Coronavirus: Bundesregierung mahnt zu "höchster Achtsamkeit"

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 274.712 Infektionen bestätigt. 9390 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 242.340 weitere als genesen gelten (Stand 21. September, 13.30 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,81 Millionen Infizierte und 199.513 Tote wurden bereits erfasst (Stand 21. September, 13.30 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 31,08 Millionen bestätigte Infektionen und 961.066 Todesfälle (Stand 21. September, 13.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 21. September, 19.50 Uhr: WHO-Initiative für Covid-Impfstoff hat 64 reiche Länder an Bord

64 Länder mit hohem Einkommen haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, die gerechten Verteilung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus weltweit finanziell zu unterstützen. Darunter sind Deutschland, Großbritannien Frankreich und viele andere europäische Länder, nicht aber die USA.

Die Unterschrift von 38 weiteren Regierungen werde in den nächsten Tagen erwartet, berichtete die WHO am Montag in Genf. Auch China beteiligt sich bislang nicht an der sogenannten Covax-Initiative der WHO. Es gebe aber permanent Gespräche mit allen Regierungen der Welt, sagte der Chef der Impfallianz Gavi, Seth Berkley.

Diese 64 Länder sichern sich auf der einen Seite Zugang zu neun Impfstoffkandidaten, die von Covax unterstützt werden. Einige haben sich unabhängig davon auch über Vorverträge mit einzelnen Firmen Impfdosen gesichert, sollte das Unternehmen erfolgreich sein, darunter auch Deutschland. Auf der anderen Seite verpflichten sie sich, 92 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, die an dem Programm teilnehmen, beim Einkauf von Impfdosen zu helfen.

Die WHO hat das Ziel, bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen eines Impfstoffs bereitzustellen. Voraussetzung ist, dass ein effizienter Impfstoff schnellstens gefunden und behördlich genehmigt wird. Sie geht davon aus, dass zwei Impfdosen pro Person nötig sind.

Covax ist eine Zusammenarbeit von Regierungen und Pharmaunternehmen. Damit soll einerseits die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19, die Krankheit, die das Virus auslöst, beschleunigt werden. Gleichzeitig soll Covax sicherstellen, dass ein geprüfter Impfstoff als erstes die Menschen erreicht, die ihn am dringendsten brauchen, und zwar in allen Ländern, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Regierungen. Dazu gehören etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und Patienten mit Vorerkrankungen, bei denen eine Infektion sehr gefährlich wäre.

Für Covax wurden nach WHO-Angaben bislang drei Milliarden Dollar bereitgestellt - nötig seien aber 38 Milliarden Dollar, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag sagte.

Genf: Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen.
Genf: Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen.  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Update, 21. September, 18.46 Uhr: UN-Generaldebatte beginnt in Corona-Pandemie mit Video-Reden

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie beginnt am Dienstag (15.00 Uhr MESZ) eine so noch nie dagewesene Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Nach einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen am Montag sollen ab Dienstag Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten sprechen - aufgrund der Coronavirus-Pandemie allerdings nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden.

Die normalerweise zahlreichen Nebenveranstaltungen und bilaterale Treffen sind wegen der Pandemie auf wenige Online-Events zusammengeschrumpft.

Zum Auftakt der Generaldebatte werden unter anderem Ansprachen von US-Präsident Donald Trump, Irans Präsident Hassan Ruhani, Kremlchef Wladimir Putin, Chinas Präsident Xi Jinping, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erwartet.

Vor allem der Video-Auftritt von US-Präsident Trump wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl Anfang November wird mit Spannung erwartet. Deutschland wird von Außenminister Heiko Maas (SPD) voraussichtlich erst eine Woche später am 29. September vertreten.

Update, 21. September, 17.35 Uhr: Corona-Vorsorge: Italien verlangt von Franzosen Virus-Tests

Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Montag auf Facebook mit. Die Situation in Europa dürfe nicht unterschätzt werden. Italien gehe es heute besser als anderen Ländern, aber es sei große Vorsicht geboten.

Besucher aus Griechenland, Malta, Spanien und Kroatien müssen in Italien bereits seit längerem einen negativen Covid-19-Test vorlegen - oder sie lassen sich bei der Einreise testen. Italien war zu Beginn besonders hart von der Pandemie getroffen. Seither konnte das Land die Infektionsraten unter Kontrolle bringen. Inzwischen sind die Werte wieder gestiegen, wenn auch nicht so drastisch wie in Frankreich und Spanien.

Update, 21. September, 16.57 Uhr: Söder warnt vor "Fußball-Ischgl" und will Quarantäne verschärfen

Die Sorge wegen des umstrittenen Supercup-Finals des FC Bayern München im Risikogebiet Budapest wird immer größer.

