Hamburg - Deutlich Worte! Constantin Schreiber (46), Journalist und ehemaliger Sprecher der "Tagesschau", hat sich am Samstag mit einem Statement auf Instagram gewehrt. Der Grund: eine aktuelle Berichterstattung über ihn.
"Die Süddeutsche Zeitung hat einen Artikel über mich geschrieben, in dem es eigentlich mehr oder weniger ausschließlich um mein Aussehen ging. Vielleicht vorweg: Ich fand den Text tatsächlich ziemlich lustig. Ich fand ihn auch gut geschrieben. Trotzdem würde ich das gerne einmal thematisieren", begann er.
In dem Artikel ging es zum einen um ein Foto, das Schreiber vor einigen Tagen auf seinem Profi gepostet hatte und auf dem er in einem schwarzen Tanktop zu sehen ist. "Das war klar meine Entscheidung. Und wenn man dazu was sagt, kann ich damit auch umgehen", erklärte der Journalist.
Zum anderen wurde aber sein Äußeres und seine Kleidung in der TV-Sendung "Maischberger" thematisiert, in der der 46-Jährige vor Kurzem zu Gast war. "Das finde ich schwierig", verdeutlichte der gebürtige Niedersachse.
Schreiber weiter: "Nennt mir eine Frau im deutschen Journalismus, bei der man heute so schreiben würde, bei der ein Talkshow-Auftritt primär über Kleidung oder Körper verhandelt wird. Und ja, genau diese Debatte würden wir dann zu Recht als sexistisch führen."
Constantin Schreiber meldet sich mit Statement auf Instagram
Constantin Schreiber wundert sich: "Was hätte ich denn anziehen sollen?"
Anschließend wandte sich der frühere Nachrichtensprecher direkt an den Autor des Artikels: "Was hätte ich denn anziehen sollen, dass es okay ist? Einen weiten Sack? Und soll ich mich kämmen oder lieber nicht, damit es kein Thema ist?"
Ihm gehe es bei der ganzen Sache nicht um Empörung, sondern um Konsequenz, wie der 46-Jährige betonte. "Wir sollten in Sachen Freiheit und Gleichberechtigung längst so weit sein, dass jede, aber auch jeder selbst entscheidet, wie sie oder er sich zeigt."
Nur weil man einen Anzug oder einen Hoodie trage, sollte man keine Rückschlüsse auf Seriosität, Kompetenz oder Haltung ziehen. "Ich fände, das wäre ein ziemlich zeitgemäßer Maßstab", so Schreiber abschließend.