Coronavirus: Delta-Variante zwingt Israel wieder zu Beschränkungen - auch Geimpfte in Quarantäne!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.523 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 7,2 (Vortag: 8).

Wegen nur eines einzigen Corona-Falls: Neuseelands Hauptstadt verhängt neue Einschränkungen
Coronavirus Wegen nur eines einzigen Corona-Falls: Neuseelands Hauptstadt verhängt neue Einschränkungen

Weltweit gibt es rund 178,8 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,87 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 22. Juni, 14 Uhr).

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Update, 23. Juni, 11.10 Uhr: Israel mit Beschränkungen nach Anstieg von Corona-Fällen

Israel hat nach einem Anstieg von Corona-Neuinfektionen wieder Beschränkungen verhängt.

Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion, an Grenzübergängen und in medizinischen Einrichtungen müssten ab sofort wieder Masken getragen werden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Außerdem sollten Bußgelder in Höhe von umgerechnet rund 1290 Euro gegen Eltern verhängt werden, deren Kinder gegen Quarantäne-Vorschriften verstoßen.

Auch Geimpfte oder Genesene sollen künftig in Quarantäne geschickt werden, falls sie Kontakt mit einer Person hatten, die sich mit einer "gefährlichen Variante" des Coronavirus infiziert hat. Dies gilt auch für Kontakte mit Infizierten in Flugzeugen. Bisher sind Geimpfte und Genesene von der Quarantänepflicht befreit worden.

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett (49) hatte am Dienstagabend von einem "neuen Ausbruch" des Coronavirus im Land gesprochen. Er wies auch die Wiedereinrichtung des sogenannten Corona-Kabinetts an. Er appellierte an Israelis, nicht ohne Grund ins Ausland zu reisen.

Am zweiten Tag in Folge wurden mehr als 100 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden registriert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Die meisten davon stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

Naftali Bennett (49), Ministerpräsident von Israel.
Naftali Bennett (49), Ministerpräsident von Israel.  © Abir Sultan/EPA POOL/AP/dpa

Update, 23. Juni, 10.55 Uhr: Italiens Premier warnt vor Rückschlägen im Kampf gegen Corona

Italiens Regierungschef Mario Draghi hat davor gewarnt, dass neue Virusvarianten die Corona-Lockerungen und den Neustart der Wirtschaft ausbremsen könnten.

Zwar habe sich die Infektionslage in dem Mittelmeerland stark verbessert, sagte Draghi am Mittwoch im Parlament in Rom. Zugleich mahnte er aber besonders wegen der ansteckenderen Delta-Variante zu Vorsicht und mehr Tempo bei der Impfkampagne.

"Wir müssen besonders die Entstehung und die Verbreitung neuer und gefährlicher Varianten unter Kontrolle halten, die die Pläne zur Wiedereröffnung verlangsamen und den Konsum und die Investitionen drosseln könnten", sagte der frühere Zentralbankchef vor der Abgeordnetenkammer, dem größeren Haus im Zwei-Kammern-Parlament.

Update, 23. Juni, 10.05 Uhr: Olympia darf lau "Boston Globe" nicht zur Brutstätte für Corona werden

Trotz der andauernden Corona-Pandemie sollen die Olympischen Spiele Ende Juli in Tokio eröffnet werden. Dazu schreibt die US-Zeitung "Boston Globe":

"Ungeachtet der Einwände der japanischen Öffentlichkeit werden die Olympischen Spiele stattfinden. Mit der Ausrichtung inmitten einer Pandemie übernehmen das IOC (Internationale Olympische Komitee) und die japanische Regierung zwei große Verpflichtungen: Sie dürfen nicht zulassen, dass die Spiele zu einer Brutstätte für das Virus werden, und sie dürfen nicht zulassen, dass die Veranstaltung selbst die Arbeit der Gesundheitsbehörden weltweit untergräbt, die versuchen, verantwortungsvolles Verhalten zu fördern. Als Mittel zur Förderung der weltweiten Eintracht sind die Olympischen Spiele unschlagbar; was die Welt jetzt braucht, ist Einheit bei dem Ziel, Corona zu überwinden."

