Drei Tage Warnstreik: Leipzigs Busse und Bahnen fahren wieder!
Leipzig - Ein paar wenige waren bereits am Sonntag unterwegs, seit Montag, 6 Uhr, sollten es nun alle sein: Leipzigs Busse und Bahnen fahren wieder! Der dreitägige Warnstreik bei den Leipziger Verkehrsbetrieben ist beendet. Verdi droht indes mit weiteren Arbeitsniederlegungen - notfalls auch zur Buchmesse.
Der Streik war zunächst für Freitag und Samstag angekündigt worden, dann verlängerte Verdi die Arbeitsniederlegungen um einen zusätzlichen Tag bis Montag. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) reagierten am Sonntag mit einem Notfahrplan, durch den zumindest einige wenige Busse und Bahnen fuhren.
Seit 6 Uhr morgens läuft Leipzigs Nahverkehr nun wieder. Laut den LVB ist der Streik beendet. Gleichzeitig warnt das Unternehmen, dass es noch immer zu einzelnen Ausfällen bei Bus und Bahn kommen könnte. Fahrgäste werden deshalb gebeten, ihre Verbindungen kurz vor Fahrtbeginn noch einmal zu prüfen. Aktuelle Infos gebe sowohl an den Auskunftsystemen vor Ort als auch über die App LeipzigMove sowie in den Verkehrsmeldungen unter www.L.de.
Hintergrund sind, wie bereits bei einem Warnstreik Anfang Februar, die aktuellen Verhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV). Die Gewerkschaft hatte zum 31. Dezember 2025 den Manteltarifvertrag Nahverkehr Sachsen gekündigt.
Seitdem versucht sie für die Beschäftigten der Nahverkehrsunternehmen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen herauszuschlagen. Unter anderem geht es um kürzere Wochenarbeits- und Schichtzeiten sowie höhere Nacht- und Wochenend-Zuschläge.
Wie 2024: Verdi will notfalls zur Buchmesse streiken
Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Liam Pape, dass man bereits bei der letzten Verhandlungsrunde gemerkt habe, dass der erste Warnstreik am 2. Februar Wirkung gezeigt habe. "Die Arbeitgeber haben Teile der Gegenforderungen vorerst vom Tisch genommen, etwa die Forderung nach der 40-Stunden-Woche."
Die nächste Verhandlungsrunde ist nun für den 9. März veranschlagt. Sollten sich die Arbeitgeber nicht kompromissbereit zeigen, kündigte Pape bereits weitere Streiks an.
Notfalls wolle man dann auch - wie bereits 2024 - zur Leipziger Buchmesse die Arbeit niederlegen.
Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (67, SPD) hatte diese Befürchtung bereits während der Ratsversammlung vergangene Woche geäußert. Verdi hatte vor zwei Jahren pünktlich zur Buchmesse gestreikt. Zahlreiche Bahnen und Busse fielen aus. Die Linie 16, die zu den Messehallen fährt, konnte jedoch weiter betrieben werden.
Titelfoto: Eric Mittmann

