Lok Leipzigs Abderrahmane über respektlose Schiris: "Du hast mir gar nix zu sagen!"

Leipzig - Am Samstag ist Lok Leipzig ins Wintertrainingslager ins türkische Belek aufgebrochen. Zuvor konnte sich TAG24 mit Vizekapitän Farid Abderrahmane (29) unterhalten, der im zweiten Teil des Interviews über seine besondere Beziehung zu einigen Schiedsrichtern und über Stadtrivale Chemie Leipzig spricht.

Nicht selten im vergangenen Jahr ließen bestimmte Schiedsrichterentscheidungen Lok Leipzigs Farid Abderrahmane (29) verzweifeln.
Nicht selten im vergangenen Jahr ließen bestimmte Schiedsrichterentscheidungen Lok Leipzigs Farid Abderrahmane (29) verzweifeln.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Da der etatmäßige Kapitän Djamal Ziane (33) selten in der Startelf steht, führt in der Regel Abderrahmane die Mannschaft auf das Feld, was für den 29-Jährigen aber nicht viel verändert: "Man macht eigentlich nicht so viel anders. Ich schrei' jetzt nicht mehr herum, nur weil ich Kapitän bin. Man weiß natürlich, dass man irgendwo vorangehen muss - aber das macht man als erfahrener Spieler denke ich generell."

Mit der Binde darf Abderrahmane aber mit den Schiedsrichtern diskutieren. Für den oftmals emotionalen Kicker ein Segen.

"Es gibt in meinen Augen so viele Situationen, die falsch gepfiffen werden. Da hab ich mich dann ganz schlecht im Griff, diskutiere schon sehr viel, vielleicht zu viel. Ich hätte hundertprozentig schon die ein oder andere Gelbe Karte mehr, wenn ich nicht Kapitän wäre."

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Ob Trainer Jochen Seitz (49) ihn deshalb zu Zianes Ersatzmann auserkoren hat, weil er um die Emotionalität seines Mittelfeldstrategen weiß, konnte Abderrahmane nur schulterzuckend mit einem Lächeln beantworten. Fakt ist aber, dass der 29-Jährige schon in die ein oder andere Situation kam, wo es brenzlig wurde.

"Man darf sich halt heutzutage gar nicht mehr aufregen. Man schlägt auf den Boden vor Wut und bekommt dafür Gelb. Auf der anderen Seite bin ich schon richtig respektlosen Schiris begegnet, gerade bei den Relegations-Spielen gegen Havelse. Da kamen so Sätze wie 'Was willst denn du von mir? Du hast mir gar nix zu sagen', als ich mich beschwert habe. Also richtig herablassend eben."

Mitten in der Vorbereitung: Der Vizekapitän der Blau-Gelben ist heiß auf den möglichen Aufstieg.
Mitten in der Vorbereitung: Der Vizekapitän der Blau-Gelben ist heiß auf den möglichen Aufstieg.  © Silvio Bürger
Ein aktueller Blick ins Bruno-Plache-Stadion: Am 6. Februar soll hier wieder Regionalliga-Fußball gespielt werden. Loks Gegner: Hertha Zehlendorf.
Ein aktueller Blick ins Bruno-Plache-Stadion: Am 6. Februar soll hier wieder Regionalliga-Fußball gespielt werden. Loks Gegner: Hertha Zehlendorf.  © Silvio Bürger

Wird Lok Leipzigs Erfolgsserie gegen Chemie kleingeredet?

Farid Abderrahmane hier im Duell gegen Chemie Leipzigs Stanley Ratifo (31, l.).
Farid Abderrahmane hier im Duell gegen Chemie Leipzigs Stanley Ratifo (31, l.).  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Dieses Jahr haben die Leipziger den Aufstieg in Liga drei erneut im Visier. Mit fünf Punkten Vorsprung vor Carl Zeiss Jena thronen die Sachsen an der Spitze der Regionalliga Nordost.

Blau-Gelb konnte zudem den ewigen Stadtrivalen weit hinter sich lassen. Chemie Leipzig kämpft gegen den Abstieg. Die letzten fünf Duelle gingen alle teils deutlich an Lok.

Doch irgendwie hat sich laut Abderrahmane die Derbysieg-Wertschätzung in letzter Zeit verändert: "Für die Leute scheint es mittlerweile normal, wenn wir gewinnen. Chemie wird im Rückspiel wieder sagen, dass sie mit dem einen Spiel die Scheiße, die vorher war, einfach vergessen machen. Für uns ist es jetzt eher so, dass wir nicht gegen Chemie verlieren dürfen. Wenn wir gewinnen, sagt jeder nur noch: 'Lok steht oben, Chemie unten - klar gewinnen die.' Das finde ich bisschen schade. Es ist halt noch immer ein Derby."

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Zu bedenken sei auch, dass Chemie eine gute Regionalliga-Mannschaft habe, von der Abderrahmane nicht gedacht hätte, dass "sie jetzt so weit unten stehen. Und da ist es halt nicht selbstverständlich, fünfmal in Folge gegen die zu gewinnen. Das wird mir ehrlich gesagt zu kleingeredet, weil wenn die wieder ein Spiel gewinnen, ist es gefühlt das Größte auf der Welt. Die Wut, wenn wir verlieren, fühlt sich viel größer an als die Freude darüber, wenn wir gewinnen."

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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