Coronavirus: Epidemiologe sieht "keinerlei Spielraum" für Großveranstaltungen

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 222.397 Infektionen bestätigt. 9229 Corona-Patienten starben an der Infektion, 200.266 gelten mittlerweile als genesen (Stand 14. August, 11 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,24 Millionen Infizierte und 167.242 Tote wurden bereits erfasst (Stand 14. August, 11 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,93 Millionen bestätigte Infektionen und 759.844 Todesfälle (Stand 14. August, 11 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 14. August, 11.45 Uhr: Alle Tests negativ - Berliner Gymnasium wieder offen

Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Bezirk Treptow-Köpenick, das am Donnerstag wegen eines Corona-Falls geschlossen worden war, hat den Unterricht wiederaufgenommen. Das sagte Schulleiter Thomas Hähnert am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule sowie eine Schulklasse seien am Donnerstag auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Das Gesundheitsamt habe ihn am Freitagvormittag über die Ergebnisse informiert, berichtete Hähnert. Alle Tests seien negativ. "Wir fahren den Unterricht wieder hoch. Die Schülerinnen und Schüler sind schon wieder in der Schule oder auf dem Weg dahin." Auch der zuständige Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski bestätigte der dpa: "Alle Tests sind negativ. Der Schulbetrieb ist wiederaufgenommen."

Die Schule im Stadtteil Friedrichshagen war am Donnerstag geschlossen worden, weil eine Lehrkraft angegeben hatte, positiv getestet worden zu sein. Der Schulleiter hatte das nach seinen Angaben am Mittwochabend in Rücksprache mit der Schulaufsicht entschieden, nachdem er davon erfahren hatte. Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium war die erste Schule in Berlin, die kurz nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls wieder geschlossen wurde.

Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium wurde wegen eines Corona-Falls vorübergehend geschlossen.
Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium wurde wegen eines Corona-Falls vorübergehend geschlossen.  © dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Update, 14. August, 11.40 Uhr: Eurozone: Corona-Pandemie führt zu historischem Konjunktureinbruch

In der Eurozone ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise drastisch eingebrochen. In den Monaten April bis Juni sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gemeinsamen Währungsraum im Quartalsvergleich um 12,1 Prozent geschrumpft, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste Erhebung wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Dies ist der stärkste Konjunktureinbruch seit Beginn der Erhebung 1995.

Der Einbruch folgte auf einen bereits deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal. In den Monaten Januar bis März war das BIP im Währungsraum um 3,6 Prozent geschrumpft. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ging das BIP im zweiten Quartal um 15,0 Prozent zurück. Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt.

Seit März leidet die Wirtschaft der Eurozone unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Nachdem die Krise im April ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, haben die Staaten der Eurozone ab Mai mit Lockerungen ihrer Corona-Maßnahmen begonnen.

Zuletzt mehrten sich die Signale für eine Erholung der Konjunktur im dritten Quartal. Die Unsicherheit bleibt aber angesichts wieder steigender Infektionszahlen hoch. Es werden erneute Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität in einigen Ländern befürchtet.

Eine Passantin mit Mundschutz geht an einem geschlossenen Geschäft vorbei.
Eine Passantin mit Mundschutz geht an einem geschlossenen Geschäft vorbei.  © dpa/ap/Alastair Grant

Update, 14. August, 11.35 Uhr: Vietnam will russischen Impfstoff "Sputnik V" kaufen

Vietnam hat sich für den Kauf des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" registriert. In der Zwischenzeit werde das südostasiatische Land weiter an der Entwicklung eines eigenen Impfstoffs arbeiten, berichtete das staatliche Fernsehen am Freitag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Hanoi. Ob Vietnam nur den Kauf einer geringen Zahl von Impfstoffdosen angemeldet hat oder es einen größeren Auftrag für eine großangelegte Impfkampagne gibt, blieb unklar.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die Zulassung des Impfstoffs "Sputnik V" zur breiten Verwendung in der Bevölkerung bekanntgegeben. Sie erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse sogenannter Phase-III-Studien - ein Vorgehen, das international viel Kritik ausgelöst hat. 

Dennoch gibt es bereits Interessenten für das Mittel: Der brasilianische Bundesstaat Paraná hat angekündigt, ein Abkommen mit Russland zu schließen, um den Impfstoff selbst zu produzieren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel sollen interessiert sein.

Vietnam galt lange als erfolgreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie und war von der Weltgesundheitsorganisation wiederholt gelobt worden. Nach Monaten ohne lokale Neuinfektionen gab es in der Küstenstadt Da Nang Ende Juli einen neuen Ausbruch. Seither ist die Zahl der Neuansteckungen rapide gestiegen und das Land hat seine ersten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Am Freitag lag die Zahl der bestätigten Fälle bei 911, 21 Menschen sind gestorben.

Ampullen mit einem neuen Impfstoff gegen das Coronavirus stehen auf einem Tisch.
Ampullen mit einem neuen Impfstoff gegen das Coronavirus stehen auf einem Tisch.  © dpa/Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investment Fund/AP

Update, 14. August, 11.05 Uhr: Kroatien hält steigende Corona-Zahlen nicht für bedenklich

Das Urlaubsland Kroatien hält die zuletzt stark gestiegene Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus nicht für bedenklich. "Die Zahlen werden wahrscheinlich im Rahmen dieser Grenzen bleiben, vielleicht werden sie sogar noch ein wenig steigen, aber es gibt kein exponenzielles Wachstum", sagte der stellvertretende Innenminister Damir Trut am Freitag im Nachrichtensender N1.

Am Tag zuvor hatte Kroatien 180 Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden registriert. Es war der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem EU-Land im Februar gemeldet wurde. In den letzten zwei Monaten hatte dieser Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt.

Kroatien ist für viele Deutsche eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt kehrten aber viele deutsche Touristen von dort zurück, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.

Einige Clubs an der kroatischen Adriaküste sind bekannt für ihre ausgelassene Feierstimmung. Vize-Minister Trut meinte dazu am Freitag, dass diese Clubs nunmehr nur mehr noch bis Mitternacht geöffnet haben dürften. "Mit den Maßnahmen sind wir nicht zu spät dran", fügte er hinzu. "Wir balancieren zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen."

Touristen spazieren an der Uferpromenade von Zadar entlang.
Touristen spazieren an der Uferpromenade von Zadar entlang.  © dpa/Marko Dimic/Pixsell/Xinhua

Update, 14. August, 10.55 Uhr: Verband: Gesundheitsämter brauchen für Reiserückkehrer mehr Personal

Für das Testen von Reiserückkehrern brauchen die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt aus Sicht ihres Verbands schnell zusätzliches Personal. Allein in Magdeburg seien allein zwei Stellen nötig, um die Aufgabe zu übernehmen, sagte der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig der Deutschen Presse-Agentur. Hennig ist auch Chef des Landesverbandes, in dem die Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst organisiert sind. 

Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens in Europa sei anzunehmen, dass künftig mehr Rückkehrer verpflichtend auf das Virus getestet werden müssen und das über die Ferienzeit hinaus.

Anders als im Frühjahr sei es schwerer, personelle Unterstützung aus der Verwaltung zu bekommen, erklärte Hennig. Damals hätten viele Ämter wegen des weitgehend heruntergefahrenen öffentlichen Lebens Kapazitäten für andere Aufgaben gehabt. Jetzt laufe der reguläre Verwaltungsbetrieb wieder.

In Deutschland gilt seit einer Woche eine Testpflicht für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren. Zudem haben alle Rückkehrer, die aus dem Ausland einreisen, das Recht, sich kostenlos auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Die Behörden verzeichnen daher bereits eine steigende Anzahl von Tests.

Ein Mann im Schutzanzug nimmt an einem Corona-Testzentrum einen Abstrich bei einem Autofahrer.
Ein Mann im Schutzanzug nimmt an einem Corona-Testzentrum einen Abstrich bei einem Autofahrer.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 14. August, 10.45 Uhr: Bayerns Hausärzte warnen vor Grippewelle in Corona-Zeiten

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, fürchtet das Zusammenkommen von Corona-Pandemie und Grippewelle. "Wir müssen alles tun, damit wir zu Covid-19 nicht auch noch eine große Grippewelle bekommen", sagte Beier der Augsburger Allgemeinen (Freitag-Ausgabe).

Laut einer neuen Studie will sich in Pandemie-Zeiten jeder zweite Deutsche gegen Grippe impfen lassen. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen ergab, planen 51,5 Prozent der Deutschen, sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen. 41,3 Prozent der Befragten lehnen eine Influenza-Impfung hingegen ab.

Mit höherem Alter steigt der Umfrage zufolge die Bereitschaft für die Grippeimpfung. Während in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nur rund jeder Dritte angab, sich in diesem Jahr impfen lassen zu wollen, war Anteil in der Gruppe der über 65-Jährigen rund doppelt so hoch.

Bei Wählern von Union, Grünen und SPD überwiegt der Studie zufolge die Zahl der Impfbefürworter, bei den Anhängern von FDP und Linken halten sich Befürworter und Ablehner die Waage. Nur Anhänger der rechtspopulistischen AfD sagen mit deutlicher Mehrheit, dass die Grippeschutzimpfung für sie nicht infrage kommt.

Ein Patient erhält eine Spritze mit einem Impfstoff.
Ein Patient erhält eine Spritze mit einem Impfstoff.  © dpa/AP/Ted S. Warren

Update, 14. August, 10.15 Uhr: Neuer Lockdown: Rugbyspiel mit 43.000 Fans in Neuseeland abgesagt

Große Enttäuschung für Rugby-Fans in Neuseeland: Wegen eines neuen Corona-Ausbruchs in der Millionenstadt Auckland ist das letzte Spiel des "Super Rugby Aotearoa"-Wettbewerbs zwischen den Auckland Blues und den Canterbury Crusaders abgesagt worden. Dabei hatten sich bereits 43.000 Fans ein Ticket für die für Sonntag geplante Partie gesichert. 

Neuseeland hatte sich im Juni Corona-frei erklärt und in der Folge auch wieder Sportveranstaltungen mit voll besetzten Stadien zugelassen. Durch einen seit Mittwoch geltenden neuen Lockdown in Auckland ist dies nun zunächst hinfällig.

"Wir müssen einen Schritt zurücktreten und dankbar sein für das, was wir bekommen haben, was es für unsere Spieler, unsere Sponsoren und vor allem für unsere Fans bedeutet hat", sagte der Chef der Auckland Blues, Andrew Hore. Die Absage sei enttäuschend, aber das Team sei glücklich, dass es zuvor neun Wochen lang spielen konnte. Das Spiel soll als Unentschieden gewertet werden, beide Teams bekämen zwei Punkte angerechnet, teilte der Verband "New Zealand Rugby" mit.

Im Rest des Landes gilt derzeit ein Versammlungsverbot für mehr als 100 Menschen. Das Spiel der Otago Highlanders gegen die Wellington Hurricanes in Dunedin auf der Südinsel könne deswegen stattfinden, aber ohne Zuschauer, hieß es. Rugby ist Neuseelands Nationalsport, die Nationalmannschaft All Blacks ist eines der besten Teams der Welt.

Premierministerin Jacinda Ardern hatte am Freitag eine Verlängerung des Corona-Lockdowns in Auckland bis zum 26. August angekündigt. Nach 102 Tagen ohne lokale Neuansteckung waren am Dienstag vier Mitglieder einer Familie positiv getestet worden. Mittlerweile gibt es 26 weitere Infizierte.

Zuschauer sitzen während eines Rugby-Spiels zwischen den Otago Highlanders und den Waikato Chiefs im Stadion. Über 20.000 Fans haben am 13.06.2020 in Neuseeland das erste Rugby-Spiel seit drei Monaten mit Zuschauern bejubelt.
Zuschauer sitzen während eines Rugby-Spiels zwischen den Otago Highlanders und den Waikato Chiefs im Stadion. Über 20.000 Fans haben am 13.06.2020 in Neuseeland das erste Rugby-Spiel seit drei Monaten mit Zuschauern bejubelt.  © dpa/Joe Allison/Photosport/AP

Update, 14. August, 10.05 Uhr: Behandlung bei Engpässen in Pandemie - Karlsruhe lehnt Eilantrag ab

Das Bundesverfassungsgericht zwingt den Gesetzgeber vorerst nicht, verbindlich zu regeln, wen Ärzte in der Corona-Pandemie bei Engpässen retten sollen und wen nicht. Einen Eilantrag mehrerer Kläger mit Behinderungen und Vorerkrankungen wegen der sogenannten Triage wiesen die Richter ab, wie das Gericht in Karlsruhe am Freitag mitteilte. (Az. 1 BvR 1541/20)

Es geht dabei um das Szenario, dass so viele Menschen schwer krank sind, dass es nicht für alle Platz auf der Intensivstation gibt. Gesetzliche Vorgaben dafür gibt es bislang nicht. Mehrere medizinische Fachgesellschaften haben gemeinsam Empfehlungen erarbeitet, die sich an den Erfolgsaussichten orientieren. Die Kläger befürchten, bei diesem Kriterium auf der Strecke zu bleiben.

