Marie Nasemann spricht brisantes Thema an: "Gerade wir Frauen haben Angst"

Berlin - Marie Nasemann (37) hat schwere Vorwürfe gegen die deutsche Filmbranche erhoben. Es geht um Machtgefälle und Grenzüberschreitungen.

Schauspielerin und Model Marie Nasemann (37) will gesellschaftliche Missstände nicht einfach so stehen lassen.  © Soeren Stache/dpa

"Gerade wir Frauen haben Angst, dass wir keine Rollen mehr kriegen, dass wir auf irgendwelchen schwarzen Listen stehen", sagte die 37-Jährige am Rande des Deutschen Filmpreises im Gespräch mit RTL über die Situation von Schauspielerinnen.

Umso wichtiger sei es, sich zu solidarisieren und trotzdem laut zu sein und den Mund aufzumachen, wenn es darauf ankommt, fuhr Nasemann fort.

Auf die Frage, ob solche Listen tatsächlich existierten, antwortete sie: "Ich glaube schon." Aus ihrer Sicht werde andersherum aber auch unter Kolleginnen offen darüber gesprochen, "mit wem die Zusammenarbeit Horror war".

Mit Blick auf einen offenen Brief, den sie neben anderen Schauspielerinnen unterzeichnet hat, machte Nasemann deutlich, wie groß das Problem ihrer Ansicht nach ist. In der Filmbranche gebe es ein starkes Machtgefälle, viele Betroffene würden aus Angst, sich etwas zu verbauen, schweigen.

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Die Schauspielerin erinnerte sich an Vorsprechen am Theater, bei denen sie direkt gespürt habe, dass etwas nicht stimme, und sie beim Herausgehen gemerkt habe: "Nee, das war jetzt echt überhaupt nicht cool." Geschwiegen hat die frühere GNTM-Kanditatin in solchen Momenten aber nicht: "Ich bin dann teilweise auch noch mal zurückgegangen."

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Bewunderung für Collien Fernandes

Marie Nasemann wurde 2009 durch ihre Teilnahme bei "Germany's Next Topmodel" bekannt.  © Christoph Soeder/dpa

Große Anerkennung bekundete Nasemann im RTL-Interview für Collien Fernandes (44). "Ich finde es einfach wahnsinnig bewundernswert von ihr, dass sie da vorangegangen ist. Dass sie für uns alle diesen Schritt gegangen ist."

Sie hoffe, dass daraus langfristig auch Veränderungen und neue Gesetze entstehen.

Für Nasemann ist es wichtig, dass Frauen sich öffentlich zu Themen äußern, die sonst tabuisiert werden. Als Vergleich nannte sie ihre eigene Fehlgeburt im Jahr 2018. Damals hätten sich viele andere Frauen danach ebenfalls geöffnet.

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Genau diesen Effekt wünsche sie sich nun auch in der aktuellen Debatte. "Und so schaffen wir gemeinsam, das Thema zu enttabuisieren. Und das ist jetzt das Gleiche. Ich finde es wahnsinnig toll und ich hoffe, dass sich jetzt noch viel, viel mehr Frauen trauen, auch über solche Situationen zu sprechen."

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