Dynamo-Dresden-Blog: Fördervertrag für junges SGD-Talent

Dresden - Die Vorbereitung auf die neue Zweitliga-Saison ist bei Dynamo Dresden in vollem Gange! Das Team von Thomas Stamm ist inzwischen im Trainingslager im österreichischen Windischgarsten angekommen.

Hier wird eine Woche lang vor einem herrlichen Bergpanorama geschwitzt, klarer 5:0-Testspielsieg gegen den österreichischen Bundesligisten Grazer AK am 18. Juli inklusive, und die elf Neuzugänge, die schon ins Geschehen eingreifen können, in die Mannschaft integriert.

Nach der Rückkehr stehen mit dem XXL-Test gegen Energie Cottbus und der Saisoneröffnung gegen Union Berlin noch zwei echte Härtetests an, bevor der Ball am 9. August erstmals wieder im Ligabetrieb rollt.

In unserem Blog bleibt Ihr bei allen News rund um Dynamo Dresden auf dem Laufenden.

23. Juli, 16.24 Uhr: Dynamo stattet Talent mit Fördervertrag aus

Weichenstellung für die Zukunft! Dynamo hat Nachwuchstalent Niklas Remus (18) mit einem Fördervertrag ausgestattet. Das teilten die Schwarz-Gelben selbst am Donnerstag mit.

Der linke Außenbahn-Kicker gehört zwar zum "U21"-Team der Dresdner, ist den SGD-Profis zuletzt aber immer näher gekommen. Der 18-Jährige trainiert seit Beginn der Sommervorbereitung mit dem Zweitliga-Kader, durfte auch schon mit ins Camp nach Windischgarsten reisen. Dort machte Remus mit drei Treffern in vier Testspielen ordentlich Werbung in eigener Sache. Die Belohnung dafür folgt nun mit einem neuen Arbeitspapier.

Niklas Remus (18) bei der Vertragsunterschrift.  © SG Dynamo Dresden

23. Juli, 8.03 Uhr: Bilderbuch-Wetter und zwei Teppiche

Als ich vor einer Woche meinen Koffer fürs Camp packte, schaute ich vorher noch mal in die Wetter-App auf dem Smartphone. Windischgarsten - sieben Tage unter 20 Grad, täglich Regen. Also wanderten eine dünne und eine dicke Regenjacke in den Koffer, Hoodies sowie lange Hosen. Den Regenschirm legte ich mit in den Kofferraum.

Meine App hat mich verarscht. Ich brauchte nichts davon. Gar nichts. Kurze Hosen und T-Shirt waren täglich angesagt. Dickere Klamotten waren nicht nötig. Heftig geregnet hat es einmal für 15 Minuten am Sonntag - just als das Fanfoto mit der Mannschaft entstand. Da grollten die Alpen, alle haben mal im Freien geduscht. Ansonsten gab es mal hier und da ein paar Spritzer. Das war es aber auch.

Das Wetter war im Grunde wie im Bilderbuch. Temperaturen von 20 bis 27 Grad, stets verziert mit ein paar Wölkchen am Himmel. Besser konnte es gar nicht sein. Fürs Training war es optimal. Und so sind auch die beiden Trainingsplätze für Dynamo an der DANA-Arena. Am Rand zwar ein bisschen verbrannt, aber die Spielfelder selbst sind Teppiche. Heute Vormittag werden die Jungs diese noch einmal betreten, dann geht es nach Hause. Mal schauen, was uns da für ein Wetter erwartet...

In seinem Trainingslager-Tagebuch berichtet TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf täglich aus dem Dynamo-Camp in Windischgarsten.  © Bildmontage: Picture Point/Gabor Krieg, Eric Münch

22. Juli, 8.13 Uhr: Auf der faulen Haut liegt keiner

"Es läuft ja bei Dynamo richtig gut. Aber eine Frage: Freitag nur eine Einheit, Sonntag eine, Montag ganz frei - trainieren die für ein Camp nicht viel zu wenig?" Eine Mail mit dieser Frage erreichte mich. Ohne jetzt mit dem Trainer darüber gesprochen zu haben. Nein, machen sie nicht.