Die Verfassungsbeschwerde werfe schwierige Fragen auf, die nicht auf die Schnelle beantwortet werden könnten, hieß es zur Begründung. Die Verbreitung der Krankheit und die Auslastung der Intensivstationen lasse es derzeit auch nicht wahrscheinlich erscheinen, dass so eine Situation in Deutschland eintrete. Der Beschluss stammt von Mitte Juli, seither ist die Zahl der Infizierten wieder gestiegen.

Das Bundesverfassungsgericht mit einem Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug "Bundesverfassungsgericht".
Das Bundesverfassungsgericht mit einem Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug "Bundesverfassungsgericht".  © dpa/Uli Deck

Update, 14. August, 9.55 Uhr: Schul-Digitalisierung: Esken sagt schnelle Umsetzung zu

SPD-Chefin Saskia Esken hat zugesagt, die Vereinbarungen für mehr Digitalisierung an den Schulen schnell umzusetzen. "Wir sind alle wild entschlossen, jetzt der Sache einen Schub zu geben", sagte Esken am Freitag in Berlin. Die Ideen müssten "sehr schnell" Wirklichkeit werden. 

Esken, Kanzlerin Angela Merkel und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) hatten mit Kultusministern der Länder über die Situation an den Schulen gesprochen. Ihre Vorschläge: alle Lehrer sollen Dienst-Laptops und Schüler günstige Internetanschlüsse bekommen.

Bei der praktischen Umsetzung sind vor allem die Länder am Zug. Über das Ziel, Schülern einen Internetzugang für zehn Euro im Monat zu ermöglichen, wollten sie aber auch mit Telekommunikationsunternehmen sprechen, kündigte Esken an. Die Corona-Pandemie habe das große Potenzial digitaler Lehr- und Lernmethoden aufgezeigt, aber auch einen großen Nachholbedarf. "Es muss tatsächlich nicht nur technischer, sondern auch methodisch-didaktischer Sachverstand an die Schulen kommen", betonte Esken. 

Saskia Esken, SPD-Parteivorsitzende.
Saskia Esken, SPD-Parteivorsitzende.  © dpa/Uli Deck

Update, 14. August, 9.45 Uhr: Abwärtstrend der Industrie verlangsamt

Der coronabedingte Abwärtstrend der bayerischen Industrieproduktion hat sich im Laufe des Frühsommers abgeschwächt. Nach den nunmehr vorliegenden offiziellen Daten sank die bayerische Industrieproduktion im Juni verglichen mit dem Vorjahr um 2,3 Prozent. Verglichen mit dem Einbruch im April und im Mai von jeweils über 30 Prozent sei das "deutlich erholt", wie das Statistische Landesamt in Fürth am Freitag formulierte. 

Die Zahlen spiegeln unter anderem den Effekt des weitgehenden Shutdowns im Frühjahr wider, als die meisten Fabriken stillstanden. Gegen Ende Mai lief die Produktion vielerorts wieder an.

In der Gesamtbetrachtung des ersten Halbjahrs zeigt sich, wie hart Corona die bayerische Industrie traf - und dass die Metall- und Elektroindustrie inklusive Autoherstellern als wichtigste Branche am schwersten in Mitleidenschaft gezogen wurde. In Summe schrumpfte die Industrieproduktion im ersten Halbjahr demnach um 14 Prozent. In der Autoindustrie und bei deren Zulieferern fiel das Minus mit 29,3 Prozent jedoch noch viel größer aus, ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit minus 20,8 Prozent.

Für die Pharmaindustrie bedeutet Corona hingegen bessere Geschäfte, die Produktion der Medikamentenhersteller legte um fast 11 Prozent zu. Aus nicht unmittelbar ersichtlichen Gründen waren auch "Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren" im ersten Halbjahr gefragt, die Produktion stieg um 2,8 Prozent. Allerdings sind weder Medikamente noch Holz und Kork für die bayerische Wirtschaft von vergleichbarer Bedeutung wie Metall und Elektro.

Die Industrie erholt sich langsam wieder.
Die Industrie erholt sich langsam wieder.  © dpa/Christophe Gateau/dpa-Zentralbild

Update, 14. August, 9.15 Uhr: Lauterbach fordert mehr gemeinsames Corona-Agieren von Bund/Ländern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert im Kampf gegen die Corona-Pandemie von der Bundesregierung wieder mehr Koordination. "Ich glaube, dass der Bund sich wieder stärker engagieren sollte" für Absprachen und Strategien mit den Ländern, sagte der Bundestagsabgeordnete und studierte Epidemie-Forscher am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". 

Das habe Deutschland im Frühjahr durch die erste Corona-Welle gebracht. "Man hatte eine klare Strategie, die man dann auch der gesamten Bevölkerung erklären konnte. Daran hapert es ein bisschen in der jetzigen Zeit."

Bund und Länder hatten sich nach der ersten Welle darauf verständigt, stärker regional und nicht mehr bundeseinheitlich zu reagieren. Vereinbarungen von Bund und Ländern zur Pandemie beschränkten sich daher zuletzt eher darauf, unterschiedliche Ansätze der einzelnen Länder in einem gemeinsamen Papier lediglich zusammenzufassen.

Karl Lauterbach (SPD), steht für die Stimmabgabe bei einer namentlichen Abstimmung in einer Warteschlange bei der Sitzung des Bundestages.
Karl Lauterbach (SPD), steht für die Stimmabgabe bei einer namentlichen Abstimmung in einer Warteschlange bei der Sitzung des Bundestages.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 14. August, 9 Uhr: Schülersprecher: Brauchen mehr Geld für Hygienemaßnahmen

Nach Meinung des Landesschülersprechers Richard Gamp brauchen die Berliner Schulen gerade in der Corona-Krise eine bessere Ausstattung. Schüler und Eltern müssten stärker in die Erarbeitung von Konzepten einbezogen werden, sagte er am Freitagmorgen im rbb-Inforadio. Es müsse deutlich mehr Geld für Hygienemaßnahmen und besser ausgearbeitete Notfallkonzepte geben.

Wenn man wolle, dass Schüler besonders oft Hände waschen, brauche man entsprechende Sanitärmöglichkeiten, sagte Gamp. Wenn man wolle, dass Tische desinfiziert werden, brauche man Desinfektionsmittel. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW hatte zuletzt eine Milliarde Euro Soforthilfen für Schulen gefordert, um zum Beispiel auch Personal einzustellen und zusätzliche Räume zu schaffen.