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Update, 21. September, 16.31 Uhr: 33 Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

In einer Arbeiterunterkunft des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Infizierten sowie enge Kontaktpersonen sind nun in Quarantäne, wie ein Stadtsprecher am Montag sagte. Die Betroffenen seien in zwei städtische Schutzeinrichtungen gebracht worden. Dort werden sie vom Gesundheitsamt und dem Deutschen Roten Kreuz betreut. Den Angaben nach wurden bislang 66 Menschen getestet. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

In Stuttgart haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang 2535 Menschen infiziert. 65 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit Jahren gebaut.

Update, 21. September, 16.23 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Migranten auf Lesbos festgestellt

Auf der griechischen Insel Lesbos sind bislang 243 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sei ein leichter Anstieg gegenüber dem Wochenende, sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas am Montag in Athen. Die Tests laufen seit dem 12. September. Bis zum Sonntag sind insgesamt gut 7000 Menschen getestet worden.

Vor knapp zwei Wochen war bei einem Großbrand das Flüchtlingslager Moria fast völlig zerstört worden, die rund 12.000 Bewohner wurden über Nacht obdachlos. Anschließend wurde in Windeseile ein provisorisches Zeltlager für die Menschen errichtet, in das mittlerweile rund 10.000 Migranten eingezogen sind.

Sie alle sollen dort registriert und auf Corona getestet werden. Wer einen positiven Befund erhält, wird in einem abgetrennten Teil des Lagers isoliert.

Kara Tepe: Eine größere Gruppe von Migranten wartet darauf, in das neue provisorische Flüchtlingslager gelassen zu werden.
Kara Tepe: Eine größere Gruppe von Migranten wartet darauf, in das neue provisorische Flüchtlingslager gelassen zu werden.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Update, 21. September, 16.12 Uhr: Dieses Bundesland will Fiebermessungen in Schulen und Kitas testen

Aus Sorge vor vermehrten Corona-Infektionen in der bevorstehenden kalten Jahreszeit will Mecklenburg-Vorpommern Fiebermessungen für Kitas und Schulen testen.

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Update, 21. September, 16.04 Uhr: Hohe Corona-Zahlen: Schalke 04 im ersten Heimspiel ohne Zuschauer?

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in Gelsenkirchen ist weiterhin offen, ob das erste Saison-Heimspiel von Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 vor Fans stattfinden darf.

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Update, 21. September, 15.06 Uhr: Spahn - Menschen sollen sich nicht im Wartezimmer anstecken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pläne zur Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. "Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle", sagte Spahn am Montag in Berlin.

Der CDU-Politiker sprach von "Schwerpunktsprechstunden", "Schwerpunktpraxen" und "regionalen Fieberambulanzen", an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

Der "Rheinischen Post" hatte Spahn zuvor gesagt, er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein."

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit kündigte der Gesundheitsminister für Mitte Oktober eine neue Corona-Teststrategie, Testverordnung sowie neue Quarantäneregeln an. So sollen etwa Schnelltests Bestandteil der neuen Teststrategie werden, weil sie mittlerweile auch qualitativ besser seien. Spahns Angaben zufolge könnten so beispielsweise Besucher von Pflegeheimen schnell getestet werden, um direkt ein Ergebnis zu erfahren.

Die aktuelle "Dynamik" bei den Ansteckungen in Europa nannte Spahn "besorgniserregend". "Es gibt kein Nachbarland direkt zu Deutschland, dass nicht ein mehrfaches unserer Infektionszahlen bezogen auf die Bevölkerungsgröße hat, und das führt natürlich auch zu Eintrag nach Deutschland hinein."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 21. September, 14.55 Uhr: Bundespolizisten überprüfen künftig Aussteigekarten

Um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern, soll sich künftig die Bundespolizei um die sogenannten Aussteigekarten kümmern. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums kündigte am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin an, die Polizei werde nun angewiesen, "Aussteigekarten mit den Pässen der Einreisenden abzugleichen" und sie dann an die Gesundheitsämter weiterzuleiten.

Diese Maßnahme für eine bessere Nachverfolgung von Infektionsketten werde noch vor Monatsende umgesetzt.

Bislang wurden die Formulare von Fluggesellschaften und Busunternehmen eingesammelt und an die Gesundheitsämter übermittelt. Da ein Abgleich mit Reisepass oder Personalausweis dabei in der Regel nicht stattfand, konnten Reisende, die sich einer möglichen Corona-Quarantäne entziehen wollten, im Prinzip einfach falsche Angaben machen.

Nach Angaben der Sprecherin gab es "Fälle, in denen Daten unzureichend oder offensichtlich falsch waren".

Titelfoto: Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

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