Coronavirus: Die Kanzlerin und die Delta-Angst - Was Angela Merkel beim EU-Gipfel fordert!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.620 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 7 (Vortag: 7,2).

Virenexperte Mertens warnt vor Zuschauer-Massen bei EM!
Coronavirus Virenexperte Mertens warnt vor Zuschauer-Massen bei EM!

Weltweit gibt es rund 179.5 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,89 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 24. Juni, 6 Uhr).

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Update, 24. Juni, 13.30 Uhr: Merkel setzt sich für EU-Strategie gegen Virusvarianten ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will sich beim EU-Gipfel in Brüssel für ein koordiniertes Vorgehen gegen die Verbreitung gefährlicher Corona-Varianten einsetzen.

"Die Delta-Variante macht uns natürlich Sorgen", sagte sie am Donnerstag zum Auftakt des Gipfels in Brüssel. "Ich werde dafür werben, dass wir noch koordinierter vorgehen, auch gerade bei der Einreise aus Virusvariantengebieten."

Trotz aller Bemühungen um einheitliche Corona-Reisebeschränkungen in der EU gehen die Mitgliedstaaten unterschiedlich vor. Deutschland hat 14 Länder als Gebiete mit besonders gefährlichen Corona-Varianten eingestuft. Einziges europäisches Land ist Großbritannien, die anderen liegen in Asien, Afrika und Lateinamerika. Für diese Gebiete gelten sehr strikte Einreisebeschränkungen.

Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland dürfen von dort gar nicht nach Deutschland befördert werden. Alle anderen müssen für 14 Tage in Quarantäne und haben keine Möglichkeit, sie zu verkürzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Johanna Geron/Pool Reuters/AP/dpa

Update, 24. Juni, 12.50 Uhr: Bundespräsident Steinmeier dankt Bundeswehr für Hilfe in der Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65) hat der Bundeswehr für ihre Unterstützung bei der Eindämmung der Corona-Pandemie gedankt.

Deren Hilfe war vielfältiger als einer breiten Öffentlichkeit bewusst sei, sagte Steinmeier am Donnerstag beim Besuch Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Das Staatsoberhaupt hat sich dort über die Arbeit des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr informiert. Es wird aktiv, wenn zivile Behörden bei der Bundeswehr wie jetzt während der Pandemie Unterstützung anfordern.

Dass die Pandemie inzwischen erheblich an Dramatik verloren habe, wäre ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen, sagte Steinmeier nach einem Rundgang durch die Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben. Es ist für die Führung der Hilfseinsätze in ganz Deutschland verantwortlich.

Update, 24. Juni, 12 Uhr: Jeder Dritte in Deutschland ist nun vollständig geimpft

Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 27,8 Millionen Menschen, ihre Quote hat damit die Drittelmarke knapp überschritten (33,5 Prozent).

Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.42 Uhr). Mehr als 43,4 Millionen Menschen (52,2 Prozent) haben demnach bisher mindestens eine Impfung bekommen. Allein am Mittwoch wurden 1.267.717 Impfdosen verabreicht.

Laut RKI werden jeden Tag mehr als 800.000 Corona-Schutzimpfungen deutschlandweit verabreicht. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 59,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft.
Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft.  © Eugene Hoshiko/AP/dpa

Update, 24. Juni, 10.50 Uhr: Moderna will Corona-Impfstoff an Deutschland früher liefern

Der Europa-Chef des US-Konzerns Moderna, Dan Staner, will den versprochenen Corona-Impfstoff für Deutschland früher als geplant liefern.

"Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen", sagte Staner der "Wirtschaftswoche". Einen konkreten Termin nannte er nicht. Staner versicherte aber, dass die für 2021 geplante Liefermenge von rund 80 Millionen Dosen auf jeden Fall bereitgestellt werde.

Unterdessen arbeitet der Konzern unter Hochdruck an Auffrischungsimpfungen, die auch gegen neue Virus-Varianten schützen sollen. "Die stärkste Wirkung zeigt derzeit unser Booster-Impfstoff gegen die Beta-Variante. Wir erwarten, dass unser multivalenter Booster-Impfstoff auch gegen das ursprüngliche Virus und die bedenklichen Varianten schützt", sagte Staner. Im Herbst könnte dieser Impfstoff dann bei denjenigen eingesetzt werden, die "im Januar und Februar dieses Jahres mit einem mRNA-Vakzin erst- oder zweitgeimpft wurden."

Update, 24. Juni, 10.05 Uhr: Studie: Mehr Vertrauen im Miteinander in der Pandemie

Das zwischenmenschliche Vertrauen in Deutschland ist einer Studie zufolge in der Corona-Krise gewachsen.

"Bereits im Frühjahr 2020 war ein im Vergleich zu 2018 deutlich größerer Anteil der Bevölkerung der Meinung, dass die meisten Leute in unserer Gesellschaft vertrauenswürdig sind", erklärte Stefan Liebig vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Dieses Vertrauen sei bis zum Januar 2021 noch weiter gestiegen.

Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen Vertrauen im Miteinander und der Pandemie. "Wir würden das als Effekt der Corona-Zeit interpretieren", sagte Liebig der Deutschen Presse-Agentur.

Update, 24. Juni, 9.25 Uhr: Weniger Inobhutnahmen im Corona-Jahr 2020

Die Jugendämter in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen als im Jahr davor. Die Zahl der Inobhutnahmen sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag um acht Prozent auf rund 45.400.

"Anders als in den beiden Vorjahren war dafür im Corona-Jahr 2020 jedoch nicht allein die sinkende Zahl der Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise verantwortlich", berichteten die Statistiker. "Noch deutlicher war der Rückgang in Fällen von dringender Kindeswohlgefährdung." Auch die Zahl der Selbstmeldungen von Jungen und Mädchen habe abgenommen.

"Inwieweit diese Entwicklungen in Zusammenhang mit den Lockdowns und den Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie stehen, lässt sich anhand der vorliegenden Ergebnisse nicht beantworten", heißt es in Wiesbaden. Studien wiesen jedoch darauf hin, "dass ein Teil der Kinderschutzfälle coronabedingt unentdeckt geblieben und das Dunkelfeld somit gewachsen sein könnte".

Update, 24. Juni, 9 Uhr: Braun: Müssen bei hoher Impfquote über Lockdown nicht nachdenken

Mit einer möglichst hohen Corona-Impfquote lassen sich nach Einschätzung von Kanzleramtsminister Helge Braun (48, CDU) trotz der Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante erneute drastische Maßnahmen verhindern.

Wenn sich zwei Drittel der Bürger, also rund 55 Millionen Menschen, impfen lassen, "muss man dann auch nicht über einen Lockdown oder so nachdenken", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Angesichts der Liefermengen von Impfstoffen könne man je nach Höhe der Impfbereitschaft "damit rechnen, dass jetzt bis Ende Juli/Anfang August wirklich jeder, der möchte, seine Erstimpfung bekommen hat".

Die Nichtgeimpften - bei einem Drittel wären es immer noch 27 Millionen - müssten dann gerade im Herbst sich ganz regelmäßig testen lassen.

Die Schulen und Kindergärten seien "unser großes Sorgenkind", sagte Braun, weil es zumindest für jüngere Kinder unter zwölf Jahren noch kein Impfangebot gebe. Die könnten dadurch geschützt werden, dass alle Erwachsenen ringsherum um sie geimpft würden. Hinzu kämen weitere Maßnahmen wie etwa die Ausrüstung von Schulen mit Lüftungsanlagen.

Kanzleramtsminister Helge Braun (48, CDU).
Kanzleramtsminister Helge Braun (48, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 24. Juni, 6 Uhr: Spahn warnt vor "Sorgenherbst" nach Urlaubssommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat die Bürger aufgefordert, auch beim Reisen die Corona-Pandemie weiter im Blick zu behalten.

"Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen", sagte Spahn dem "Handelsblatt" (Donnerstag). "So führt der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst."

Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: "Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus." Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, deutlich höher.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Juni, 4 Uhr: Delta-Variante: Kommunen fordern mehr Geld für Schutz der Schüler

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante fordern die Kommunen mehr finanzielle Unterstützung, um die Schulen auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten.

"Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine weitere Ertüchtigung der Schulen, um einen möglichen weiteren Schul-Lockdown im Herbst zu vermeiden", sagte der Städtebund-Geschäftsführer Gerd Landsberg der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). Da diese Kosten durch die Corona-Pandemie bedingt seien, erwarteten die Kommunen als Schulträger eine finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.

Der Deutsche Städtetag warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen an die Ausrüstung der Schulen mit Luftfiltern. "Die Idee, umfangreiche Luftfilteranlagen während der Sommerferien einzubauen, ist eine Illusion", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der "Augsburger Allgemeinen". Solche Bauvorhaben dauerten lange. Luftfilteranlagen seien auch kein Patentrezept gegen die Ausbreitung des Coronavirus, so Dedy.

"Die Luftfilteranlagen können das regelmäßige Lüften
von Klassenzimmern, die Abstandsregeln und das Tragen von
Schutzmasken nicht ersetzen", sagte er.

Update, 23. Juni, 22.26 Uhr: Regeln zu Maske und Abstand im EM-Stadion erneut gebrochen

Die Maskenpflicht und die Abstandsregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind beim EM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwochabend in München erneut nicht konsequent eingehalten worden.

Fernsehbilder zeigten zahlreiche Fans ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz. Auch drängten sich viele Fans vorrangig im ungarischen Gästeblock dicht an dicht.

Mit den Abständen auf den unteren Rängen war es zudem spätestens dann passé, als ein Unwetter über München zog und die Zuschauer sich schutzsuchend an trockene Stellen zurückzogen.

Titelfoto: Johanna Geron/Pool Reuters/AP/dpa

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