Die ersten Berliner Schulen hatten kurz nach Schulstart auf Corona-Infektionen reagieren müssen. An acht Schulen waren bis Donnerstagabend positive Tests bekannt, ein Gymnasium wurde vorsorglich geschlossen.

In Berlin gilt eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, aber nicht während des Unterrichts. Schülersprecher Gamp findet die Regelung richtig. 

Im Unterricht solle man darauf achten, Abstand zu halten, regelmäßig zu lüften und Kontaktflächen zu desinfizieren. "Aber im Unterricht sollte meiner Meinung nach - wenn möglich - die Maske abgesetzt werden dürfen, weil es doch sehr, sehr unangenehm wird und das Lernen deutlich erschwert für die Schülerinnen und Schüler."

Auf dem Flur einer Gesamtschule, hängt ein Schild mit der Aufschrift: "Bitte Masken tragen".
Auf dem Flur einer Gesamtschule, hängt ein Schild mit der Aufschrift: "Bitte Masken tragen".  © dpa/Guido Kirchner

Update, 14. August, 8.35 Uhr: Politologin: Huml für Panne um Corona-Tests verantwortlich

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hätte angesichts der Panne um Corona-Tests an der Grenze zu Bayern nach Ansicht der Politologin Ursula Münch ihren Posten abgeben müssen. "Meines Erachtens hätte Söder sehr viel Anlass gehabt, dass Rücktrittsangebot der Ministerin entgegenzunehmen, weil da im Ressort wirklich vieles schief gelaufen ist und dafür ist eine Ressortchefin verantwortlich", sagte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung im oberbayerischen Tutzing dem Bayerischen Rundfunk.

Die Politologin sieht mehrere Gründe, weswegen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dennoch an Huml festhält. So nehme die Ministerin innerhalb der CSU eine wichtige Rolle als stellvertretende Parteivorsitzende ein. Zudem wäre es problematisch, mitten in der Corona-Krise das Ministeramt neu besetzen zu müssen. Söder hoffe nun, dass der mahnende Blick genüge. "Aber da kann man durchaus Zweifel haben."

Münch sieht durch den Vorfall überdies Söders Image beschädigt. Durch die Test-Panne sei die öffentliche Verunsicherung sicherlich jetzt noch größer, sagte sie dem BR. "Also wenn gar nichts gemacht worden wäre, dann wäre das genauso misslich von der gesundheitlichen Wirkung, aber jetzt kommt die Verunsicherung dazu und natürlich dieses Lautsprecherische."

Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, ist in die Kritik geraten.
Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, ist in die Kritik geraten.  © dpa/Peter Kneffel

Update, 14. August, 8.30 Uhr: Frankreich will auf Quarantänepflicht in Großbritannien reagieren

Paris will auf die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich reagieren und eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune am Freitag via Twitter mit.

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt.

Frankreich verfolgt in der Corona-Krise grundsätzlich die Linie, keine Quarantänepflicht zu verhängen. Falls ein Land jedoch diesen Schritt macht, wird in Frankreich entsprechend reagiert und ebenfalls eine Quarantäne für Reisende angeordnet. Wann Frankreich im Fall Großbritannien handeln will, blieb zunächst offen.

Nach Schätzungen dürften sich zur Zeit Hunderttausende Briten in Frankreich aufhalten - es ist ein beliebtes Urlaubsland. Der französische Regierungschef Jean Castex hatte erst vor wenigen Tagen gewarnt, dass sich die Lage in der Corona-Pandemie verschlechtert habe. Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen habe wieder zugenommen.

In Frankreich sind Corona-Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Läden oder Restaurants Pflicht. Viele Orte, darunter die Hauptstadt Paris, setzen aber vermehrt auch auf eine Maskenpflicht unter freiem Himmel an bestimmten Orten. Das Land ist hart von der Pandemie betroffen, mehr als 30.000 Menschen starben. 

Update, 14. August, 8.10 Uhr: Weil hält Regelbetrieb in Schulen für vertretbar

In Niedersachsen soll nach den Sommerferien an den Schulen im Grundsatz wieder der Regelbetrieb gelten. Dies sei vor dem Hintergrund der derzeitigen Fallzahlen "gut vertretbar", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dem "Weser-Kurier" (Freitag-Ausgabe). 

"Zwar haben wir wieder mehr Neuinfektionen. Aber wir sind nach wie vor in einem gut beherrschbaren Bereich unterwegs." In Niedersachsen gebe es derzeit 5,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das sei überschaubar. "Deshalb zögere ich auch, von einer zweiten Welle zu sprechen", erklärte Weil.

Mit einer möglichst raschen Rückkehr zum Regelbetrieb strebt die Landesregierung auch an, mögliche Nachteile für Schüler aus sozial schwächeren Familien zu vermeiden. Wer zu Hause gefördert werde und eine hohe Motivation mitbringe, der komme mit Unterrichtsformen zu Hause (Home-Schooling) ganz gut zu recht, sagte Weil. Wo diese Voraussetzungen aber fehlten, werde der Abstand zu anderen Schülern schnell größer. "Das bereitet uns natürlich Sorgen." Die Sommerferien dauern in Niedersachsen noch bis zum 26. August. 

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen.
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 14. August, 8 Uhr: Neue Teststation auf Autobahn-Parkplatz hat Betrieb aufgenommen

Corona-Tests am Straßenrand: Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen hat nach Teststationen an Flughäfen und Bahnhöfen nun auch eine Station an der Autobahn im Schwarzwald ihren Betrieb aufgenommen. "Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen", sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) an der Autobahn A5 führt.

Nach DRK-Angaben von Freitag stehen drei Container auf dem Parkplatz, in denen Testmaterialien gelagert werden und Daten weiterverarbeitet werden. Die Abstriche werden direkt an den Autofenstern der Reiserückkehrer genommen. Vorerst soll die Station bis zum Ende der Sommerferien betrieben werden. Der Test ist gratis, die Kosten trägt das Land.

Seit Donnerstagmorgen können sich Reisende bereits am Stuttgarter Hauptbahnhof auf das Coronavirus testen lassen. Teststationen an den drei Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden sind bereits seit einigen Tagen geöffnet. Abhängig von zur Verfügung stehenden Ärzten sind weitere Stationen an einzelnen Autobahnparkplätzen und Bahnhöfen vorgesehen.

Die Einrichtung der neuen Teststationen im Land ist nötig, weil Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zur Zeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen müssen. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet zurückkehren, können sich ebenfalls kostenlos testen lassen.

