Ukraine-Krieg: Zeremonien und Demonstrationen zum zweiten Jahrestag des Krieges erwartet

Ukraine - Während Russlands Präsident Wladimir Putin (71) seine Soldaten als "wahre Volkshelden" lobte, erklärte man von ukrainischer Seite, dass der Wiederaufbau des Landes bis zu zehn Jahre dauern werde.

Die russischen Soldaten wurden von Putin am "Tag des Vaterlandsverteidigers" für ihren Einsatz in der Ukraine gelobt. (Symbolbild)
Die russischen Soldaten wurden von Putin am "Tag des Vaterlandsverteidigers" für ihren Einsatz in der Ukraine gelobt. (Symbolbild)  © Dmitri Lovetsky/AP/dp

Die Kriegsschäden belaufen sich bereits auf rund 500 Milliarden Euro und steigen mit jedem Tag weiter an.

"Ich denke, die dringendsten Schäden könnten in zwei oder drei Jahren behoben werden. Aber insgesamt würde es fünf bis zehn Jahre dauern", sagte der für Wiederaufbau zuständige Minister Oleksandr Kubrakov (41).

In Russland feierte man unterdessen den "Tag des Vaterlandsverteidigers", wo Putin seine Soldaten für ihren Einsatz im Krieg gegen die Ukraine lobte.

Ukraine-Krieg: Reformplan von EU gebilligt, Ukraine winken 50 Milliarden Euro
Ukraine Ukraine-Krieg: Reformplan von EU gebilligt, Ukraine winken 50 Milliarden Euro

Die wichtigsten Entwicklungen in der Ukraine findet Ihr in diesem fortlaufend aktualisierten Artikel.

23. Februar, 22.06 Uhr: UN-Chef: Höchste Zeit für Frieden in der Ukraine

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres ein Ende der Kämpfe verlangt.

"Es ist höchste Zeit für Frieden - einen gerechten Frieden, der auf der Charta der Vereinten Nationen, dem Völkerrecht und den Resolutionen der Vollversammlung basiert", sagte Guterres vor dem Weltsicherheitsrat in New York.

Zahlreiche Kriegsverbrechen vor allem der russischen Streitkräfte müssten aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. "Viele Ukrainer erleben den lebenden Albtraum, ihre Kinder zu verlieren", sagte Guterres weiter. Alle vertriebenen Kinder - die teilweise nach Russland gebracht wurden - müssten mit ihren Familien zusammengeführt werden.

Der 74-jährige Portugiese warnte vor einer Ausweitung des Konfliktes in Osteuropa.
Der 74-jährige Portugiese warnte vor einer Ausweitung des Konfliktes in Osteuropa.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

23. Februar, 21.36 Uhr: Ukraine meldet Abschuss von russischem Aufklärungsflugzeug

Ukrainische Streitkräfte haben Geheimdienstangaben zufolge ein russisches Aufklärungsflugzeug über dem Asowschen Meer getroffen.

"Ein weiteres wertvolles russisches Flugzeug vom Typ A-50U wurde über dem Asowschen Meer abgeschossen", teilte der ukrainische Militärgeheimdienst im Onlinedienst Telegram mit und veröffentlichte eine Karte mit der mutmaßlichen Absturzstelle im Süden Russlands.

Der Abschuss sei "ein weiterer ernsthafter Schlag gegen das Potenzial und die Fähigkeiten des terroristischen Moskaus", hieß es weiter. Die russische Staatsagentur Tass berichtete lediglich von einem Brand bei Krasnodar, den ein "herabstürzendes Flugobjekt" verursacht habe.

23. Februar, 20.40 Uhr: Kyjiw statt Kiew: Auswärtiges Amt nun mit ukrainischer Schreibweise

Das Auswärtige Amt ändert seine Bezeichnung der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf die ukrainische Transkription Kyjiw.