Update, 23. Juni, 9.10 Uhr: Brinkhaus: Sieht gut aus, dass Schulen nicht wieder schließen müssen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53) ist optimistisch, dass Schulen in Deutschland nicht erneut wegen der Corona-Pandemie schließen müssen - will sich aber nicht definitiv festlegen.

"Wir arbeiten da dran, dass das nicht passiert, und es ist so, dass es auch sehr, sehr gut aussieht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im RTL/ntv-"Frühstart". Jedoch sagte er auch: "Ganz ehrlich: Jemand, der jetzt definitive Versprechen abgibt, der wagt sich da weit aus dem Fenster raus, weil das Geschehen natürlich noch weiter dynamisch ist."

Brinkhaus betonte, man wisse nicht, welche Virusvarianten im Verlauf der Pandemie noch auftauchten. Derzeit bereitet vor allem die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante Sorgen, weil sie als ansteckender als bisherige Virus-Mutanten gilt. Brinkhaus zufolge wurde in einigen Bundesländern jedoch "wunderbar" an Lüftungs- und Testkonzepten gearbeitet, andere Länder müssten nachziehen. "Da muss über die Sommerferien entsprechend gearbeitet werden."

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53).
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 23. Juni, 8.30 Uhr: Absicherung für Olympia-Starter bei Corona-Infektion wäre laut Thomas Röhler gut

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler hat den vom Internationalen Olympischen Komitee festgelegten Haftungsausschluss für Sportler im Falle einer Corona-Infektion kritisiert.

"Das IOC hätte in diesem Fall mit einem Versicherungspartner einen Vertrag schließen können, um den Fall einer Covid-Infektion abzudecken. Das wäre ein kleines Entgegenkommen gegenüber den Athleten", sagt Röhler, der in der Athleten-Kommission des Leichtathletik-Weltverbandes sitzt, der Sport Bild (Mittwoch). "Aus Athletensicht ist es nicht optimal, dass die Haftung im Falle einer Corona-Infektion vom IOC ausgeschlossen wird."

"Eine gewisse Absicherung wäre gut. Als Sportler sind wir so eine Konstellation leider gewohnt: Wenn wir Wettkämpfe bestreiten, ist alles auf eigenes Risiko. Du bist da wie ein Einzelunternehmer."

Update, 23. Juni, 6.30 Uhr: Delta-Variante auf dem Vormarsch - Drosten: Schnell impfen

Trotz insgesamt sinkender Corona-Zahlen ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Der Virologe Christian Drosten (49) plädiert angesichts der Entwicklung dafür, das Bewusstsein für die Bedeutung der Impfung zu stärken. "Das ist wirklich das, was wir jetzt machen müssen", sagte der Experte der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

Er legte sich nicht fest, ob es wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits im Sommer oder erst im Herbst zu einer Trendumkehr kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte Drosten und betonte die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

"Wir müssen einfach schnell impfen", lautet der Appell des Virologen. Reiche dies nicht, müsse man erneut mit Kontaktbeschränkungen gegensteuern. "Aber es gibt auch gute Gründe zu denken, dass das in Deutschland nicht notwendig wird." Die Situation hierzulande sei nicht mit England zu vergIeichen. "Man hatte nicht so weit runtergebremst, wie wir das jetzt in Deutschland schon gemacht haben."

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. Juni, 5.20 Uhr: Freibäder setzen bei Corona-Zoff auf Sicherheitsdienste

Da Plätze in den Freibädern pandemiebedingt begrenzt und mit Online-Tickets geregelt werden, kommt es vermehrt zu Reibereien an Schwimmbädern in Deutschland.