"Covid-19-Pandemie! Reiserückkehrer bitte testen lassen!" ist auf der Anzeigetafel über einer Autobahn zu lesen.
"Covid-19-Pandemie! Reiserückkehrer bitte testen lassen!" ist auf der Anzeigetafel über einer Autobahn zu lesen.  © dpa/Bernd Thissen

Update, 14. August, 7.20 Uhr: Mehr als 200 Verfahren bei Staatsanwaltschaften wegen Corona-Betrugs

Die Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein gehen mittlerweile in weit mehr als 200 Fällen dem Verdacht des Betrugs bei Corona-Hilfen für Betriebe und Selbstständige nach. Zum Stand 3. August waren insgesamt 241 Verfahren anhängig, wie die Generalstaatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Demnach entfielen 112 Verfahren auf die Staatsanwaltschaft Kiel, 68 auf Lübeck, 50 auf Itzehoe und elf auf Flensburg.

Die Zahlen sind zu messen an rund 72.000 Hilfsanträgen von Betrieben und Soloselbstständigen im ersten Halbjahr. Laut Investitionsbank wird jeder Antrag gründlich auf Plausibilität überprüft. Seit April dieses Jahres seien regelmäßig Eingänge derartiger Verfahren besonders von der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu verzeichnen, schreibt die Generalstaatsanwaltschaft. Es sei von einem weiteren Anstieg der Fallzahlen auszugehen.

Schwerpunkte im Hinblick auf Branchen oder Regionen seien bisher nicht erkennbar, hieß es weiter. In der Regel beträfen die Fälle eher kleinere Betriebe und Soloselbstständige. 

Eine Ausnahme ist ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft in Lübeck. Diese ermittelt gegen einen 36-Jährigen aus dem Kreis Pinneberg, der unberechtigt Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfe in Millionenhöhe beantragt haben soll und jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Der Betreiber einer Beratungsfirma in Hamburg soll unrechtmäßig erworbene Sozialversicherungsdaten verwendet haben.

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann mit 90 Betrugshandlungen rund 15 Millionen Euro erlangen. 7,6 Millionen davon seien infolge schneller Ermittlungen gar nicht erst ausgezahlt worden. Um die übrigen 7,4 Millionen Euro zurückzubekommen, verhängte die Staatsanwaltschaft einen Vermögensarrest.

Zu Betrugsmaschen erläuterte die Generalstaatsanwaltschaft, es würden Gelder für nicht oder nicht mehr existente Unternehmen beantragt oder falsche Angaben über Notlagen gemacht. Es gingen auch Anträge bei Liquiditätsproblemen ein, die unabhängig von den Folgen der Corona-Pandemie entstanden sind. Darüber hinaus seien Fälle bekannt, in denen die Täter unter missbräuchlicher Verwendung von Namen und Daten tatsächlich existierender Unternehmen mit Angabe eigener Kontonummern Anträge gestellt und Zuschüsse erhalten haben. 

Das Schild an der Außenstelle der Staatsanwaltschaft.
Das Schild an der Außenstelle der Staatsanwaltschaft.  © dpa/Carsten Rehder

Update, 14. August, 7.10 Uhr: Epidemiologe: Keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. "Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen", sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. "Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen."

Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz "stark beunruhigend". Es müsse daher jetzt darum gehen, den Schulbetrieb zu normalisieren. "Wir sollten uns nun zunächst darauf konzentrieren, wie die Hygienekonzepte mit Lüften und Maskentragen in den Schulen funktionieren", sagte der Professor.

Bei Großveranstaltungen gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. "Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind", sagte Scholz. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält eine Rückkehr dagegen grundsätzlich für möglich - etwa mit umfangreichen Testungen im Vorfeld. Wichtig sei es, die Zahl der Neuinfektionen in einer Region im Blick zu behalten. "Davon sollte dann abhängig sein, wie viele Menschen eine Veranstaltung besuchen können und auch wie lange. Ich würde daher für ein flexibles Modell plädieren, das sich an das Infektionsgeschehen in einer Region anpasst", sagte der Virologe.

Wissenschaftler der Uniklinik Halle wollen am 22. August mit einem Konzert-Experiment in Leipzig näher bestimmen, unter welchen Rahmenbedingungen Großveranstaltungen etwa in geschlossenen Räumen trotz der Corona-Pandemie möglich sein könnten. Bis zu 4000 Probanden sollen dazu an einem Pop-Konzert von Tim Bendzko teilnehmen. Sie und die Helfer müssen vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen und ein negatives Ergebnis mitbringen.

Ein Konzert mit Tim Bendzko soll Aufschluss geben, wie Großveranstaltungen künftig stattfinden können.
Ein Konzert mit Tim Bendzko soll Aufschluss geben, wie Großveranstaltungen künftig stattfinden können.  © dpa/Georg Wendt

Update, 14. August, 7.05 Uhr: Starke Einbußen im ersten Halbjahr für Jugendherbergen wegen Corona

Die Corona-Krise hat den Jugendherbergsbetrieb im Land zum Stocken gebracht. Rund 172.000 gebuchte Übernachtungen seien allein für dieses Jahr in den vergangenen Monaten storniert worden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerk Landesverbands Sachsen-Anhalt, Marc Nawrodt, in Magdeburg. Dadurch fiel mehr als die Hälfte der geplanten Jahreseinnahmen weg. Die gebuchten Übernachtungen hätten rund 6,2 Millionen Euro an Einnahmen bedeutet, sagte Nawrodt. Schuld an der Misere seien die Corona-Krise und fehlende Unterstützung.

Die vergangenen Monate waren turbulent für den Landesverband. Am 20. März mussten auf Grundlage der Corona-Verordnung des Landes kurzfristig alle 15 Herbergen schließen. Ende Mai konnten zehn Häuser wieder geöffnet werden, sagte Nawrodt. Aus wirtschaftlichen Gründen blieben die übrigen fünf Herbergen weiterhin geschlossen.

Die Ausnahmesituation brachte starke Verluste mit sich. Den Angaben zufolge gab es von Anfang Januar bis Ende Juni rund 39.000 Übernachtungen in den Jugendherbergen des Landes. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch mehr als 148.000 Übernachtungen. Die Zahl der Gäste lag im ersten Halbjahr 2020 bei etwa 17.000 - fast 47.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

"Da Klassenfahrten für das vergangene Schuljahr untersagt wurden und noch große Unsicherheit in Bezug auf das neue Schuljahr herrscht, wird dieser Teil der Übernachtung wohl fast vollständig bis zum Ende des Jahres wegbrechen", sagte Nawrodt mit Blick auf die bevorstehenden Monate. Auch bei den Gruppenreisen sei bis zum kommenden Jahr mit deutlichen Buchungsrückgängen zu rechnen. Ein wenig Entspannung sei wegen der steigenden Nachfrage von Familien, die kurzfristig lieber im Inland Urlaub machen würden, zu erwarten. Jedoch könnten auch sie nicht das Hauptgeschäft - die Klassenfahrten und Gruppenausflüge - kompensieren.