"Was für viele schon länger gängige Praxis ist, ändert sich nun auch im 'Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch'. Damit wird jetzt im deutschen Amtsverkehr die ukrainische Schreibweise für Kyjiw verwendet", teilte das Außenamt am Freitagabend auf der Plattform X mit.

Die Schreibweise Kiew geht auf die russische Bezeichnung zurück, ist historisch aber die im Deutschen gebräuchliche, wie aus der Verlaufskurve des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (DWDS) hervorgeht. Die ukrainische Schreibweise Kyjiw tauchte demnach erst 2021 im deutschen Sprachgebrauch auf.

23. Februar, 18.25 Uhr: Baerbock ruft zu weiterer Unterstützung der Ukraine auf

Außenministerin Annalena Baerbock (43, Grüne) hat die Weltgemeinschaft aufgerufen, den Druck auf Präsident Wladimir Putin (71) zu erhöhen, den Angriffskrieg auf die Ukraine zu beenden.

"Wenn uns eine Welt am Herzen liegt, in der jedes Leben gleich wichtig ist, liegt es an jedem einzelnen von uns, sich gegen den Krieg Russlands zu wehren", sagte die Grünen-Politikerin in einer Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.

23. Februar, 18.17 Uhr: Tschechien führt Initiative zum Kauf von Munition für Kiew an

Tschechien will eine Initiative anführen, um Geld für einen schnellen Kauf von Artilleriemunition aus Drittländern für die Ukraine zu sammeln. Mehrere Länder wie Dänemark und Kanada beteiligen sich an dem Vorhaben, teilte das tschechische Verteidigungsministerium mit.

Die "Financial Times" berichtete, dass die Länder versuchten, 1,5 Milliarden Dollar an Soforthilfe aufzubringen, um die Ukraine im Rahmen des tschechischen Plans mit Munition zu versorgen.

Die EU hatte eingeräumt, dass sie die bis März geplante Lieferung von einer Million Granaten um fast die Hälfte verfehlen wird.

23. Februar, 18.15 Uhr: Cameron vor UN: Putin ist "kein Mann, der den Kompromiss sucht"

Der britische Außenminister David Cameron (57) hat bei den Vereinten Nationen vor der aggressiven Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin (71) gewarnt.

"Das ist kein Mann, der den Kompromiss sucht", sagte Cameron bei einer hochrangig besetzten Sitzung der UN-Vollversammlung in New York. "Stattdessen ist er ein neo-imperalistischer Tyrann, der glaubt, dass Macht vor Recht geht."

"Wir müssen anerkennen, welch hohen Preis es hätte, jetzt aufzugeben", sagte Cameron zur stockenden internationalen Unterstützung der Ukraine.

Der britische Außenminister David Cameron (57) warnte in New York vor Putins Politik.
Der britische Außenminister David Cameron (57) warnte in New York vor Putins Politik.  © Mary Altaffer/AP/dpa

23. Februar, 18.10 Uhr: Zeremonien, Demonstrationen und Beratungen am zweiten Jahrestag des Ukraine-Kriegs

Zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine finden am Samstag weltweit Gedenkveranstaltungen, Demonstrationen und politische Beratungen statt.

Eine Reihe westlicher Regierungsvertreter reist aus diesem Anlass in die Ukraine. Zudem findet ein virtuelles Treffen der Vertreter der G7-Staaten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (46) statt.

Unter anderem in Berlin, London, Paris, Warschau und Belgrad gibt es Solidaritätskundgebungen mit der Ukraine.
Unter anderem in Berlin, London, Paris, Warschau und Belgrad gibt es Solidaritätskundgebungen mit der Ukraine.  © Peter Kneffel/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa
Auf einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin bauen Menschen mit Kerzen im Gedenken an die Opfer des Krieges in der Ukraine ein Peace-Zeichen.
Auf einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin bauen Menschen mit Kerzen im Gedenken an die Opfer des Krieges in der Ukraine ein Peace-Zeichen.  © Fabian Sommer/dpa

23. Februar, 18 Uhr: Ukraine und Russland streiten bei UN-Sitzung zum Jahrestag des Krieges

Zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben sich Vertreter beider Länder bei den Vereinten Nationen einen Schlagabtausch geliefert.

