Raus aus Israel! Leipziger Jugendgruppe rettet sich nach Zypern

Leipzig/Herzliya - Sie sind dem Krieg entkommen! Nach tagelanger Unsicherheit und bangen Stunden im Luftschutzraum haben es die Jugendlichen der Leipziger Theatergruppe am Montag aus Israel heraus geschafft. Über Zypern sollen sie zurück nach Deutschland geholt werden.

Leipzigs israelische Partnerstadt Herzliya - hier erlebten die jungen Sachsen zum ersten Mal, was Krieg bedeutet.
Leipzigs israelische Partnerstadt Herzliya - hier erlebten die jungen Sachsen zum ersten Mal, was Krieg bedeutet.  © wikivoyage.org

Wie die Stadt Leipzig am Abend mitteilte, konnten für die 15 Jugendlichen und ihre vier Betreuer zwei Flüge von Israel nach Larnaka auf Zypern organisiert werden. Während der erste Flieger um 15 Uhr abhob, sollte der zweite Flug um 19.20 Uhr folgen.

Nach einer Übernachtung auf der Mittelmeerinsel sollen die Sachsen am Dienstag weiterreisen. Doch wie es von Larnaka aus weitergeht, war nach Angaben von Stadtsprecher Matthias Hasberg am Montagabend noch unklar. "Wir nehmen die Plätze, die wir kriegen können", sagte er.

Die Jugendgruppe vom "TheatervereinK", die mit israelischen Jugendlichen in Leipzigs Partnerstadt Herzliya ein gemeinsames Stück aufführen wollte, sollte eigentlich schon am Montag nach Deutschland zurückfliegen. Doch ihr Flug wurde wegen des seit Samstag tobenden Krieges gecancelt.

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Seither hatten die Leipziger im Internat des Schulkomplexes "HaKfar HaYarok" ausgeharrt und mussten dort mehrfach im Luftschutzkeller vor dem Raketenterror der Hamas Schutz suchen.

Eine Flugtafel auf dem Ben Gurion Airport in Tel Aviv - viele Flüge sind gestrichen. Tausende Europäer warten in Israel auf ihre Ausreise.
Eine Flugtafel auf dem Ben Gurion Airport in Tel Aviv - viele Flüge sind gestrichen. Tausende Europäer warten in Israel auf ihre Ausreise.  © Imago/UPI Photo
Weil die Bundesregierung bislang keine Evakuierungsflüge organisierte, musste sich Leipzigs OB Burkhard Jung (65, SPD) mit seiner Verwaltung um die Rückholaktion kümmern.
Weil die Bundesregierung bislang keine Evakuierungsflüge organisierte, musste sich Leipzigs OB Burkhard Jung (65, SPD) mit seiner Verwaltung um die Rückholaktion kümmern.  © Sebastian Kahnert/dpa

Unterdessen teilte das sächsische Kultusministerium mit, dass der Angriff der Islamisten auf Israel nach den Herbstferien zum Unterrichts-Thema an Sachsens Schulen werden soll. Die Pädagogen sollen mit den Schülern über "kritische Situationen im persönlichen Erleben wie im Weltgeschehen" sprechen, hieß es.

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