"Insgesamt ist zu befürchten, dass das Buchungsgeschehen frühestens im Jahre 2022 wieder Vor-Corona-Zahlen erreichen könnte", sagte der Landesgeschäftsführer. Bis auf eine Soforthilfezahlung des Wirtschaftsministeriums des Landes habe der Landesverband keine staatlichen Hilfen erhalten. "Daher müssen wir derzeit fast alleine von unserer Liquiditätsreserve leben", so Nawrodt. Dazu würden auch angesammelte Mittel, die für einen in Quedlinburg geplanten, neuen Standort vorgesehen waren, angezapft.

Blick auf den Teppich am Eingang einer Jugendherberge.
Blick auf den Teppich am Eingang einer Jugendherberge.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 14. August, 7 Uhr: Tierheime geschlossen – Einrichtungen brechen Einnahmen weg

Die Corona-Krise hat auch viele Tierheime in Thüringen in wirtschaftliche Nöte gestürzt. Ein Grund dafür sei, dass wegen der Pandemie in diesem Sommer dort keine Tiere von Urlaubern betreut würden, sagte der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Thüringen, Horst Otto Gerd Fischer, der Deutschen Presse-Agentur. Dadurch fielen für die Tierheime wichtige Einnahmen weg, wodurch sich die seit Jahren angespannte finanzielle Lage weiter verschärfe. 

Auch die Spendenbereitschaft für Tierheime habe zuletzt nachgelassen, weil viele Menschen sich mehr um ihre wirtschaftliche Zukunft sorgten. Dem Verbandschef zufolge müssen Tierheime nun bei eigentlich geplanten Bau- und Sanierungsarbeiten sparen. Viele könnten nicht wie vorgesehen realisiert werden. Am Futter für die Tiere werde nicht gespart.

Die im Landestierschutzverband organisierten Vereine betreiben demnach 28 Tierheime, die seit dem Beginn der Pandemie für Publikum geschlossen sind. Damit soll verhindert werden, dass Mitarbeiter, aber auch Tiere mit dem Coronavirus infiziert werden. "Ein Corona-Fall in einem Tierheim wäre eine Katastrophe", sagte Fischer. In den vergangenen Monaten gab es einzelne Meldungen, nach denen sich auch Hunde und Katzen mit dem Corona-Virus infiziert hatten.

Trotz der Schließung der Tierheime für den Publikumsverkehr würden Tiere in Notfällen weiterhin versorgt, versicherte Fischer. "Es wird kein Tier in Not gelassen." Die Heime vermittelten auch weiterhin Tiere an neue Besitzer, dazu seien telefonische Anmeldungen nötig. 

Wie lange die Tierheime für den Publikumsverkehr noch geschlossen bleiben, sei noch unklar. "Wenn die Situation es erlaubt zu lockern, dann geschieht das." Im Zweifelsfall aber werde man so lange restriktiv handeln, wie es nötig sei.

Ein Schild "Tierheim" ist vor einem Schild "Sackgasse" zu sehen.
Ein Schild "Tierheim" ist vor einem Schild "Sackgasse" zu sehen.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 14. August, 6.50 Uhr: 1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.
Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.  © dpa/Tobias Schwarz/AFP/Pool

Update, 14. August, 6.45 Uhr: Je halbe Million Corona-Fälle in Mexiko und Peru

Zwei lateinamerikanische Länder haben die Marke von einer halben Million registrierter Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Nach neuen Zahlen der Gesundheitsministerien vom Donnerstag (Ortszeit) kommt Peru inzwischen auf 507.996 bestätigte Fälle und Mexiko auf 505.751. Sie liegen damit nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf den Plätzen sechs und sieben.

Das nordamerikanische Mexiko - mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land Lateinamerikas und zehntbevölkerungsreichste der Welt - hat bislang 55.293 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Nur in den USA und Brasilien sind es mehr. Mexiko testet im internationalen Vergleich besonders wenig. 

In Peru kamen wegen Nachbesserungen der Statistik am Donnerstag gleich 3658 neue Todesfälle aus den vergangenen fünf Monaten hinzu, womit die Gesamtzahl auf 25.648 stieg - die neunthöchste der Welt.

Peru verschärft wegen der steigenden Fallzahlen seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nach Lockerungen wieder. Der Präsident des südamerikanischen Staates, Martín Vizcarra, gab am Mittwoch die Wiederaufnahme einer sonntäglichen Ausgangssperre und eines Verbots privater Treffen bekannt. 

In Mexiko, wo es nie eine Ausgangssperre gab, öffneten vielerorts - auch in der Hauptstadt, in deren Großraum etwa 22 Millionen Menschen leben - inzwischen Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und andere Betriebe bei eingeschränkter Kapazität wieder.

Martin Vizcarra, Präsident von Peru, kündigt neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an.
Martin Vizcarra, Präsident von Peru, kündigt neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an.  © dpa/Presidencia Peru

Update, 14. August, 6.35 Uhr: Sean Penn plant Promi-Spendenaktion für Corona-Hilfe mit altem Kultfilm

Oscar-Preisträger Sean Penn (59, "Mystic River") hat Kollegen wie Jennifer Aniston, Julia Roberts, Matthew McConaughey, Shia LaBeouf und Morgan Freeman für eine Corona-Spendenaktion gewonnen. Mit Hilfe der Kultkomödie "Ich glaub' ich steh' im Wald", in der Penn 1982 den Highschool-Surfers Jeff Spicoli spielte, wollen die Stars Geld für die von Penn mitbegründete Hilfsorganisation Core sammeln, die in den USA Coronavirus-Tests durchführt.

Nach Mitteilung am Donnerstag wollen sich die Promis am 20. August unter Leitung von Komiker Dane Cook virtuell für eine Lesung treffen, in der sie die Rollen aus der Teenie-Komödie nachspielen. "Ich bin immer zum Lachen bereit", erklärte Penn über die geplante Aktion. Allerdings will er nicht wieder den blonden Surfer mimen. Die Rollenverteilung soll erst bei dem Live-Event bekannt werden.

Die Komödie drehte sich um Schüler an einer High-School in Kalifornien mit ihren Sorgen um Freundschaft, Liebe und erste Jobs. Neben Penn spielten unter anderem Jennifer Jason Leigh, Phoebe Cates und Forest Whitaker mit. Regisseurin Amy Heckerling und Drehbuchautor Cameron Crowe wollen bei der Spenden-Aktion ebenfalls mitmachen.

