Tödlicher Giftanschlag in Italien: Tochter und Mutter sterben nach Weihnachtsessen

Pietracatella (Italien) - Ein tragisches Familienunglück nimmt eine schockierende Wendung. Etwas mehr als drei Monate nach dem plötzlichen Tod einer Mutter und einer Tochter aus Italien kommen Ermittler nun zu einer neuen Erkenntnis. Die beiden Frauen sind nicht an einer Lebensmittelvergiftung gestorben, sondern wurden Opfer eines heimtückischen Giftanschlags!

Immer wieder wurde die Familie von den Ärzten abgewiesen. Sie dachten, dass die drei lediglich an einer Lebensmittelvergiftung leiden. (Archivbild)
Immer wieder wurde die Familie von den Ärzten abgewiesen. Sie dachten, dass die drei lediglich an einer Lebensmittelvergiftung leiden. (Archivbild)  © Luca Bruno/AP

Eigentlich war das Weihnachtsessen der Familie Di Ielsi aus dem kleinen Ort Pietracatella so wie jedes andere in den Jahren zuvor. Doch wenige Tage nach dem Essen klagten sowohl Mutter Antonella (†50) als auch Tochter Sara (†15) und Vater Gianni (55) über Übelkeit, Bauchkrämpfe und Durchfall. Klassische Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung - das dachten auch die Ärzte und schickten die leidende Familie immer wieder zurück nach Hause.

Doch als sich die Symptome in den darauffolgenden Tagen verschlimmerten, wurde die Familie stationär aufgenommen, aber es war zu spät. Tochter Sara starb noch am Abend des 28. Dezembers, ihre Mutter am nächsten Morgen.

Lange Zeit tappten die Ermittler auf der Suche nach der Todesursache im Dunkeln. Sogar gegen die fünf Ärzte, die die Familie behandelt haben, wurde bereits wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, doch ein Bluttest führte zu einer neuen Erkenntnis.

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Laut einem Bericht von "Today.it" fanden die Ermittler sowohl im Blut der Tochter als auch in einer Haarprobe der Mutter eine geringe Menge des hochgiftigen Toxins Rizin - einer biologischen Waffe, die kaum nachweisbar ist und bereits in geringen Mengen tödlich sein kann.

Anklagen gegen die fünf Ärzte wurden fallengelassen. Ein Anwalt, der die Mediziner vor Gericht verteidigt, erklärte in einem Interview mit der Zeitung, dass sich seine Mandanten lediglich an die Vorschriften und Leitlinien für eine Lebensmittelvergiftung gehalten hätten.

Eine Vergiftung konnte keiner von ihnen erkennen.

Rizin ist auch als "Spionagegift" bekannt

Galt der Giftanschlag vielleicht einzig und allein Gianni (55)? Waren Antonella (†50) und Sara (†15) vielleicht nur "Kollateralschäden"?
Galt der Giftanschlag vielleicht einzig und allein Gianni (55)? Waren Antonella (†50) und Sara (†15) vielleicht nur "Kollateralschäden"?  © Screesnhot: facebook.com/antonella.diielsi.54

Rizin wird aus den Samen des Wunderbaums gewonnen. Wurde es einmal extrahiert, ist es ein weißes, geruch- und geschmackloses Pulver, das ohne spezielle Tests nahezu unmöglich nachzuweisen ist. Aus diesem Grund wird es auch "Spionagegift" genannt.

Doch wer trachtete der Familie nach dem Leben? Galt der Mordanschlag vielleicht gar nicht den beiden Frauen, sondern Gianni? Als Wirtschaftsprüfer und ehemaliger Bürgermeister war der 55-Jährige nicht bei allen sehr beliebt.

Aber ob das wirklich das Motiv für einen Giftanschlag ist, ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen.

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Die Polizei hat das Haus der Familie derzeit beschlagnahmt. Gianni wohnt mit seiner zweiten Tochter in einer angemieteten Wohnung.

Titelfoto: Fotomontage: Luca Bruno/AP, Screesnhot: facebook.com/antonella.diielsi.54

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