Das Ende der Welt? Millionen Vögel besetzen Wohngebiet - Wissenschaftler haben Erklärung

Mexiko - Ist das Ende der Welt gekommen? Verstörende Videos, die derzeit auf Social-Media rege geteilt werden, lassen das Schlimmste erahnen.

"Ist dies das Ende der Welt?" steht da als Untertitel. Viele Betrachter soll das Video traumatisiert haben.
"Ist dies das Ende der Welt?" steht da als Untertitel. Viele Betrachter soll das Video traumatisiert haben.  © Montage: Twitter/ronin19217435

Schon seit Tagen kursieren auf Twitter und Videos, die zeigen wie ein gewaltiger Vogelschwarm über ein Wohngebiet herfällt.

Hunderte, wenn nicht gar tausende Tiere sitzen dichtgedrängt auf Autos, Häusern und in Bäumen. Sogar auf der Straße haben sich die Vögel niedergelassen.

Viele wollen in der Szenerie "das Ende aller Tage" erkennen, also die drohende Apokalypse, ganz wie es in der Bibel steht. Schließlich soll es sich bei den Vögeln um Krähen handeln, den Unglücksvogel schlechthin.

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Einer anderen Theorie zufolge, sollen die Tiere sich versammelt haben, weil sie eine drohende Naturkatastrophe wittern.

Beide Erklärungsversuche wurden vielfach in den sozialen Netzwerken geteilt. Doch was ist da wirklich los?

Video: Tausende Vögel lassen sich im Wohngebiet nieder, Trolle wittern "das Ende der Welt!"

Über das Video wurden bereits reichlich Fake-News verbreitet

Die Vögel trafen sich zu Tausenden im Wohngebiet.
Die Vögel trafen sich zu Tausenden im Wohngebiet.  © Twitter/ronin19217435

Auf TikTok und Twitter wurde das Video rege geteilt und millionenfach angesehen. Viele Nutzer sollen angeblich durch die Bilder traumatisiert worden sein und bekamen Angst vorm Weltuntergang.

Zuerst wurde das Video offenbar von einem inzwischen gesperrten Twitter-Account verbreitet, "Krähen! Kyoto, Japan", hieß es im dazugehörigen Tweet und sollte wohl auf ein drohendes Erdbeben anspielen.

Nummernschilder parkender Autos deuten jedoch auf Mexiko als Ursprung hin.

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Dann schauten sich Fakten-Checker der Nachrichtenagentur AP die befremdlichen Bilder näher an. Ergebnis: Das Video wurde wohl Anfang Februar in der mexikanischen Stadt Querétaro aufgenommen.

Fakten-Checker und Wissenschaftler sind sich sicher: Die Vögel zeigen ganz normales Verhalten

Vogelkundler sind sich sicher, dass es keine Krähen waren. Es soll sich um Purpurstärlinge (Euphagus cyanocephalus) handeln.
Vogelkundler sind sich sicher, dass es keine Krähen waren. Es soll sich um Purpurstärlinge (Euphagus cyanocephalus) handeln.  © gjohnstonphoto/123rf

Außerdem sind in den Aufnahmen keine Krähen zu sehen, sondern Purpurstärlinge, erklärten Vogelkundler.

Für diese Tiere sei es ganz normal, sich zu Tausenden, wenn nicht gar zu Millionen zusammenzufinden, sagte Chris Williams von der Uni-Delaware der Nachrichtenagentur. Die Vögel schützen sich so vor Raubtieren und anderen Bedrohungen.

Sein Kollege Richard Prum pflichtet ihm bei: "Es ist weder überraschend, noch beängstigend", meint der Ornithologe von der Yale-Universität und ergänzt: "Es sieht sehr nebelig aus oder es ist schon fast dunkel." Er vermutet, dass die Vögel sich im Wohngebiet trafen, um anschließend ihr Abendquartier in einem Stadtpark oder einer Baumgruppe aufzusuchen.

Einen Zusammenhang mit einer drohenden Umweltkatastrophe oder gar dem Weltuntergang sieht Professor Prum nicht. Er stellt fest, dass es in letzter Zeit zu keinen verheerenden Naturereignissen in Zentral-Mexiko kam.

Titelfoto: Montage: Twitter/ronin19217435, gjohnstonphoto/123rf

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