Genf (Schweiz) - Nach einer feuchtfröhlichen Partynacht wollten sich zwei Piloten der Fluggesellschaft Swiss ins Cockpit setzen und einen Airbus steuern. Aufmerksame Crew-Mitglieder konnten ihren Einsatz verhindern.
Als Kollegen die beiden Männer morgens kurz vor Abflug ihrer Maschine angetrunken im Crew-Hotel antrafen, schlugen sie sofort Alarm.
Wie das Luftfahrtportal "aeroTELEGRAPH" berichtete, sollen sich die Piloten am Vorabend an der Hotelbar einige Drinks gegönnt und dabei offenbar zu tief ins Glas geschaut haben.
Am nächsten Morgen hätten sie von Genf aus ein Flugzeug steuern sollen - doch dazu kam es nicht.
Als die Besatzungsmitglieder den Vorfall meldeten und Zweifel daran äußerten, ob die Kapitäne ihren Dienst sicher ausüben können, reagierte die Airline prompt: Noch im Hotel nahm Swiss die betrunkenen Männer aus dem Dienst und organisierte umgehend Ersatz.
Beide hätten am Abend vor ihrem anstehenden Flug "erheblich mehr getrunken", als es die Vorschriften für Cockpit-Personal erlauben. Beobachter beschrieben ihren Zustand als "klar erkennbar alkoholisiert", was Alkoholtests später bestätigten.
Betrunkene Piloten missachteten mehrere Regeln
Demnach sollen die beiden Männer gleich mehrere Vorschriften missachtet haben: Obwohl die offizielle Promillegrenze für Cockpit-Crews in Europa laut "aeroTELEGRAPH" bei 0,2 liegt, fordern Fluggesellschaften von ihren Besatzungen grundsätzlich, vollkommen nüchtern zum Dienst zu erscheinen.
Zudem ignorierten die Kapitäne die offizielle Vorgabe, wonach zwischen dem letzten Alkoholkonsum und dem Dienstantritt mindestens acht, bei einigen Airlines sogar zwölf Stunden liegen müssen.
Beide Piloten hätten ihre eigene Flugtauglichkeit an jenem Morgen im Mai falsch eingeschätzt, anstatt sich selbst als fluguntauglich zu melden.
Anders als bei einem Vorfall Anfang Juli auf Barbados, wo ein British-Airways-Flug wegen einer völlig betrunkenen Crew ausgefallen war, konnte die Swiss-Maschine mit neuer Cockpit-Besatzung planmäßig starten.
Die betroffenen Piloten wurden bis auf Weiteres vom Flugdienst suspendiert. Der Fall werde nun aufgearbeitet, im Anschluss soll über weitere Schritte entschieden werden.