Viele Kommunen setzen deshalb auf mehr Sicherheitsleute. Die Berliner Bäderbetriebe haben etwa an den heißen Tagen laut einer Sprecherin teilweise das Sicherheitspersonal aufgestockt. Auch die Stadt Bayreuth erwägt nun, einen Sicherheitsdienst vor dem Freibad einzusetzen, weil es zu Auseinandersetzungen zwischen wartenden Badegästen kam.

Update, 23. Juni, 4.50 Uhr: SPD-Gesundheitsexpertin ruft Urlauber zu Corona-Vorsicht auf

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar (56) hat Urlauber zu besonderer Corona-Wachsamkeit in den Sommerferien aufgerufen. Es müsse unbedingt verhindert werden, "dass das Infektionsgeschehen auch bei uns erneut aufflammt", sagte die gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Dittmar bezog sich auf den Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante. Dieser zeige, wie fragil die Lage sei.

"Gerade mit Blick auf die Sommerferien ist es extrem wichtig, darauf zu achten, dass durch Reiserückkehrende keine Infektionen eingetragen werden", sagte Dittmar. "Wir alle haben uns einen Urlaub verdient, allerdings rate ich davon ab, in Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete zu reisen."

"Allein mit Blick auf die Anzahl der infizierten Menschen könnte man meinen, wir hätten die epidemische Lage in Deutschland überwunden", so die Politikerin. "Dies ist aber mitnichten der Fall, denn die Zahl der Infektionen mit der Delta-Variante wächst kontinuierlich."

Update, 23. Juni, 4.20 Uhr: RKI registriert 1016 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 7,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 51 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 137 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.723.798 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.611.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.523 angegeben.

Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Dienstagabend mit 0,68 (Vortag: 0,68) an.

Update, 23. Juni, 3 Uhr: Ungarn hebt Corona-Grenzsperre weitgehend auf

Ungarn hat die im September des Vorjahres wegen der Corona-Pandemie verhängte Grenzsperre weitgehend aufgehoben.

Menschen können aus jedem Nachbarland außer der Ukraine ohne Auflagen und Einschränkungen auf dem Landweg nach Ungarn einreisen, heißt es in einer Verordnung von Ministerpräsident Viktor Orbán, die am späten Dienstagabend im Ungarischen Amtsblatt erschien. Sie trat unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Die Grenzsperre galt vor allem für Touristen, da es zahlreiche Ausnahmen für Geschäftsreisende, Pendler, Diplomaten und Sportler gab. Weiterhin gilt, dass touristische Einreisen mit dem Flugzeug nicht möglich sind.

Unabhängig von der nun gewährten freien Einreise gilt weiter, dass gewerbliche Übernachtungen für Touristen nicht möglich sind. Davon ausgenommen sind Menschen, die in einem der 17 Länder gegen Covid-19 geimpft wurden, mit denen Ungarn Abkommen über die wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Impfzertifikate abgeschlossen hat. Darunter ist jedoch kein westliches Land, auch Deutschland nicht.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán  © John Thys/AFP Pool/AP/dpa

Update, 23. Juni, 2.15 Uhr: Laut Studie findet fast jeder zweite Internetnutzer Falschinfos zu Corona

Viele erwachsene Internetnutzer in Deutschland sind einer Studie zufolge schon auf falsche oder irreführende Informationen zum Coronavirus im Netz gestoßen.

Das geht aus dem "Reuters Institute Digital News Report" hervor, der am Mittwoch erscheint. Mit 46 Prozent habe fast die Hälfte der Befragten innerhalb einer Woche falsche oder irreführende Informationen zu Covid-19 gesehen.

Seit 2012 untersucht die Studie in mittlerweile 46 Ländern Trends und Besonderheiten in der Nachrichtennutzung. Pro Land wurden den Angaben zufolge 2021 rund 2000 Personen befragt.

Titelfoto: Abir Sultan/EPA POOL/AP/dpa

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