Penn, der am 17. August 60 Jahre alt wird, engagiert sich mit Core seit April im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der Schauspieler und Regisseur hatte die Hilfsorganisation (Community Organized Relief Effort) 2010 für das von einem Erdbeben schwer erschütterte Haiti ins Leben gerufen.

Sean Penn, Schauspieler und Aktivist aus den USA.
Sean Penn, Schauspieler und Aktivist aus den USA.  © dpa/Ashlee Rezin Garcia/Chicago Sun-Times/AP

Update, 14. August, 6.30 Uhr: "Miss Germany" hat ein ungewöhnliches Jahr

Vor sechs Monaten hat sie den Wettbewerb "Miss Germany" gewonnen: Leonie von Hase (35) aus Kiel ist die bislang älteste Siegerin und die erste Mutter mit dem Titel. Doch schon wenige Wochen nach der Verleihung der Krone am 15. Februar im Europa-Park Rust veränderte die Corona-Pandemie das Leben in Deutschland - und damit auch die Aufgaben einer "Miss Germany". 

"Von heute auf morgen war die Handbremse gezogen", sagte von Haase zur Halbzeit ihrer Amtszeit. "Das fand ich schon sehr schade." Doch sie habe nach anderen Wegen gesucht, um für Frauen etwas zu verändern, "neues, unkonventionelles Leitbild" zu sein. 

Den Fokus ihrer Arbeit legte sie auf Instagram. "Ich habe sehr viel mehr digitale Auftritte", berichtet von Hase. 200 Termine im Jahr hatte eine "Miss Germany" früher im Schnitt. Bei ihr waren es eigenen Angaben zufolge coronabedingt bislang höchstens zehn.

Das neue Konzept für den Wettbewerb "Miss Germany" hat sich nach Ansicht der Veranstalter bewährt und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. "Miss Germany ist kein Schönheitswettbewerb mehr, sondern zelebriert Diversität durch Persönlichkeit", sagte Organisator Max Klemmer.

In diesem Jahr setzte der Veranstalter erstmals sein neues Konzept um. Aus dem klassischen Schönheitswettbewerb der vergangenen Jahre sollte eine moderne Persönlichkeitsschau werden. Vorstellungsrunden in Bikini oder anderer Bademode sind vorbei. Die Jury bestand zudem erstmals komplett aus Frauen.

Leonie von Hase, Miss Schleswig-Holstein und Miss Germany, bei einem Fototermin.
Leonie von Hase, Miss Schleswig-Holstein und Miss Germany, bei einem Fototermin.  © dpa/Gerald Matzka/dpa-Zentralbild

Update, 14. August, 6.20 Uhr: Ministerium: Gesundheitsämter gut auf zweite Corona-Welle vorbereitet

Mehr Personal und neue Abläufe: Die Corona-Pandemie hat die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz teils zur Umorganisation gezwungen. Das Gesundheitsministerium sieht die Behörden inzwischen gut aufgestellt, sollte es eine zweite Infektionswelle geben. "Die Abläufe und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren sind gut eingespielt." 

Vielerorts hätten die Kommunen ihr Personal zusammengezogen oder aufgestockt und zudem gebe es unter anderem einen Pool von freiwilligen Helfern. Darunter seien rund 600 Landesbedienstete, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Seitens der Verwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises hieß es: "Das Gesundheitsamt ist sowohl technisch, als auch personell auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet." Gerade zu Beginn der Pandemie habe man sich zwar erst auf die Lage einstellen müssen. Aber gerade nach dem lokalen Rückgang von Fallzahlen, hätten die Mitarbeiter ihre Überstunden wieder abbauen können. Künftig werde das Personal bedarfsgerecht eingesetzt und unter Umständen aufgestockt.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Kreises Südwestpfalz. Um mit der Corona-Situation fertig zu werden, würden derzeit mehr Menschen eingesetzt als im Stellenplan eigentlich vorgesehen. Im Kreis Mainz-Bingen liegt der Kreisverwaltung zufolge der Fokus derzeit auf der Thematik Infektionsschutz. "Die übrigen Dienstaufgaben des Gesundheitsamtes müssen zurückgestellt werden."

Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes kurz vor der Entnahme eines Abstrichs.
Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes kurz vor der Entnahme eines Abstrichs.  © dpa/Sven Braun

Update, 14. August, 6.15 Uhr: Regierungschef von Caracas an Covid-19 gestorben

Der Regierungschef von Venezuelas Hauptstadtbezirk Caracas, Dario Vivas, ist im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das berichteten mehrere venezolanische Medien übereinstimmend am Donnerstag (Ortszeit). 

Generalstaatsanwalt Tarek William Saab schrieb auf Twitter: "Mit tiefem Bedauern haben wir die traurige Nachricht vom Tod unseres guten Freundes Dario Vivas bekomm." Vivas, der das Amt Anfang des Jahres angetreten hatte, wurde 70 Jahre alt.

Im Juli war Vivas einer der ersten aus einer Reihe venezolanischer Beamter, Politiker und Militärs gewesen, der öffentlich machte, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Positiv getestet wurden auch der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez gab seinen positiven Befund am Mittwoch bekannt.

Venezuela hatte in dieser Woche nach offiziellen Angaben erstmals 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Insgesamt haben sich fast 30.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 245 sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen.

Dario Vivas (l.) während einer Vereidigung. (Archivbild)
Dario Vivas (l.) während einer Vereidigung. (Archivbild)  © dpa/EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Update, 14. August, 6.05 Uhr: London führt Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich wieder ein

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. 

"Der Grund ist, dass wir so absolut hart daran gearbeitet haben, die Zahlen hier runterzubringen. Wir können es uns nicht leisten, die Fälle von anderswo wieder zu importieren", sagte Shapps der BBC.

Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen zufolge dürften sich dort Hunderttausende Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Die neue Regelung gilt auch für Malta.

Passagiere mit Mundschutz kommen auf dem Flughafen Gatwick in London an.
Passagiere mit Mundschutz kommen auf dem Flughafen Gatwick in London an.  © dpa/PA Wire/Dominic Lipinski

Update, 14. August, 6 Uhr: Corona-Fall beim VfB Lübeck: Testspiel beim HSV abgesagt

Das Testspiel des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV gegen den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck fällt wegen eines positiven Corona-Tests bei den Schleswig-Holsteinern aus. Die Partie sollte an diesem Freitag in Hamburg stattfinden. 