Dynamo ist in seinem normalen Wochenrhythmus geblieben. Am Freitag nach der Ankunft und einen Tag vor dem Testspiel gegen den Grazer AK ist nur eine Einheit völlig normal, Sonntag nach dem Spiel auch. Nach einer Woche durchgehendem Training - und der Partie am Samstag gegen Graz - war der Montag frei. Gestern und heute standen jeweils zwei Einheiten auf dem Programm. Morgen vor der Abfahrt nach Hause steht nur eine am Vormittag an, dann geht's in den Bus.

Zu beachten ist auch: Nur weil die Profis nicht auf dem Platz stehen, heißt es nicht, dass sie nichts machen. Da sind zum einen die Vor- und Nachbereitung nach dem Training, die extrem wichtig für den Körper sind. Einige legen zusätzliche Einheiten im Kraftraum ein. Zudem gibt es viel Theorie, Taktikschulungen anhand von Videos. Das ist alles für den Fan nicht zu sehen.

Klar, ein Neun-bis-17-Uhr-Job ist das nicht, aber auf der faulen Haut liegen die Profis nicht.

21. Juli, 8.04 Uhr: Köstlich! Yelldell entnervt seinen Chef

Mein größtes Spiel der letzten Tage war nicht das über weite Strecken so zähe WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien. Nein, ich habe hier in Windischgarsten Besseres gesehen. Deutlich Besseres. Die Partie zwischen dem Dynamo-Staff - köstlich.

Thomas Stamm, Stefan Kutschke und Sören Gonther in einem Team, unter anderem die Medienabteilung mit David Yelldell im Tor im anderen. Gespielt wurde auf umgedrehte Kleinfeldtore - in etwa Eishockeyhöhe, aber deutlich breiter. Und da hatte Yelldell seine Vorteile. Der ehemalige Bundesliga-Keeper trieb mit seinen Krakenarmen "Kutsche" & Co. schier zur Verzweiflung. Die Gegenspieler attestierten ihm eine Weltklasseleistung und sahen nur in ihm den Grund für die äußerst unglückliche - und natürlich unverdiente - Niederlage.

Es war wie bei der WM: Die Truppe mit dem besten Keeper in ihren Reihen holte den Sieg. 4:2. Pressesprecher Christoph Antal schickte zudem mit zwei blitzsauberen Toren ein Bewerbungsschreiben an Trainer Stamm.

Klaglos nahmen die Gonthers und Kutschkes die Niederlage freilich nicht hin. Aber sie verhielten sich nicht so wie Enzo Fernandez oder Leandro Paredes. Die Gegner waren auch nach Abpfiff wohlauf. Es gab einen zähneknirschenden Handshake.

20. Juli, 8.26 Uhr: Trainingslager-Tagebuch von TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf - Dynamo Dresden hat die Mitte gefunden

Ich kann auf den ersten Blick gar nicht mehr sagen, wie oft ich mit Dynamo schon im Trainingslager war. Aber eins kann ich sagen: Dieses hier ist irgendwie anders. Es fühlt sich an, als habe die SGD nach Jahren der Unruhe seine Mitte gefunden.

Oft war es so: Du warst mit dabei, mehr aber nicht. Trainer, Mannschaft und Staff haben sich immer professionell verhalten, haben Auskunft gegeben. Es war auch nie so, als hättest du gestört. Aber es war steril wie die weißen Wände in einem Krankenhaus.

Das hat sich geändert. Plötzlich bleibt Trainer Thomas Stamm mal stehen und spricht mit einem auch über Themen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Sören Gonther kommt vorbei, gibt jedem die Hand, ist sich nicht zu fein für einen Plausch. Plötzlich unterhalten sich Spieler mit einem fernab der Medienzeit. Das SGD-Medienteam kommuniziert auf Augenhöhe, offen und zuverlässig. Jeder ist freundlich, höflich, zuvorkommend, alle lachen. Der Austausch ist offener geworden, geht über die Arbeit hinaus. Du bist mittendrin statt nur dabei.

