankenhausaufenthalt wieder in der Anfangsformation.
Nur drei Minuten später traf auch eine spezielle Babelsberger Personalie: Theo Ogbidi, der im vergangenen Sommer von Lok nach Cottbus gewechselt war, dort aber nur zweimal gegen unterklassige Teams im Landespokal eingesetzt wurde und im Januar nach Babelsberg weitergezogen war.
Lukas Wilton hatte einen Schuss abgefälscht, Keeper Andreas Naumann konnte ihn deshalb nur abprallen lassen, Ogbidi staubte ab - 1:1 (77.).
Kurz darauf schwächten sich die Filmstädter selbst: Christoph Dallmann schickte Paul Wegener wegen groben Foulspiels vorzeitig duschen (80.).
Die Überzahl nutzte der Meister noch, Torjäger Stefan Maderer vollendete aus acht Metern zum 2:1-Auswärtssieg (89.).
SV Babelsberg und Lok Leipzig verpennen erste Halbzeit
Ein fußballerischer Leckerbissen war die erste Hälfte vor 3888 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Straße mal so gar nicht. Lok, zwar individuell überlegen, sah sich einem kämpferischen Gastgeber gegenüber.
Und das, obwohl die Vorzeichen kaum hätten deutlicher ausfallen können: schwächstes Heim- gegen stärkstes Auswärtsteam, dritt schwächste Abwehr gegen beste Offensive, Vierzehnter gegen Erster.
Allerdings sah die Loksche in der Filmstadt nicht immer gut aus, verlor unter anderem in der Vorsaison 1:3. Samstagnachmittag hatte das Team von Trainer Jochen Seitz die Partie zwar im Griff, zu oft fehlte aber die passende Anspielstation im oder der entscheidende Pass ins letzte Drittel.
Die Kabinenansprachen beider Coaches fruchten bei den Mannschaften ganz offensichtlich. Mit dem besseren Ende für Blau-Gelb.
Titelfoto: Bildmontage: Matthias Koch

