Crans-Montana/Zürich (Schweiz) - Mehr als drei Monate ist das Unglück im Schweizer Skiort Crans-Montana her. 41 meist junge Leute starben, mehr als hundert wurden verletzt. Zu Ostern konnte jetzt einer der letzten Schwerverletzten endlich die Klinik verlassen.
Das Universitäts-Kinderspital Zürich, gut 220 Kilometer vom Unglücksort entfernt, behandelte insgesamt neun Patienten. Für die letzte dort behandelte jugendliche Person ging es am Dienstag nach Hause, wie die Klinik mitteilte.
Doch die Genesung ist noch nicht vollständig abgeschlossen. "Ihre Weiterbehandlung erfolgt nun während der folgenden Wochen und Monate in der Regel heimatnah, meist ambulant und teilweise in stationären Rehabilitationseinrichtungen."
Die Patienten werden weiterhin dabei unterstützt, ihre Beweglichkeit und Selbstständigkeit wiederzugewinnen. Zudem müssen die Narben gepflegt, die Leistungsfähigkeit aufgebaut werden.
Bei dem Feuerunglück in der Bar "Le Constellation" waren mehr als hundert Menschen schwer verletzt worden. Viele von ihnen trugen Brandnarben davon, wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt.
Ermittlungen laufen auch gegen den Bürgermeister von Crans-Montana
Damit alle Verletzten bestmöglich versorgt werden konnten, brachen einige Klinikmitarbeiter ihren Silvesterurlaub ab, um zu helfen. Die neun Jugendlichen, die in Zürich behandelt wurden, lagen zeitweise auf der Intensivstation - manche sogar über mehrere Wochen und Monate.
"Im ganzen Verlauf waren zahlreiche, überwiegend plastisch-rekonstruktive Operationen notwendig, die sich ebenfalls über viele Wochen erstreckten", heißt es in einer Mitteilung.
Zuletzt wurde bekannt, dass gegen den Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Féraud, ebenfalls Ermittlungen laufen. Es soll geklärt werden, ob der 55-Jährige seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Er räumte ein, dass die Gemeinde die jährlich vorgeschriebene Brandschutzkontrolle in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt hatte.
Ermittelt wird auch weiterhin gegen die Betreiber der Bar, Jacques und Jessica Moretti, und zwei Sicherheitsverantwortliche. Es steht der Verdacht der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung im Raum.