Bei uns im Medien-Hotel sind auch einige Fans. Früher bist du bei jedem Schritt argwöhnisch inspiziert worden. Das ist vorbei. Da ein Hallo, dort ein kurzes Wort. Irgendwas ist passiert mit Dynamo - es fühlt sich gut an.

19. Juli, 7.31 Uhr: Trainingslager-Tagebuch von TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf - Auch in der Freizeit bleibt es sportlich

Vor dem Spiel am Samstag gegen den Grazer AK war Freizeit angesagt. Nun sind wir hier alle nicht die Typen, die faul herumliegen und nichts tun wollen. Österreich ist sehenswert, vor allem sportlich. Also ging es ins 45 Kilometer entfernte Bad Mitterndorf an die Skiflugschanze am Kulm.

1190 Stufen ging es links vom Aufsprunghang nach oben. Der Blick vom Anlaufturm - unbezahlbar. Aber wie wir alle am Fuße des Riesenbakkens erfahren haben, gibt es nicht nur Verrückte, die da runter fliegen. Den Schanzenrekord hat am 1. März dieses Jahres Domen Prevc aufgestellt. Er landete bei 245,5 Metern. Dort hört die Neigung im Hang schon fast wieder auf. Irre!

Es gibt aber auch Verrückte, die den umgedrehten Weg nehmen. Sie rennen da hoch - vom Auslauf bis in den Anlaufturm. Wozu wir 40 Minuten brauchten (mit Pausen, die Luft war weg und die Oberschenkel streikten, aber pssst!), sprinten die schnellsten in knapp über fünf Minuten bis nach oben.

So ein Brausehersteller, der seinen Sitz in Österreich hat, veranstaltet jährlich diesen Run. Als wir die letzte Siegerliste studierten, staunten wir alle nicht schlecht. Der Gewinner hat Dynamo-Bezug. Auch wenn wir nicht glaubten, dass es unser "Ahmo" war. Aber ja, der letztjährige Sieger hieß Ahmet Arslan.

18. Juli, 7.05 Uhr: Trainingslager-Tagebuch von TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf - Eine schöne Woche "Work & Travel"

"Mach' dir 'ne schöne Woche!" Mit diesen Worten bin ich am Donnerstagfrüh daheim verabschiedet worden. Ich habe mich längst daran gewöhnt, dass für die Daheimgebliebenen Trainingslager gleichbedeutend ist mit Urlaub. Ganz so ist es freilich nicht. Ich nenne es Sommer wie Winter "Work & Travel".

Wenn ich ehrlich bin, tut so eine Woche gut. So ein Camp ist eine Abwechslung zum Alltag. Und die ist willkommen. Mal abgesehen davon, dass die Familie nicht mit ist. Im eigenen Revier mache ich Woche für Woche beinahe das Gleiche, die Tagesabläufe ähneln sich gleichfalls. Ich mache all das gern, keine Frage. Das ist schlichtweg mein Traumjob. Aber wenn ich mal raus kann, ist das schön.

Ich sehe zwar dieselben Menschen im Camp wie sonst auch, aber es sind andere Bilder, eine andere Umgebung. Allein wenn ich von meinem Hotel-Balkon auf die Berge schaue, ist das einfach nur herrlich. Ich gewinne neue Eindrücke, erlebe, dass die Menschen um mich herum auch anders reagieren als sonst. Sie sind noch einen Tick offener, lachen mehr - wie sonst nur im Urlaub. Dadurch bin auch ich deutlich relaxter - wie alle Kollegen hier.

17. Juli, 15.44 Uhr: Dynamo Dresden besetzt dritten Geschäftsführerposten nicht neu

Wie die SGD am Freitagnachmittag mitteilt, wird der dritte Geschäftsführerposten, den zuletzt David Fischer (42) als Geschäftsführer Kommunikation innehatte, nicht neu besetzt.

Stattdessen sollen Stephan Zimmermann (39) und Sören Gonther (39) als Duo weitermachen und ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen. Zimmermann hatte Fischers Aufgaben nach dessen Aus im September 2025 größtenteils übernommen, während Gonther im vergangenen Dezember als Sport-Geschäftsführer auf Thomas Brendel (50) folgte.