Die am Donnerstag durchgeführte Corona-Testreihe in Mannschaft und Funktionsteam habe bei einem Mitglied ein positives Testergebnis auf Sars-CoV-2 erbracht, teilte der VfB Lübeck am Donnerstagabend mit. Um wen es sich bei der positiv getesteten Person handelt, wurde nicht gesagt.

"In Abstimmung mit den Mannschaftsärzten sind bereits am Abend die nun notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden", hieß es weiter. Das zuständige Gesundheitsamt werde voraussichtlich am morgigen Freitag Anordnungen zum weiteren Vorgehen treffen, denen der Verein selbstverständlich Folge leisten wird, schrieb der VfB in seiner Mitteilung. 

Lübecks Spieler feiern einen Torschuss.
Lübecks Spieler feiern einen Torschuss.  © dpa/Axel Heimken

Update, 13. August, 22.10 Uhr: Conmebol legt Kalender für Copa América 2021 fest

Die Conmebol hat den Turnierkalender für die auf kommendes Jahr verschobene Copa América in Argentinien und Kolumbien offiziell festgelegt. Dies gab der Südamerikanische Fußballverband auf seiner Internetseite am Donnerstag bekannt. 

Demnach findet das Auftaktspiel am 11. Juni in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires statt, das Finale am 10. Juli in Barranquilla an der kolumbianischen Karibikküste. Am gleichen Tag wird auch das Spiel um den dritten Platz in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ausgetragen. Die Viertelfinal-Spiele sind zwischen 2. und 4. Juli angesetzt, die Halbfinals für 6. und 7. Juli.

Die Conmebol hatte die Copa América 2020 im März wegen der Corona-Pandemie verschoben. Gruppen, Spielorte und der Modus werden beibehalten. Auch zwei Nationalmannschaften von außerhalb Südamerikas - Katar und Australien - als Gäste bleiben. Neu ist, dass die Mannschaften, die in der Vorrunde weiterkommen, drei Veränderungen im Kader für die K.o.-Phase vornehmen können.

Das Estadio Presidente Peron in Buenos Aires: Endlich steht fest, wann die Copa América nachgeholt wird.
Das Estadio Presidente Peron in Buenos Aires: Endlich steht fest, wann die Copa América nachgeholt wird.  © Gustavo Garello/AP/dpa

Update, 13. August, 21.48 Uhr: Basketballer Saibou klagt gegen Entlassung bei Baskets Bonn

Basketball-Profi Joshiko Saibou wird juristisch gegen die Kündigung der Telekom Baskets Bonn vorgehen. "Nach einer Woche der Vergegenwärtigung habe ich mich entschieden, gegen das Vorgehen der Telekom Baskets zu klagen. Ich habe ein reines Gewissen bezüglich meines Verhaltens auf der Demonstration und auch bezüglich des Gebrauchs meines Grundrechts, der Meinungsfreiheit", erklärte der Basketball-Star der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf Anfrage.

Aus seiner Sicht soll "zu Unrecht ein Exempel an mir statuiert werden, woraufhin mir und meiner Partnerin gegenüber nun viele Athleten nie da gewesene Angst geäußert haben, die begleitet ist von dem Glauben, sie hätten allen Schutz verloren", erklärte der 30-Jährige.

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Joshiko Saibou spielte zehnmal für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft.
Joshiko Saibou spielte zehnmal für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 13. August, 21.47 Uhr: Biden fordert landesweite Maskenpflicht zur Corona-Eindämmung

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat in der Corona-Krise eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden am Donnerstag in Wilmington (Delaware), nachdem er und und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris von Experten über die Corona-Pandemie unterrichtet wurden. 

"Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben", forderte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. US-Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

"Es geht nicht um Ihre Rechte, sondern um Ihre Verantwortung als Amerikaner", sagte Biden. Eine landesweite Maskenpflicht würde ermöglichen, das Land schneller wieder auf Kurs zu bringen, sagte er. "Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger."

Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den USA wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen. Harris beklagte erneut, dass in den USA bereits mehr als 165.000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben sind, wofür sie am Vortag Trump verantwortlich gemacht hatte. Sie versprach, dass eine von ihr und Biden angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.

Joe Biden, der demokratische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Vizepräsident.
Joe Biden, der demokratische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Vizepräsident.  © Matt Slocum/AP/dpa

Update, 13. August, 21.46 Uhr: Asselborn: Luxemburg ist kein Corona-Risikogebiet mehr

Luxemburg sieht keine Grundlage mehr für eine Einstufung als Corona-Risikogebiet durch deutsche Behörden. Nach neusten epidemiologischen Zahlen seien die Sars-CoV-2-Neuinfektionen stark rückläufig, teilte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn nach Mitteilung vom Donnerstagabend seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) mit. 

Mit 47,44 ansässigen Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner über den Zeitraum vom 3. bis zum 9. August sei die von deutschen Behörden festgelegte Marke von 50 Fällen deutlich unterschritten.

Asselborn erwarte, dass die Einstufung Luxemburgs als Risikogebiet und die damit einhergehenden Test- und Quarantänevorschriften sowie die Reisewarnung «schnellstmöglich aufgehoben» werden. Mit den aktuellen Maßnahmen seien «erhebliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zwischen Luxemburg und Deutschland» verbunden.

Mitte Juli war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Luxemburg hatte sich von Anfang an gegen diese Einstufung gewehrt: Die hohen Zahlen hingen unter anderem damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend und mehr als andere Länder teste - und dabei auch Grenzgänger miteinbeziehe.

Jean Asselborn, EU-Außenminister von Luxemburg.
Jean Asselborn, EU-Außenminister von Luxemburg.  © Virginia Mayo/AP Pool/dpa

Update, 13. August, 21.44 Uhr: 300 Corona-Fälle nach Ausbruch in britischer Sandwich-Fabrik

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Sandwich-Fabrik in der englischen Stadt Northampton sind fast 300 Angestellte positiv auf das Virus getestet worden. Bei 79 Menschen hatte der staatliche Gesundheitsdienst NHS eine Ansteckung festgestellt, 213 Fälle weitere seien durch private Tests des Unternehmens Greencore bestätigt, hieß es am Donnerstag bei der regionalen Verwaltung. 

Greencore teilte mit, man habe nach einer steigenden Zahl von Covid-19-Fällen in der Region damit begonnen, proaktiv alle Mitarbeiter des Werks zu testen. Man habe sofort die Kontakte verfolgt; die möglicherweise Betroffenen seien angewiesen worden, sich zu isolieren. Northampton liegt nördlich von London. Großbritannien ist das Land mit den meisten Corona-Todesopfern in Europa.

Titelfoto: dpa/Georg Wendt

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