Bar-Besitzer von Crans-Montana gesteht: Notausgang war von innen verschlossen!

Crans-Montana (Schweiz) - Die Feuer-Tragödie von Crans-Montana in der Silvesternacht mit 40 Toten hat nicht nur die Schweiz erschüttert. Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht. Nun hat der inzwischen verhaftete Bar-Betreiber offenbar zugegeben, dass der Notausgang von innen verschlossen war.

In der Bar "Le Constellation" im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana kamen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben. 115 weitere wurden verletzt.
In der Bar "Le Constellation" im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana kamen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben. 115 weitere wurden verletzt.  © MAXIME SCHMID / AFP

Das berichtet der Schweizer Sender "RTS". Demnach gestand Jacques Moretti (49), der das Lokal "Le Constellation" im Luxus-Skiort gemeinsam mit seiner Frau betreibt, dass der Notausgang im Keller nicht geöffnet gewesen sei.

Der 49-Jährige habe das aber erst in der Unglücksnacht bemerkt.

Laut eigener Aussage schloss er die Tür eigenhändig auf, als er am Ort des schrecklichen Brandes angekommen war. Er habe dann mehrere leblose Körper vor der Tür entdeckt.

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Wie genau es dazu kommen konnte, wisse Moretti allerdings nicht. Nach aktuellem Ermittlungsstand haben jedoch mehrere Gäste versucht, durch die verschlossene Tür zu entkommen.

Bar-Besitzer von Crans-Montana hat Deckenschaumstoff selbst ausgetauscht

Die abgeriegelte Bar "Le Constellation", in der ein verheerender Brand während der Silvesterfeierlichkeiten Tote und Verletzte forderte.
Die abgeriegelte Bar "Le Constellation", in der ein verheerender Brand während der Silvesterfeierlichkeiten Tote und Verletzte forderte.  © Antonio Calanni/AP/dpa

Außerdem soll der Bar-Besitzer den Beamten erzählt haben, dass er den in Brand geratenen Schaumstoff in der Deckenverkleidung, der dem Feuer schließlich als Zunder diente, selbst ausgetauscht habe.

Dem Bericht zufolge gab er an, das Material dafür im Baumarkt Hornbach gekauft zu haben. Den zuvor verbauten Akustikschaumstoff habe er entfernt.

Dem Betreiber-Paar werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun jedoch entscheiden, welche Rolle der verschlossene Notausgang spielt. Gegebenenfalls könnte das Gericht auch den Vorwurf des Mordes mit bedingtem Tötungsvorsatz in Betracht ziehen, berichtet RTS.

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Erstmeldung von 15.10 Uhr, zuletzt aktualisiert 15.49 Uhr.

Titelfoto: MAXIME SCHMID / AFP

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