"Stephan Zimmermann und Sören Gonther haben in den vergangenen Monaten wichtige organisatorische und personelle Veränderungen angestoßen und die Zusammenarbeit innerhalb der Führung erfolgreich weiterentwickelt. Auf dieser Basis sehen wir den Verein gut aufgestellt, um die nächsten Entwicklungsschritte konsequent umzusetzen", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Michael Ziegenbalg (39).

"Die Unstimmigkeiten der Vergangenheit sind überwunden. Die Verantwortlichen arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen und leben die Werte unserer Sportgemeinschaft gemeinsam vor", so Ziegenbalg weiter. (fm)

Sören Gonther (39) und Stephan Zimmermann (r.) bleiben ein Geschäftsführer-Duo. Dynamo verzichtet vorerst auf einen dritten Posten.  © Lutz Hentschel

17. Juli, 8.05 Uhr: Trainingslager-Tagebuch von TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf - Das Ösi-Trikot als Zeichen der Liebe

Vielleicht haben Sie ja schon mal genauer mein Foto da oben drüber über der Überschrift angeschaut. Das Gesicht meine ich damit nicht, müssen Sie auch nicht. Ich ziele auf meine Klamotte ab. Das Österreich-Trikot ist das einzige Fußball-Leibchen, das sich derzeit in meinem Besitz befindet. Und das hat seinen Grund.

Ich liebe dieses Land. Austria war für mich als DDR-Kind nach der Wende die erste Reise ins NSA. Für alle später Geborenen: Nicht-sozialistisches-Ausland. Wenn ich seither alle Aufenthalte zusammenzähle, dürfte ich auf mehr als ein Jahr kommen. Die Alpen, die Bergseen, Wien, Salzburg, Graz, Villach, Innsbruck, Sölden, St. Anton, der Pongau, die Steiermark, die Skigebiete rund um die Flachau - herrlich das alles. An so einem klaren Bergsee könnte ich stundenlang verweilen bzw. habe ich das bereits getan. Als Skisprung-Enthusiast dürfte ich auch sämtliche Schanzen der Alpenrepublik schon gesehen haben.

Nicht zu vergessen Speis und Trank in unserem Nachbarland. Für einen guten Kaiserschmarrn würde ich sonst was machen - als Nachtisch nach dem Wiener Schnitzel. Na gut: Die Obstler und Biere schmecken ebenso sensationell.

In seinem Trainingslager-Tagebuch berichtet TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf täglich aus dem Dynamo-Camp in Windischgarsten.  © Bildmontage: Picture Point/Gabor Krieg, Eric Münch

16. Juli, 14.56 Uhr: Bettenwechsel im Dilly-Resort!

Bettenwechsel! Die Profis von Fenerbahce Istanbul mussten heute bis 12 Uhr aus dem Dilly-Nationalpark Ressort in Windischgarsten verschwunden sein, denn: Am Abend checken zwei deutsche Zweitligisten ein - Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden. Bis dahin müssen die Betten frisch bezogen sein.

Zum zweiten Mal in Folge gastiert Dynamo in Windischgarsten - und wird das auch im Sommer 2027 wieder tun, solange läuft der Vertrag mit der veranstaltenden Agentur. Ohnehin ist Österreich ein beliebtes Camp-Land im Juni/Juli für die Schwarz-Gelben. 2019 Längefeld in Tirol, 2022 Bad Hering, 2024 Walchsee und die Dilly-Premiere im Vorjahr.

Die Vorzüge liegen auf der Hand, und damit sind nicht die kulinarischen gemeint, die ich persönlich natürlich genießen werde. Top Hotels, gute Plätze, perfekte Trainingsmöglichkeiten und auf alle Fälle frische Bergluft.

Die wird es geben - und dazu wohl auch den einen oder anderen Regenguss samt Gewitter. Wenn ich auf die Wetterprognose für die Woche schaue, wird's warm und täglich nass. Aber vielleicht sind die Wetterprognosen ja so wie meine WM-Tipps bei uns in der Redaktion: für die Tonne.

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