"Russlands Ziel ist es, die Ukraine zu zerstören, und sie reden ziemlich offen darüber", sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba (42) bei einer Sitzung der UN-Vollversammlung in New York. "Der einzige Grund für diesen Krieg ist und bleibt Russlands Weigerung, das Existenzrecht der Ukraine anzuerkennen."

"Die Wahrheit ist, dass es keine vorläufig besetzten Gebiete der Ukraine gibt", entgegnete der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja kurz darauf. Die Krim sei russisch und in den Regionen Donezk, Luhansk und rund um Cherson habe es Referenden zum Anschluss an Russland gegeben, sagte der Botschafter.

Die Sondersitzung der UN-Vollversammlung und des UN-Weltsicherheitsrates zum zweiten Jahrestag der russischen Invasion der Ukraine bei den Vereinten Nationen in New York.
Die Sondersitzung der UN-Vollversammlung und des UN-Weltsicherheitsrates zum zweiten Jahrestag der russischen Invasion der Ukraine bei den Vereinten Nationen in New York.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

23. Februar, 17.30 Uhr: Dänemark schließt Sicherheitsabkommen mit Kiew

Dänemark und die Ukraine haben ein bilaterales Sicherheitsabkommen abgeschlossen.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (46) und der ukrainische Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (46)unterzeichneten ein entsprechendes Dokument.

Dänemark schließt sich damit zehnjährigen Zusagen an, die bereits Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich mit der Ukraine vereinbart haben.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (46, m.), ihr Mann Bo Tengberg (59, l.) und Wolodymyr Selenskyj (46, r.), Präsident der Ukraine, bei einer Gedenkzeremonie auf dem Marsfeld auf dem Lytschakiwskyj-Friedhof.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (46, m.), ihr Mann Bo Tengberg (59, l.) und Wolodymyr Selenskyj (46, r.), Präsident der Ukraine, bei einer Gedenkzeremonie auf dem Marsfeld auf dem Lytschakiwskyj-Friedhof.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

23. Februar, 16.50 Uhr: Deutschland und Verbündete: Nicht mit Ukraine-Unterstützung nachlassen

Die Außenminister von Deutschland, Großbritannien und Polen haben die USA angesichts des Tauziehens in Washington über weitere Finanzhilfe für Kiew aufgerufen, nicht in der Unterstützung der Ukraine nachzulassen.

Der russische Präsident Wladimir Putin (71) wolle andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine die internationale Ordnung zerstören, warnte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (43, Grüne) am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung des "Wall Street Journal" zur Unterstützung der Ukraine.

"Deswegen müssen wir zusammenstehen", ergänzte sie.

Der britische Außenminister David Cameron (57, l.), Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (43, Grüne) und der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski (61) nahmen an der Diskussion teil.
Der britische Außenminister David Cameron (57, l.), Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (43, Grüne) und der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski (61) nahmen an der Diskussion teil.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

23. Februar, 16.30 Uhr: Von der Leyen will zum Jahrestag des Ukraine-Kriegs nach Kiew reisen

UN-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65) will am zweiten Jahrestag des Ukraine-Kriegs Kiew besuchen. Aus Sicherheitsgründen könne man zunächst keine näheren Angaben zu dem geplanten Besuch am Samstag machen, hieß es am Freitag aus der Kommission.

In einer gemeinsamen Erklärung sicherten von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel (48) und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola (45) der Ukraine erneut ihre Unterstützung zu. "Die Europäische Union wird stets die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen unterstützen", hieß es in einem Papier, das am Freitag veröffentlicht wurde.

"Russland und seine Führung tragen die alleinige Verantwortung für diesen Krieg und seine globalen Folgen sowie für die begangenen schweren Verbrechen." Man sei weiterhin entschlossen, sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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